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Unsere Kühe sind nicht lila – Interview mit Bauernbund-Präsident Jakob Auer


Die Sunnseitn hat Bauernbund-Präsident Jakob Auer zum Thema Urlaub am Bauernhof befragt

500.000 Kinder verbringen alljährlich ihren Urlaub am Bauernhof. Für Jakob Auer ist das eine Erfolgsstory, weil Familien direkt an der Quelle erfahren, was die bäuerliche Landwirtschaft so alles macht. Über echte Einkommenschancen, bäuerlichen Alltag und die wahren Paradiese für Kinder sprach Sunnseitn-Redakteurin Elisabeth Freundlinger mit Bauernbund-Präsident Jakob Auer.

Herr Präsident, wie sehen Sie die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus in Österreich? Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Rolle und Bedeutung von UaB für die bäuerlichen Familienbetriebe - vor allem in den Berggebieten?

Tourismus und Landwirtschaft gehen Hand in Hand. Ohne unsere Bauern würde Österreich nicht Österreich sein. Unsere Bauern sorgen für die Attraktivität unseres Landes und schaffen so die Voraussetzungen für eine florierende Tourismusbranche. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der Wertschöpfung, der Einkommen und der Arbeitsplätze in den ländlichen Regio­nen Österreichs erbracht. Gerade auch die Bewirtschaftung in den Berggebieten ist das Um und Auf, nicht nur für den sommerlichen Wandertourismus, sondern auch im Winter, wenn Skifahren angesagt ist. Besonders in den Berggebieten, den Ungunstlagen der landwirtschaftlichen Produk­tion, bietet UaB neue, lukrative Einkommensmöglichkeiten, die nicht zu unterschätzen sind.

Pro Jahr verbringen lt. Statistik etwa 500.000 Kinder ihre Ferien auf einem der österr. UaB-Höfe. Wie sehen Sie die gesellschaftliche Bedeutung dieser Urlaube und welche Aufgabe sehen Sie für UaB an der Kontaktstelle von Konsumenten und Bauern? Welchen Beitrag können die UaB-Betriebe für ein positives Image der kleinstrukturierten österr. bäuerlichen Familienbetriebe leisten?

Es ist enorm wichtig, Landwirtschaft für Kinder begreifbar zu machen. Urlaub am Bauern­hof ist eine der wertvollsten Erfahrungen, die man Kindern bieten kann. Bauernhöfe sind wahre Para­diese für Kinder. Naturerlebnisse, wie es sie regelmäßig auf Bauernhöfen gibt, sowie der Kontakt zu Tieren wirken sich sehr positiv auf Kinder aus. Zudem wird den kleinen Gästen sehr viel Wissen vermittelt: Sie lernen, wo unsere Lebensmittel herkommen und geraten hoffentlich nicht in die Verlegenheit zu glauben, dass Kühe lila sind. Eine wichtige Aufgabe von Urlaub am Bauernhof als Kontaktstelle zwischen Konsument und Bauern ist es sicherlich, Konsumenten über  Herkunft und Wert der heimischen Lebensmittel zu informieren und die Vielfalt und den Genuss zu vermitteln, der in regionalen Lebensmitteln steckt. UaB-Betriebe sind die wahren Botschafter der bäuerli­chen Landwirtschaft. Sie vereinen Tradition mit Moderne und gewähren den Besuchern unbe­zahlbare Einblicke in den bäuerlichen Alltag und die Lebensmittelproduktion. Gerade die Kleinstrukturiertheit unserer Familienbetriebe macht hier den besonderen Reiz aus. Wer will schon auf industriell betriebenen Farmen, wie sie häufig im Ausland zu finden sind, Urlaub machen?

Dass sich die kleinen UaB-Betriebe im touristischen Verdrängungswettbewerb so gut behaupten, wird u.a. durch die Unterstützung von UaB im Rahmen der ländlichen Entwicklung unterstützt. Ist dies Ihrer Meinung nach auch in Zukunft gerechtfertigt?

UaB ist eine wahre Erfolgsstory, von der nicht nur unsere Familienbetriebe, sondern insbesondere auch der österreichische Tourismus hoch profitiert. UaB schafft wirtschaftliche Impulse in den ländlichen Regionen, sichert nachhaltig viele bäuerliche Familienbetriebe und Arbeitsplätze. Ich möchte die Unterstützung für UaB deshalb auch in Zukunft aufrechterhalten. Das wird aber nur mit einem starken Programm der ländlichen Entwicklung möglich sein. Darüber wird nach den Wahlen entschieden, wenn die Finanzierung der Ländlichen Entwicklung ausverhandelt wird. Ich wünsche mir wie bisher eine starke, nationale Kofinanzierung von 50% - ohne diese Kofinan­zierung sind viele Dinge, die jetzt finanziell unterstützt werden, in Frage gestellt.