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Liste mit Winzerhöfe
Weinreben nach dem Schnitt, © Stefanie Thüringer
Die Reben treiben aus © Margit Terpotitz
Weinblüte, © Stefanie Thüringer

Der Weingarten im Jahreslauf

 

Weingärten in der Abendsonne, Weintrauben im Morgentau,… - beim Genießen eines guten Glases Wein haben wir bestimmte Bilder vor Augen. Doch ganz so idyllisch und romantisch wie diese Bilder ist die Arbeit im Weingarten nicht. Denn bis der Wein ins Glas kommt, ist eine ganze Menge Arbeit zu erledigen!

 

Jänner, Februar:

Das Winzerjahr startet alljährlich mit dem Rebschnitt. Dieser ist besonders wichtig, weil er auf den späteren Ertrag und die Qualität großen Einfluss hat. Dürres und teilweise altes Holz werden entfernt und der Rebstock verjüngt. Die „Abfälle“ des Rebschnitts werden aus dem Weingarten entfernt und verbrannt oder sie werden mit Maschinen gehäckselt und später in den Boden eingearbeitet.

 

März:

Im März wird der Weingarten auf Vordermann gebracht, indem kleinere Reparaturen an den Spalieren erfolgen. So werden zB morsche Holzpfähle getauscht oder Drähte nachgespannt und erneuert. Anschließend erfolgt das Anbinden der Rebtriebe an den Drähten.

 

April, Mai

Ende April, Anfang Mai erfolgt der Austrieb. Die Knospen brechen auf und die grünen Triebspitzen werden sichtbar. Frost in der Nacht (zB um die Zeit der Eisheiligen) kann den Trieben in dieser Zeit noch schwer zusetzen. Überschüssige Triebe werden im Mai entfernt und somit der Rebschnitt nochmals „nachjustiert“.

 

Juni:

Anfang Juni findet die Weinblüte statt. Durch den Zeitpunkt der Weinblüte lässt sich auch der Erntezeitpunkt bereits ungefähr vorhersagen. Nach der Weinblüte hat wieder einiges an Arbeit zu passieren: Die mittlerweile auf ca. 40 cm angewachsenen jungen Triebe werden in das Drahtgerüst „eingeschlauft“, damit sie sich dort anranken können und der Wind sie nicht abbricht. Die Beeren sind nach der Weinblüte Ende Juni etwa so groß wie ein Schrotkorn.

 

Juli:

Zwischen Ende Juni und Anfang Juli wird auch mit dem Ausbrechen oder „Ausgeizen“ der jungen Triebe angefangen. Die Beeren sind Anfang Juli bereits so groß wie ein Erbsenkorn und die Trauben hängen an den Reben. Wenn die Triebe ca. einen Meter lang sind, werden sie (meist maschinell) „entspitzt“, also gekürzt. Besonders zwischen Juli und August bildet sich eine starke Laubwand an den Rebstöcken.

 

August:

Um den Ertrag zu reduzieren und somit eine optimale Qualität zu erreichen, werden zwischen Mitte Juli und August die Trauben ausgedünnt. Etwa Mitte August haben die Trauben haben ihre volle Größe erreicht, es erfolgt der „Traubenschluss“. Insbesondere bei Rotweinen werden ab etwa Mitte August in der Traubenzone Blätter entfernt, damit die Trauben eine schöne Farbe ausbilden. Ende August, Anfang September werden die Trauben dann „weich“. Ab diesem Zeitpunkt ist die Witterung in besonderem Ausmaß für die Qualität der Trauben und des späteren Weins entscheidend.

 

September, Oktober:

Je nach Region, Lage, Rebsorte, Witterung und Reifegrad der Trauben startet ab Mitte September die Weinlese. Die Trauben werden dabei sortenrein geerntet und zur Weiterverarbeitung in das Presshaus gebracht. Wichtig ist, nur vollreife und gesunde Trauben weiterzuverarbeiten. In den meisten Fällen erfolgt die Ernte nach wie vor händisch, da in diesem Fall gleich direkt bei der Lese beschädigte oder unreife Trauben aussortiert werden können.

 

Die Ernte von Trauben für die Herstellung von Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Ausbruch und Eiswein ist abhängig vom Frosteintritt am Rebstock und startet erst im November oder Dezember.

 

Quelle: 

  • Wilhelm Gutmayer, Hans Stickler, Heinz Lenger: Service. Die Getränke. Linz, Trauner Verlag 2008
  • Interview mit Leo Gattinger