Merkliste [0] sprachwahl
bisher keine Einträge
 / 
Winter
Österreich
ajax-loader

Bitte warten
Infos

Der Weg durch die bäuerlichen Streuobstgärten

Im Spätsommer macht den Gästen der Weg durch die bäuerlichen Streuobstgärten besonders viel Spaß. Alte Landsorten an Äpfeln, Birnen, Zwetschken, Kirschen, Nüssen und Beeren werden seit Jahrhunderten kultiviert und sind von einer langen Tradition geprägt. Die Gäste lieben es, durch die Gärten zu schlendern und in einen saftigen Apfel – direkt vom Baum gepflückt – zu beißen. Denn das Fruchtfleisch mit dem reifen Aroma haben nur Früchte, die am Baum vollendet gereift sind – direkt in den Gärten der Bauern.


Äpfel, Kirschen, Zwetschken u.v.m. – so vielfältig ist der Obstgarten am Bauernhof

"Gravensteiner", "Kronprinz Rudolf", "Maschanzker", "Schafnase", "Ilzer Weinler" – alles Apfel-Sorten, die man beim Bauern Gustav im Obstgarten findet. So geht er mit uns immer tiefer in den vielfältigen Garten. „Das ist meine Herzkirsche“, erklärt er uns besonders stolz und meint damit den Kirschbaum, der neben einem prächtigen Nussbaum steht. Er erklärt uns, dass in milderen Lagen auch Pfirsich- und Marillenbäume in den Obstgärten gedeihen. Unglaublich – wir sind wohl im Paradies gelandet. Als wir weitergehen, ruft uns der Bauer noch nach: „Ganz hinten findet ihr noch meine Spenling (eine alte Zwetschkenart). Die müssts auch kosten! Der letzte Baum trägt Mostbirnen. Die schmecken sehr bitter.“ Als wir nach einer reifen Zwetschke in eine Mostbirne beißen, zieht es uns den Mund zusammen und wir müssen ein wenig schmunzeln. Da hat der Gustav wirklich Recht gehabt.


Wie machen die Bauern eigentlich den kostbaren Saft?

Im Herbst schütteln die Bauern die Äpfel von den Bäumen. Dafür werden oft Planen untergelegt. Die ganze Familie geht dann das reife Obst einsammeln. Je nachdem, wofür die Früchte gebraucht werden, kommen sie in Obststeigen, in Säcke oder direkt auf den Anhänger. Die Früchte bestehen zu 10 % aus Säuren, ätherischen Ölen, Zucker, Ballaststoffen usw. und zu 90 % aus Wasser. Teilweise werden sie zu Marmelade, Fruchtaufstrich oder Kompott eingekocht. „Die meisten Äpfel pressen wir aber. Aus Flaschen werden sie dann als Apfelsaft getrunken und in Fässern reift der alkoholhältige Most“, erzählt uns der Gustav bei einer Jause im Garten, für die er auch einen großen Krug kühlen Most aus dem Keller holt.

Beim Jausnen erklärt er uns, dass sich der Hefepilz von Zucker ernährt und dass Hefepilze den Fruchtzucker des Apfels in Alkohol umwandeln, wobei Kohlendioxyd ausgeschieden wird. Darum lässt er im Herbst auch keine Gäste in seinen Gärkeller. "Wenn im Keller der Obstsaft gärt, lass’ ich keine Gäste rein, weil das Einatmen dieses Gases lebensbedrohlich ist. Wenn i selbst in den Keller runter geh, dann hab i immer a brennende Kerze mit. Erlischt sie, dann heißt’s nichts wie raus dem Keller, dann ist zu diesem Zeitpunkt zu viel Kohlenmonoxyd im Raum."


Die Lagerung bestimmt wie die Äpfel erhalten bleiben

"Die Äpfel, die ich für die Familie und unsere Gäste brauche, lagere ich im Keller", erzählt uns der Gustav weiter. Als wir fragen, ob sie dabei nicht faulig werden, erklärt er uns, dass es bei der Lagerung auf den richtigen Keller ankommt. "Wichtig ist, dass der Raum kühl und feucht ist und dass es schön dunkel ist", so der Gustav. „Die Äpfel beginnen dann zu altern und Inhaltsstoffe abzubauen, wenn sie nicht richtig gelagert werden, unterschiedliche Sorten müssen aber auch unterschiedlich gelagert werden“, erklärt er weiter. Im Keller vom Gustav gibt es das ganze Jahr über saftige Äpfel vom eigenen Hof … und noch viel mehr, was sich zum Kosten  gelohnt hätte.


Kompott, Ringerl, Mus und Marmelade – herrlich, was die Bäuerin alles aus den Äpfeln macht

Am Bauernhof werden Äpfel auch gerne in Form von Apfelmus oder Kompott gegessen. Für die Kleinen trocknet die Bäuerin die Apfelringe. "Das ist statt die Gummibärli aus dem Supermarkt", lacht die  Bäuerin. Zwar reduziert sich der Vitamingehalt im Apfel durch die Zubereitung ein wenig, jedoch bleiben Mineral-, Ballaststoffe und Energiewert durch das Trocknen erhalten – die Kinder lieben die süßen Ringerl. Die Bäuerin schneidet auch gerne Apfelspalten für die Kleinen – im Winter tut sie noch etwas Zimt und manchmal auch Zucker drauf, wenn der Apfel sehr sauer ist. Das Braunwerden der Schnittfläche verhindert sie, indem sie diese mit ein wenig Zitronensaft beträufelt.


Tipp der Bäuerin: Wie Fruchtfliegen gar nicht erst in der Kuchl einziehen ...

Fruchtfliegen lassen so manchen verzweifeln. Es scheint oft so, als hätten die Tierchen die ganze Küche in Beschlag genommen. Fruchtfliegen wieder aus der Küche zu verbannen ist schwierig, daher hat die Bäuerin Tipps für zu Hause, damit sie es sich gar nicht erst gemütlich machen:

  • Obst erst kurz vor dem Verzehr waschen
    Obst, das sofort nach der Ernte oder dem Einkauf gewaschen wird, verdirbt schneller und begünstigt somit die Ansiedlung von Fruchtfliegen.

  • Obst im Kühlschrank lagern
    Auch wenn eine reichhaltige Obstschüssel wunderschön aussieht, ist es besonders in den warmen Monaten zu empfehlen, Früchte abgedeckt im Kühlschrank zu lagern. So stehen keine Leckereien für die kleinen Tierchen in der Küche bereit.

  • Obst ohne Druckstellen kaufen
    Schon beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass zu Obst ohne Druckstellen gegriffen wird. Schon kleinste braune Fleckchen sind ein künftiges Paradies für Fruchtfliegen.

  • Keine Obstsäfte in der Küche stehen lassen und Obstmüll sofort entsorgen
    Säfte sollten wie Obst im Kühlschrank gelagert werden. Biomüll am besten entsorgen, da er einen wahren Fliegen-Magnet darstellt.

  • Benutztes Geschirr sofort spülen
    Auch auf benutztem Geschirr finden Obstfliegen Leckereien. Daher gar nicht erst stehen lassen und besser gleich spülen.