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Was ist Most eigentlich genau und wie entsteht er?

Most ist ein Fruchtsaft, der beim Keltern, dem Pressen von Obst, entsteht. Trauben, Äpfel und Birnen sind bei uns übliche Obstsorten zur Most-Herstellung. „Verwendet man anderes Obst, sagen wir Obstwein dazu“, erzählt die Bäuerin Marianne. Der Most wird auch „junger Wein“ genannt, da er eigentlich eine Vorstufe von Wein ist. „Wenn der Saft noch unvergoren ist und somit alkoholfrei, nennen wir ihn Süßmost“, so die Marianne.

Die Mostbäuerin erzählt uns, wie sie den Most auf ihrem Hof herstellt: „Im Herbst schütteln wir die reifen Früchte von den Bäumen. Wenn wir alle aufgelesen haben, waschen wir sie. Dann werden die Früchte zerkleinert und gepresst. Die anschließende Gärung dauert a paar Wochen. Damit der Most nicht an Säure verliert, wird er vom Heferest getrennt.“ „Kostets mal“, fordert uns die Mostbäuerin auf und gibt jedem einen Krug in die Hand. Als wir kosten, schmecken wir die süße Frucht.



Der Most und seine lange Geschichte

Die Marianne, die auf ihrem Hof den Most selbst herstellt, weiß einfach alles über das Getränk. So erzählt sie uns, dass der Most schon seit jeher die Menschen begleitet. Denn schon um 200 n. Chr. gab es erste Versuche im Obstanbau. Doch durch den Beginn der Völkerwanderung war der Obstbau wieder Nebensache für die Menschen. „Im frühen Mittelalter hat man in den Klöstern wieder mit dem Anbauen von Obst angefangen. Außerdem hat’s zu der Zeit ein Gesetz gegeben, das frisch Verheiratete dazu verpflichtete, 2 Bäume zu pflanzen – so entstanden langsam aber sicher die Streuobstwiesen. Interessant ist, dass die Leut da den Most schon gemacht haben aber er hat den wenigsten geschmeckt, weil er so herb war“, sagt die Bäuerin lachend. „Im 19. Jahrhundert kamen dann edlere Apfelsorten dazu – da erlebte der Most seinen Höhenflug“, erzählt die Marianne.

In den 20er und 30er Jahren herrschte eine Periode der Arbeitslosigkeit. Da Most sehr billig war, sagten die Leute: „Trink ma a Seidl Most, das net vü kost“. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es stiller um das Getränk – hier galt er als altmodisch. Fast wäre er in Vergessenheit geraten, bis die Bauern das Getränk mit noch schmackhafterem Obst wieder unter die Leute brachten. Heute gibt es sogar einen Wettbewerb der Mostbauern, wer den besten Most hat. Zum Glück! Denn so schützen die Bauern auch gleichzeitig den ursprünglichen Streuobstbestand.



Das wissen nur die Bauern über Most

„So vü Tröpfi, so vü Öpfi“, sagt die Marianne, als wir sie nach den bäuerlichen Most-Geheimnissen fragen.
„Am besten sind viele Sonnentage für die Äpfel. Natürlich muss es dazwischen auch einmal regnen.
Wenn der Winter mild und schneereich ist, kommen die Bäume meist ohne Frostschäden davon.

Nicht nur das Wetter sorgt für gute Erträge. Es ist auch der fruchtbare Schlierboden, der dazu beiträgt“, verrät die Mostbäuerin. Auf Schädlingsbekämpfung und Düngung verzichten die Bauern. Das geht einfach, wenn man alte robuste Obstsorten kultiviert.



Bauer Andreas - "Produzent des Jahres 2015"

Most-Bauer Andreas mit seiner Christine

Am Radlerbauernhof Moser in Mitterkirchen hat Bauer Andreas sein Hobby zum Beruf gemacht –
seit 2006 werden Äpfel und Birnen von den hofeigenen Streuobstbeständen zu Säften, Mosten und Edelbränden veredelt. Eines der Steckenpferde von Andreas Moser ist der Most, dessen Herstellung ähnlich anspruchsvoll wie die von Wein ist. Zur Zeit der Obsternte, also von August bis November, haben Gäste die Möglichkeit, an der Verarbeitung von Obst zu Most sowie auch Saft und Wein teilzuhaben.

Bauer Andreas, der ausgebildeter Most- und Edelbrandsommelier ist, führt mit den Gästen gerne eine Most- oder Edelbrandverkostung durch, wobei das eine oder andere edle Tröpfen im Degustationsraum verkostet wird.

MOST-TIPP vom Most- und Edelbrandsommelier Andreas Moser:
Junger, frischer Apfel-Birnen Most mit leicht angenehmen Zucker-Säure Spiel, spritzig im Abgang und anregend im Geschmack. Unser Jungmost passt sehr gut zur Spezialität des Hauses dem "Schmankerlteller" - Karreespeck mit Schafkäse und Gemüsegarnierung.

Mehr Infos zum "Produzent des Jahres"