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Der "Keschtnriggl" - altes bäuerliches Handwerk

Der Bauer Viktor hat schon als Kind dem Großvater zugeschaut, wie er die „Keschtnriggl“ geflochten hat.
Sie dienen dazu, sich beim Schälen der heißen Kastanien die Finger nicht zu verbrennen. Der Keschtnriggl beschreibt ein uraltes Handwerk, das schon fast in Vergessenheit geraten ist.

„Keschtn san koane Maroni“, stellt Viktor gleich fest, als er uns von dem Brauchtum erzählt. „Keschtn san Kastanien, die man essen kann“, spricht der Bauer weiter. Gut, aber was ist denn jetzt ein Riggl? Ganz einfach – es sind korbähnliche Gebilde zum Schälen der süßen Kastanien, wenn sie heiß sind. Es ist schon Jahrzehnte her, dass der Viktor seinen ersten eigenen Keschtnriggl geflochten hat.

So spannt er einen ungefähr 70 cm langen Stecken aus dem Holz der wilden Kastanie in der Hobelbank ein und schneidet ihn zweimal der Länge nach durch. Die Griffenden werden nicht eingeschnitten. „Jetzt sind 4 Rippen entstanden – die bind i mit Draht zusammen. Mit einem Holzstück drück ich’s in der Mitte auseinander. Der Steckn darf keine Äste haben – sonst bricht er auseinander“, so der Bauer. Dann spannt der Viktor nach und nach weitere dreizehn Rippen dazu, die er festnagelt. Schließlich werden noch Längsrippen eingeflochten. In der Mitte wird das Einfüllloch ausgespart

Als es finster wird, holt uns der Bauer zu seiner Feuerstelle und stellt eine Rein mit den Kastanien drauf, damit sie gar werden. Nach einiger Zeit füllt er sie dann in den Keschtnriggl. „Der Korb riggelt sie jetzt“, demonstriert der Viktor während er den Riggl sanft horizontal wiegt. Würde er die Kastanien schütteln, würden sie sofort aus der Öffnung fallen. So aber lösen sich die Schalen von den Früchten und fallen durchs Geflecht. Als wir sie kosten, stellen wir gleich fest, dass das keine gewöhnlichen Maroni sind, wie der Viktor schon sagte. Sie sind viel weicher und süßer – etwas Besonderes eben – so wie das alte, fast vergessene Brauchtum der Bauern.

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