Merkliste [0] sprachwahl
bisher keine Einträge
 / 
Winter
Österreich
ajax-loader

Bitte warten
Infos
Küche und Keller
Produkte
Rezepte
Bäuerliche Tradition
Hausapotheke

Stimmungsvolles Adventkranzbinden am Bauernhof

An diesem Samstagnachmittag Mitte November, haben wir uns nach einem ausgiebigen Spaziergang im Wald mit einer heißen Tasse Tee und einem Buch ins warme Bett gekuschelt. Unten im Hof rumort es plötzlich. Neugierig stehe ich auf und schau aus dem Fenster. Der Bauer Norbert schleift einen riesigen Bund Tannenreisig ins Haus. Jetzt dämmert´s mir. Heute wird in der Stube Adventkranz gebunden. Und wir sind auch dazu eingeladen. Schnell ziehen wir uns an, stapfen die knarrende Holzstiege hinunter und klopfen an die Tür der Bauernstube. Als wir sie aufmachen, steigt uns Kachelofenwärme und frischer Reisiggeruch in die Nase. Stimmungsvolle Adventmusik läuft im Hintergrund.

Da sitzt die Mathilde, die Bäuerin mit ihren beiden Töchtern und ihrer Mutter auf Schemeln im Kreis. Am Boden liegt das Tannenreisig. Scheren, Kerzen, Draht und goldlackierte Walnüsse liegen am Tisch. "Griaß eich, Ihr kommt genau richtig", werden wir herzlich begrüßt. "Da setzt´s euch dazu, nehmt´s a Schere und schneidet kleine Äste von den großen. Ihr könnt euch einen Adventkranz für euer Daheim in der Stadt binden. Dann habt´s die ganze Adventzeit eine Erinnerung", fordert uns die Oma auf. Wir setzen uns, fragen aber, wie wir das jemals hinbekommen sollen. Die Bäuerin lacht: "Wir helfen euch schon und damit´s a bissl leichter geht, trinkt einen Glühmost und esst ein paar selbst gemachte Lebkuchen dazu."

So wird der Adventkranz gebunden

Die Mathilde stellt uns verschiedenfarbige Kerzen auf den Tisch. "Ihr könnt euch die Farben aussuchen, die ihr wollt. Wir nehmen, wie´s die Tradition ist, immer drei violette und eine rosa Kerze. In der Kirche wird die Zeit des Übergangs und der Umkehr mit der Farbe violett gezeigt. Die rosa Kerze wird traditionell am dritten Adventsonntag angezündet, sie soll die Vorfreude symbolisieren", erklärt uns die Bäuerin.

Die Strohringe als Grundlage sind schon vorbereitet. "Macht einfach direkt mit", sagt die Bäuerin fröhlich. „Immer ein paar Reisigbüscherl zusammenlegen und mit Draht fest an den Strohring wickeln." Als wir ihr die Handgriffe nachmachen, merken wir, wie es uns nach einer gewissen Zeit immer leichter fällt, das Tannenreisig zu einem Kranz zu binden. Nachdem uns die Mathilde gezeigt hat, wie man die Kerzen am besten befestigt und Nüsse und Schleife angebracht wurden, bewundern wir unser Werk stolz. Ein bissl zerrupft aber wunderschön ist er geworden, unser Adventkranz. Noch Stunden nach dem Aufräumen duftet es im ganzen Haus nach Reisig.

Der Adventkranz und seine Geschichte

Der Theologe Johann Hinrich Wichern nahm sich armer Kinder an, die er in seinem Bauernhaus großzog. Während der Adventzeit fragten die Kinder immer wieder, wann denn endlich Weihnachten sei. Also baute er 1839 einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und 4 großen weißen Kerzen. Täglich wurde eine kleine, sonntags eine der großen Kerzen entzündet. Der Adventkranz war geboren. Danach erlebte er zahlreiche Änderungen.

Die ursprüngliche Symbolik ist der Ausdruck der steigenden Erwartung der Geburt Jesu. „Die Kreisform erinnert an die Auferstehung Christi und veranschaulicht das Jahresrad, das sich zur Wintersonnwende nun bald vollenden wird. Die grünen Zweige sind ein Symbol für die Hoffnung“, so die Bäuerin Mathilde. Besonders gläubige Haushalte stellen eine goldene Kerze in die Mitte des Kranzes. Sie soll die Wiedergeburt veranschaulichen.


Erleben Sie echtes, bäuerliches Brauchtum hautnah von seiner allerschönsten Seite – bei einem Urlaub am Bauernhof:

         

         

Freie Unterkünfte suchen und buchen