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Der sanfte Duft der Raunächt’

Der Geruch von Weihrauch, Fichtennadeln, Harz und getrockneten Kräutern, getragen von Rauch, trübt in den Raunächten die Sicht in der warmen Bauernstube ein wenig. Wenn die Bauersleute mit einem rauchenden, herb duftenden Eisenpfandl über den Hof gehen, jagen sie böse Geister aus Haus und Stall. Dabei wird andächtig ein „Vaterunser“ gesprochen.

Der Bauer Martin aus dem Pinzgau pflegt ihn noch, den alten Brauch des „Rachn-Gehns“ und erklärt, wie die Tradition gelebt und gepflegt wird:

"Das muss ins Räucherpfandl":
Ins Räucherpfandl kommt alles, was g’sund ist und ein herrliches Aroma verbreitet:
Verschiedene getrocknete Kräuter wie Mädesüß, Salbei, Engelwurzel, Minze, Lavendel u.v.m.
Außerdem Weihrauch, Zapfen, Nadeln, Harze, Wurzeln und Flechten

Der TIPP des Bauern:
Wer keine Holzofen-Glut hat, kann auch Räucherkohle verwenden. Sie sollte nicht zu heiß sein, sonst verbrennen die Kräuter.

Diese Schichten geb’ ich in ein ausreichend hohes Räucherpfandl von unten nach oben:

  • eine Schicht Sand als Brandschutz
  • ein paar Brösel glosende Räucherkohle
  • das Harz und den Weihrauch
  • danach die Kräuter, Flechten, Nadeln, Zapfen usw.


Woher kommt denn nun das Räuchern eigentlich?

"Da ist man sich nicht ganz einig. Die einen sagen, s’Räuchern geht auf das mittelhochdeutsche Wort rûch für haarig zurück und bezieht sich auf raue Teufel, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben. Die anderen behaupten, es kommt von den Kelten, die das Räuchern als reinigenden Akt sahen", so der Martin. In jedem Fall ist beides irgendwie wahr. "Wir im Pinzgau gehen Räuchern, um die bösen Geister aus Hof und Stall zu jagen", spricht der Martin weiter. Dazu gibt es 3 ausschlaggebende Raunächte, an denen der Bauer mit der Familie "rachn" geht:

24. Dezember
31. Dezember
5. Jänner


Wer den weihnachtlichen Duft gerne während der gesamten Weihnachtszeit hat, kann auch ein Räuchersieb über einem Teelicht verwenden – bitte immer unter Aufsicht verwenden.


Erleben Sie echtes, bäuerliches Brauchtum hautnah von seiner allerschönsten Seite – bei einem Urlaub am Bauernhof:

         

         

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