Merkliste [0] sprachwahl
bisher keine Einträge
 / 
Winter
Österreich
ajax-loader

Bitte warten
Infos
Küche und Keller
Produkte
Rezepte
Bäuerliche Tradition
Hausapotheke

Das Aperschnalzen – alpenländisches Brauchtum

Aperschnalzen

Wenn die Bauern sagen, dass es bald "aper" wird, meinen sie, dass die Wiese bald vom Schnee frei wird. Hier leitet sich auch das Brauchtum des Aperschnalzens ab, bei dem der Winter vertrieben werden soll.

Wer zwischen dem Stefanitag, dem 26. Dezember und dem Faschingsdienstag, heuer der 9. Februar in Salzburg oder besonders im Salzburger Flachgau lautes Knallen hört, ist wahrscheinlich Zeuge des „Aperschnalzens“ geworden. Bereits aus dem Jahr 1796 gibt es Überlieferungen dieses Brauches. Hier ist von Hirten im Lungau die Rede, die den ganzen Sommer bis zum Almabtrieb schnalzten.

Der Bauer Friedl ist Mitglied einer Passe (Gruppe), die aus 13 Teilnehmern besteht und erzählt vom traditionellen Lärmbrauchtum, wie es in der Volkskunde genannt wird. "Unsere Peitschen flechten wir aus dünnen, gedrehten Hanfseilen. Mit den vier Meter langen Goaßln (Peitschen) schnalzen wir im Takt. Der Knall wird dabei durch den Boschn verstärkt, das ist das untere Ende der Peitsche", so der Bauer. Die Peitsche knallt in dem Moment, in dem sie beim Schwingen ihre Richtung ändert. Friedl ist der "Aufdraher“" der Passe, das heißt er gibt den Auftakt. "Aufdraht – oans – zwo – drei – dahin geht’s – das schrei’ ich, bevor alle anderen Schnalzer anfangen!" so Friedl.

"Der kräftigste unter uns hat die längste Goaßl und gibt eine Art Bass an. Anstrengend ist so ein "Pasch" (ein Auftritt) schon. Wir müssen immer schauen, dass wir im Takt bleiben und natürlich, dass wir uns nicht weh tun", erzählt der Bauer. Hier der Leitspruch der Passen:

"Aperschnalzen, Grasausläuten,
hört’s ös net von aller Seit’n
Winter, du saudummer Narr,
wirst denn heuer nimmer gar."

Die Teilnehmer tragen eine Kniebundlederhose, eine Trachtenweste (den Rock) mit einem weißen Hemd darunter und Haferlschuhe.

Die Salzburger Schnalzer wurden bereits in das Österreichische Verzeichnis der UNESCO als Immaterielles Kulturgut aufgenommen. "Darauf sind wir recht stolz", so der Bauer Friedl.


    Erleben Sie echtes, bäuerliches Brauchtum hautnah von seiner allerschönsten Seite – bei einem Urlaub am Bauernhof:

             

             

    Freie Unterkünfte suchen und buchen