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Zwischen Palmzweigerl, Ratschenklängen und Ostereiern - 3 Bäuerinnen plaudern aus dem Traditionskästchen 


Ganz langsam schmilzt sie, die weiße Schneedecke und dort und da blinzeln die ersten Frühlingsboten hervor. Dann ist sie nicht mehr weit, die bunte Osterzeit, mit all den Sitten und Bräuchen. Am Bauernhof haben diese Traditionen einen besonders hohen Stellenwert.

Um Hintergrundinformationen über diese Bräuche zu erfahren, haben wir mit den Urlaub am Bauernhof Bäuerinnen Silke, Elisabeth und Johanna aus Vorderstoder geplaudert:
 

Palmsonntag am 20. März 2016


40 Tage dauert sie die Fastenzeit, ehe die Karwoche mit der Palmprozession am Sonntag eingeleitet wird. Mit diesem Brauch gedenkt man an Jesu, der laut Überlieferung beim Einzug nach Jerusalem mit Palmwedeln empfangen wurde, erklärt uns Silke. An diesem besonderen Tag putzt sich natürlich der ganze Ort heraus, um die handgemachten „Palmbuschen“ in die Kirche zu tragen und weihen zu lassen. Es gibt sie von groß bis klein, mit unterschiedlichen Dekorationsmöglichkeiten wie bunte Schleifen oder hineingesteckten Äpfeln. Doch eins ist gewiss, meint Elisabeth, die Materialien für das Gebinde sind vielerorts ähnlich. Ob Haselnussstecken, Buchsbaum, Efeu, Lärche, Salweide, Wacholder, Eichenlaub, Palmkätzchen, es ist Ehrensache die Buschen mit eingeweichter Weidenrinde zusammen zu knoten und auf Draht oder Nägel zu verzichten. Früher wurde die Kunst des Palmbuschenbindens von den Vätern an die Söhne weitergegeben, sag Johanna - heute treffen sich vielerorts die Frauen, um die Buschen zu binden und Neuigkeiten auszutauschen. „Ja und das Wetteifern der Kinder, wer den höchsten Buschen hat, ist auch amüsant anzusehen“. Das Tragen ist generell Sache der Kinder und manche können sich dadurch das Taschengeld etwas aufbessern. Die geweihten Zweige werden nach der Prozession an verschiedenen Orten platziert - in der Bauernstube im sogenannten Herrgottswinkel hinter dem Kreuz oder im Stall, um böse Krankheiten abzuwehren.

Ratschen - keine leise Angelegenheit


„Wir ratschen, wir ratschen zum englischen Gruß, damit ein jeder Christ beten muss. Fallet nieder auf eure Knie, betet ein Vaterunser, drei Ave Marie.“ (Ratschenspruch) 
Das ist der übliche Ratschenspruch, den die Kinder in der Bauernstube aufsagen, erklären uns die Bäuerinnen. Welchen Hintergrund dieser alte Brauch hat, sprudelt von den Damen fast gleichzeitig heraus. Nach altem Volksglauben fliegen alle Kirchenglocken am Gründonnerstag nach Rom, um die Trauer über den Tod Jesu auszudrücken. Anstelle des üblichen Glockengeläutes hört man dann am Gründonnerstag bis zum Karsamstag die Klänge der Ratschen. Die Ratschenbuben und -mädchen wandern von Haus zu Haus und erzeugen mit der Umdrehung der Holzfahne knackende Geräusche. Über Süßigkeiten und eine kleine Geldspende freuen sich die fleißigen Ministranten natürlich auch, schmunzelt Silke.
 

Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag


Diese drei Tage sind im religiösen Jahreskreis ganz besondere Tage. Am Karfreitag gedenkt man dem Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz - fastet und verzichtet auf Fleisch. Mit der Ostermette am Karsamstag wird die Auferstehung Christi gefeiert. Unter anderem werden bei diesem Gottesdienst auch viele Speisekörbe, gefüllt mit Brot, Speck, Eier oder Germgebäck, vor den Altar zur Speisensegnung gebracht. Die geweihten Köstlichkeiten genießen wir dann am Ostersonntag beim gemeinsamen Osterfrühstück, kommentiert Silke. Zu Ostern gibt es am Bauernhof ja viele leckere Schmankerl. Wenn die Gäste bei uns über Ostern Urlaub machen, dann können sie natürlich bei der Zubereitung dabei sein und einen Blick in das geheime Rezeptbuch der Bäuerin erhaschen. 

Was Ostern am Bauernhof auf den Tisch kommt


Das Eierfärben am Bauernhof ist immer etwas Besonderes, da hier keine künstlichen Farben verwendet werden, sondern mit natürlichen Lebensmitteln gefärbt wird. So nimmt Bäuerin Johanna zum Färben für die grünen Eier, Spinat oder Brennesseln, für rote Eier einen Rote-Rüben-Saft, für blaue/violette Eier getrocknete Heidelbeeren oder Holunderbeeren oder für braune Eier Kaffee oder Zwiebelschalen. Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt. Der exklusive Ostereier-Tipp: um den Eiern Glanz zu verschaffen, empfiehlt Johanna diese mit Speck einzureiben. Anschließend geht´s dann an das fröhliche Eierpecken, wo sich zwei Kontrahenten Auge in Auge gegenübersitzen und versuchen die Eierschale des Gegners zu zerstören. Da bleibt´s spannend wer das stärkste Ei hat, schmunzelt Silke. Schmecken tun die Eier von den freilaufenden Hühnern allemal.

Rezepte und Bastelanleitungen für Ostern:

   

   

   

      

Ostereier färben
auf natürliche Weise


zur Anleitung

  Österliches Gebild- und 
  Brauchtumsgebäck


  zum Rezept

  Oster-Tischdeko -
  Eierschale mit Kresse


  zur Bastelanleitung

So sieht sie aus die Osterzeit am Bauernhof. Lebendig, traditionell und genussvoll zugleich.
Die Bäuerinnen Elisabeth, Johanna und Silke freuen sich auf diese besondere Zeit im bäuerlichen Jahreskreislauf. 

Frohe Ostern wünschen
Elisabeth, Johanna und Silke


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