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Winter
Oberösterreich
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Der aromatische, mystische Holunderbusch ...

Dass der Holunderbusch einen sehr intensiven Geruch hat und wie er aussieht, wissen vielleicht die einen, aber welche Mythen sich um das Gewächs ranken, ist nur wenigen bekannt. Schon Oma hat es in ihren Geschichten erzählt, „vor der Hollerstaud´n ziag i mein Huat und noag mi bis zur Mitt.“ Was so viel bedeutet wie, vor dem Holunderbusch ziehe ich meinen Hut und verneige mich vor ihm. Der Holunderstrauch ist seit jeher ein glücksbringendes Gewächs, das die Nähe des Menschen sucht und sich auch oft in der Nähe von Höfen oder am Wiesen- oder Waldrand findet.

Oma Klinser vom Rotbuchnerhof erzählt uns, dass der Holler, wie er im ländlichen Gebiet genannt wird, wohlgesinnte Hausgeister beherbergt und dadurch so beliebt in vielen Gärten ist. „Ja, ja“ meint sie, der Strauch beschützt Tiere, Haus und Hof und auch die Menschen, die darin wohnen. Auch dunkle Mächte, Feuer, Blitzschlag, schwarze Magie soll er laut Überlieferung abwehren und Wohlstand und reiche Ernte bringen. Aus dem Hollerbusch-Holz wurden früher die Riegel für Stalltüren geschnitzt und die jungen Frauen nutzten die Pflanze auch ab und an als Liebesorakel.

Aber nicht nur mystische Erzählungen gibt es über den Holler. Er zeichnet sich auch durch viele gesundheitliche Wirkungen aus, erklärt uns Bäuerin Maria, die gerne mit ihrer Schwiegermutter über die natürliche Hausapotheke plaudert.

 

Eine wahre medizinische Schatzgrube dieser Holler

  • Holler sagt der Grippe zum Beispiel den Kampf an und ist ein natürliches Aspirin. Er enthält Salicylsäure und wirkt dadurch schweißtreiben, fiebersenkend und gilt als Heilmittel bei Erkältungskrankheiten. Die Blüten können als Fliedertee auch hustenlindern sein und rheumatische Beschwerden erleichtern.
  • Bäuerin Maria verrät uns, dass sie die Hollerblätter auch zur Wundheilung nutzt. Sie legt einfach die Glanzseite des Blattes auf offene Stellen oder Wehwehchen und wechselt den Verband ein bis zweimal täglich. Die Wunde kann zwar etwas nässen, was jedoch ein gutes Zeichen für den beginnenden Selbstheilungsprozess ist, erzählt sie.
  • Ein Stück Holler-Rinde lindert auch den Juckreiz bei Insektenstichen.


Und Oma Klinser, mit stolzen 83 Jahren, schwört auf den Hollerlikör und genießt jeden Tag ein Stamperl des Gesundheitselixieres.

 

Eigenschaften und Ernte des Hollers


So ein Schwarzer Holunderstrauch kann schon bis zu 7 Meter hoch werden, erzählt uns Bäuerin Maria. Besonders freut sie sich, wenn sie im Juni und Juli damit beginnen kann die schneeweißen, duftenden Blüten einzusammeln. Anfang August und September sind dann die tiefschwarzen Beeren an der Reihe, um weiterverarbeitet zu werden. Maria macht uns auch aufmerksam, dass die Beeren nicht roh verzehrt werden sollten, da diese leichte Giftstoffe enthalten und zu Durchfall führen können. Erst beim Abkochen lösen sich die Toxine auf.

Und dann huscht Maria in die Küche. Der aromatische Duft des Hollers verbreitet sich sogleich im gesamten Haus und riecht einfach wunderbar.

 

Holler-Rezepte als wahre Gaumenfreude


Bäuerin Maria hat einige Holler- Tipps auf Lager und teilt sie gerne mit ihren Gästen. Verwenden kann man die Blüten z.B. für eine spritzige Kräuterlimonade, einen süßen Sirup, einen bekömmlichen Essig, für einen aromatischen Zucker oder getrocknete Tees sowie Mehlspeisen. Die reifen Beeren lassen sich gut zu Marmelade, Saft, Likör oder Trockenobst weiterverarbeiten.

Rezepte als PDF-Datei herunterladen

 

Marias Holler-Lieblingsrezepte zum Nachkochen:

 

Gebackene Hollerblüten

Zutaten Backteig:

  • 15 dag Mehl
  • 1 dag Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 dag Öl
  • 1/8 l Milch
  • 2 Eier

8 Holunderblüten, Backfett, Zucker und Zimt zum Bestreuen

Zubereitung:
Mehl, Zucker, Salz, Öl, Eier und Milch zu einem nicht zu dick gehaltenen Teig verrühren. Die Blütendolden des Holunders (sie sollten nicht abgeblüht sein) am Stielende halten, in den Backteig tauchen und in heißem Fett backen, abtropfen lassen und mit Zimtzucker bestreuen.

Tipp der Bäuerin:
Wer aber so wie Maria die Stängel nicht im Essen mag, der verändere das Rezept wie folgt – original üblich am Rotbuchnerhof:

 

„Bio-Hollerkrapfö“

Zutaten:

  • 1 EL Bio-Sonnenblumenöl
  • Dotter von 4 Bio-Eiern
  • ca ¼ l Bio-Milch
  • 4 Bio-Eiklar
  • Prise Steinsalz
  • 30 dag Bio-Dinkelmehl
  • abgezupfte Hollerblüten von ca. 16 bis 20 Blütendolden
  • Butterschmalz

 

Zubereitung:
Öl, Dotter und Milch schaumig rühren. Aus den Eiklar Schnee schlagen und mit Salz ausschlagen. Den Schnee gemeinsam mit dem Mehl und den abgezupften Hollerblüten unter die Eischaum heben.

Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und mit dem Schöpflöffel kleine Häufchen von der Hollermasse in das heiße Fett setzen und von beiden Seiten goldbraun backen.

Die erste Hälfte der Krapfl wird als Hauptspeise mit grünem Salat (am besten frisch vom eigenen Garten) serviert, die zweite Hälfte wird noch heiß in Zimt-Zucker gewälzt und als Nachspeise gegessen. Das mögen die Kinder am liebsten!

Tipp der Bäuerin:
Hollerblüten verfeinern und verschönern auch Erdbeermarmelade. Man gibt die Blüten vor dem Abfüllen einfach ins Glas dazu.

Gutes Gelingen wünscht Urlaub am Bauernhof Bäuerin Maria Klinser!

Holler-Leckereien vom FUCHSHOF

Auch am Fuchshof bei Familie Leonhartsberger in Waldhausen im Mühlviertel werden gerne und oft Köstlichkeiten aus Holler zubereitet. 

Bäuerin Anni gewährt uns einen Einblick in ihre Holler-Rezeptsammlung:

Gutes Gelingen wünscht Urlaub am Bauernhof Bäuerin Anni Leonhartsberger!

Informationen zu den beiden Urlaubsbauernhöfen - Rotbuchnerhof und Fuchshof - gibt's hier: