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Winter
Oberösterreich
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Die Karotte unter der Lupe

Das Almtal, ein schönes Platzerl im Salzkammergut, das sich durch Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und Herzlichkeit auszeichnet. Saftig grüne Wiesen mit farbenprächtigen Pflanzenbeständen umschmeicheln das Auge, die klare, frische Luft durchströmt die Lunge, das Rauschen der Blätter und Summen der Bienen klingt wie Musik in den Ohren und die erhabenen Bergzüge scheinen zum Greifen nahe zu sein.

All diese Eindrücke erfährt man, sobald man am Bauernhof „Peter in der Edt“ von Familie Gillesberger in St. Konrad angekommen ist. Ankommen und Aufleben, ist hier definitiv die richtige Formulierung. Gepflegt und mit liebevollen Holzelementen bestückt, steht der Bio-Bauernhof auf einer Anhöhe, umringt von einem bezaubernden Hofgarten, indem viele schmackhafte Obst- und Gemüsearten gedeihen. Einen faszinierenden Blick in das Tote Gebirge, auf den Kasberg und den Traunstein gibt es als Draufgabe dazu. Die strahlende Gastgeberin Heidi versprüht eine Freundlichkeit, die ihresgleichen nur sucht. Hier scheinen die Uhren ein bisschen langsamer zu laufen und die Ruhe der Umgebung hat einen im Nu ergriffen.

 

Bäuerin Heidi besitzt einen grünen Daumen und hegt und pflegt ihr blühendes Reich mit viel Liebe und Sorgfalt. Ihr Garten-Wissen gibt sie ohne zu zögern an ihre Gäste weiter und lässt sich auch gerne beim „Gartln“ über die Schulter schauen. Sie besitzt insgesamt 6 Hochbeete in der Größe von 2,5 m x 1 m und einen großen Hausgarten im Ausmaß von 12 m x 3,5 m.

Eine Gemüseart liegt Heidi ganz besonders am Herzen – die KAROTTE. Auch die Gäste sind verrückt nach der Möhre, wie die deutschen Gäste sie liebevoll nennen und genießen es, sie direkt vom Beet zu ernten. Welche Tipps und Tricks beim Anbau bis hin zur Ernte berücksichtigt werden sollten, welche Verarbeitungsmöglichkeiten es gibt und welche ernährungsphysiologischen Merkmale die Karotte hat, verrät uns Heidi in den kommenden Beiträgen.

 

Begleiten Sie Bäuerin Heidi auf dem Weg zur schmackhaften Karotte!


Anleitung als PDF-Datei zum Herunterladen

Teil 1: Saatbeetvorbereitung, Anbau und Düngung


Welche Arbeitsgeräte und -utensilien benötigt Heidi:

  • Gartenhacke (Dialekt: "Stielheidl")
  • Gartengrubber
  • Arbeitshandschuhe

 

Den Boden vorbereiten


Alles beginnt damit, dass Bäuerin Heidi das Saatbeet vorbereitet, indem sie die Erde mit einer Gartenhacke etwas lockert und „überheidlt“ wie es im Dialekt heißt. Anschließend gibt sie 5 cm des 3 Jahre alten Kälbermistes, den sie zwischenzeitlich am Waldrand gelagert hat, auf das zu bestellende Feld. Mit Hilfe eines Gartengrubbers mischt Heidi die alte Erde mit der organischen Masse und schafft damit ideale Lebensbedingungen für Kleinstlebewesen wie Bakterien, Pilze aber auch Regenwürmer.
Alles zusammen ergibt das fertige Saatbeet mit einer hervorragenden, feinen Krümelstruktur, das nun für den Anbau bereit steht.
Die Hochbeete hingegen füllt Heidi nur mit humusreichen Kompost in der Höhe von mindestens 10 cm auf.

Mondphasen beachten


Heidi schwört darauf, sich beim Einsetzen der Pflanzen oder Säen der Samen an den Mondphasen und am Mondkalender zu orientieren. Es ist ganz einfach sagt sie: „Alles unter der Erde bei abnehmenden Mond setzen und alles über der Erde bei zunehmenden Mond“. Der Einfluss des Mondes und die Achtsamkeit der Gärtnerin zeigt sich dann bei der ertragreichen Ernte. Daher gibt Bäuerin Heidi den Karottensamen bei abnehmendem Mond und an Wurzeltagen ins Hochbeet oder ins vorbereitete Saatbeet.

Samenkauf


Beim Samenkauf ist es Heidi wichtig, zu keinem Hybridsaatgut zu greifen, da dieser aus verschiedenen Kreuzungsprodukten besteht. Auch die Samenbänder verwendet sie nicht.
Je nach Anbauzeit, Mai bis Juni, nimmt sie entweder Früh- oder Mittelfrühsorten. Die Angaben und Kennzeichnungen sind auf der Samentüte bestens beschrieben.

Anleitung zum Säen


Und dann geht´s ans Säen der Karottensamen. Heidi zerbröckelt noch schnell die größten Erdklumpen, bevor sie mit einem Finger eine Furche über das Beet zieht. Die Karotte mag es eher seicht – den Samen daher nur in eine Tiefe von 2 cm ablegen. Ist der Samen zu tief eingebettet, dauert die Keimung länger und ein schlechtes Wachstum ist die Folge. Der Boden sollte auch auf keinen Fall gefroren oder extrem nass sein. Aus diesem Grund ist es ratsam im normalen Hausgarten die Pflanzen eher später zu setzen, um Spätfröste ausschließen zu können. Hat man die Samenkörner abgelegt, wird die Furche mit Erde geschlossen und leicht angedrückt. Fertig!

 

Düngung und Pflege


Heidis ganz persönlicher Tipp bei der Düngung ist der Hühnermist. Sie mischt ihn bereits bei der Saatbeetbereitung dazu und gibt etwas verdünnte Hühnergülle auch während der Keimphase darüber. Durch dieses natürliche Düngemittel erhält man wunderschöne Pflanzenbestände sagt Heidi, da dem Boden genügend Stickstoff zugeführt wird und die Pflanzen das in Form von Nitrat aufnehmen können.

Auch das Mulchen ist für sie seit einigen Jahren die Geheimwaffe beim „Gartln“. Heidi nimmt den Rasenschnitt und gibt ihn über die Gemüsebeete. Durch den dick gestreuten Rasenschnitt ist eine konstante Feuchte gewährleistet. Die Erde bleibt locker und es muss nicht sooft gegossen werden. Wenn Heidi alle 10-12 Tage gießt, ist es ausreichend. Durch all diese organischen Düngungsmittel muss sie auch nicht penibel auf die Fruchtfolgen achten. Der Boden ist mit allen wertvollen Nährstoffen versorgt und Heidi kann auch ohne Bedenken nach 1- 2 Jahren wieder dasselbe Gemüse im gleichen Beet anbauen.

 

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie es mit der Karotte weitergeht, findet in Teil 2 Informationen dazu!

 Teil 2: Wachstum, Pflege und Gesundheitsaspekte >>