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Der Holler - in voller Blüte!


Derzeit blüht der Holler in Oberösterreich in seiner vollen Pracht und versprüht dabei seinen herrlichen Duft. Das macht Lust auf mehr! Auf dem Bauernhof gibt es jedes Jahr frische, selbstgemachte Holunderprodukte für die Gesundheit sowie viele köstliche Holler-Leckereien. Die Bäuerinnen freuen sich besonders, wenn sie im Juni die schneeweißen Holunderblüten sammeln können, um anschließend ihre altbewährten Rezepte von Neuem aufleben zu lassen.
 

Holler-Rezepte als wahre Gaumenfreuden


Die Bäuerinnen wissen einiges über den Holler, was sie auch gerne mit den Gästen teilen. Sie verwenden die Blüten zum Beispiel zur Herstellung von erfrischendem Eistee, bekömmlichem Essig, getrockneten Tees sowie himmlischen Mehlspeisen.

Durch einen Klick auf die Bilder, können Sie die einzelnen Rezepte als PDFs downloaden:

Gebackene Hollerblüten

 

Ein Rezept für alle, die von knusprig-süßen Mehlspeisen nicht genug bekommen können!

 

Minze-Holunder-Eistee

 

Der erfrischende Eistee ist ein schmack-hafter Durstlöscher für heiße Sommertage!

Bio-Hollerkrapfö

 

Süß oder sauer - schmeckt hervorragend mit knackigem Salat oder in Zimt-Zucker gewälzt!

 

Hollerblütenessig

 

Wer den Geschmack des Holunders liebt, wird vom fruchtigen Essig begeistert sein!

 

Juchhe, wir trinken einen Holler-Tee!

 

Infos als PDF-Datei zum Herunterladen

Bei sommerlichen Temperaturen von über 25 bis 30 Grad steht einem nicht unbedingt der Sinn nach einer heißen Tasse Tee – ein kühles, prickelndes Getränk würde es hier schon eher treffen. Aber der nächste Winter kommt bestimmt und die fleißige Bäuerin Maria Klinser vom Ferienhof Rotbuchner in Vorderstoder macht sich schon vorab an die Arbeit, um Kräuter, Blüten und Blätter für ihre kraftvollen Teemischungen zu sammeln.

Ein ganz besonderer Busch hat es ihr angetan – der Hollerbusch oder Holunderstrauch, wie er auch genannt wird. Im Juni ist die Blütezeit dieses uralten Gewächses und zugleich die Ernte der schneeweißen, duftenden „Hollerbüscherl“. Es gibt viele Varianten wie sich die duftenden Blüten verarbeiten lassen. Ob als spritzige Kräuterlimonade, als süßer Sirup, als bekömmlicher Essig oder eben in getrockneter Form als Teespezialität.

Wie der Holler richtig geerntet wird und mit welchen Hilfsmitteln die Trocknung durchgeführt wird, verrät uns Bäuerin Maria in den kommenden Zeilen. Auch so mancher Geheimtipp für eine richtige Teemischung ist dabei. Seien Sie gespannt!

 

Holler pflücken


Zum Trocknen knickt Maria die frischen, blühenden Hollerdolden vom Strauch. Maria empfiehlt die Dolden am besten an einem sonnigen Tag zwischen 11 und 15 Uhr zu sammeln. Auch auf den zunehmenden oder aufgehenden Mond achtet sie, da hier die Wirkung des Hollers am Besten ist.

Trocknungsvorgang und Hilfsmittel


Die Blüten werden möglichst rasch und schonend auf dem Gitter des Dörrgerätes platziert und für zirka 4 Stunden getrocknet. Wichtig ist es, die Dolden nicht zu dicht aufzulegen, da die Trocknung ansonsten mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Hat man kein Dörrgerät zu Hause, gibt es folgende Alternativen

  • Die Blüten auf einem Blech mit Backpapier verteilen und im Rohr bei Heiß- oder Umluft bei ca. 50 – 60 Grad dörren
    (Aufpassen, dass die Temperatur nicht zu heiß ist!) 
    Hier empfiehlt es sich die Ofentür mit Hilfe eines Kochlöffels einen Spalt offen zu halten). 
  • Oder die Dolden auf Zeitungspapier auflegen und an einem luftigen/warmen Ort wie zum Beispiel am Dachboden trocknen
    (Um Schimmelbildungen zu vermeiden, ist das Wenden der Dolden sehr bedeutend!).


Maria rät uns, die Hollerblüten nach der Trocknung in ein beschriftetes Schraubglas oder in ein Papiersackerl zu geben und dort aufzubewahren.

 

Teemischungen - Tipps und Tricks

Da ein reiner Hollerblüten-Tee sehr intensiv schmeckt, fügt Maria gerne andere Kräuter hinzu. „Es kommt auf den Verwendungszweck an, ob der Tee als Erfrischungsgetränk oder als Medizin genutzt wird“, erzählt sie uns. Sämtliche Kräuter und Blüten hat Maria in separaten Gläsern gelagert und mischt sie je nach Bedarf und Notwendigkeit. Durch die Einzellagerung bleibt der Geschmack am besten erhalten. 

 

Selbstgemachte Teemischungen sind die natürliche Hausapotheke:

In vielen Kräuterbüchern wird der Holler als "Universalmedizin" in höchsten Tönen gelobt. Der Tee aus den Blüten wird wegen seiner schweiß- und wassertreibenden Wirkung bei Rheuma, Gicht, Hautkrankheiten und gerne auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Als „Kräuter- und Naturfee“ stellt Maria natürlich ihre eigenen Gesundheitstees her und trinkt sie selbst, um ihr Immunsystem zu stärken. Die Mischungen und Beimengungen wählt sie je nach Symptomen und Eigenschaften der Personen aus. 

 

Hier nur ein kurzer Überblick:  

  • Bei Grippe gibt sie neben den Hollerblüten auch gerne mal den Spitzwegerich, die Huflattichblüten oder die Hagebutten zur Teemischung hinzu.
  • Bei Halsschmerzen ist der Salbei ein gern verwendetes Zusatzmittel bei Maria.
  • Kinder mögen es fruchtig – hier bieten sich getrocknete Äpfel- oder Birnenschalen als Beimengung an.
  • Die Ringelblume ist ein Allheilmittel, die Himbeerblätter festigen den Kreislauf und die Schafgarbe lindert den Kopfschmerz und harmoniert besonders mit dem Holler-Geschmack. 

 

Gut zu wissen:

Ein Tee muss nicht unbedingt aus getrockneten Hollerblüten bestehen. Der Aufguss kann auch mit frischen Hollerdolden, direkt vom Strauch, gemacht werden –
der Geschmack ist unverwechselbar und intensiv. 

Und für heiße Sommertage …

Im Sommer ist das "Hollerwasser" am Frühstückstisch ein wahrer Renner. Bäuerin Maria gibt einfach eine Blütendolde gemeinsam mit einem Zitronenmelissen-Zweig und einer Bio-Zitronenscheibe in einen Krug und übergießt den Inhalt mit kaltem Wasser. Anschließend muss die Flüssigkeit einige Zeit ziehen, damit der Geschmack so richtig zur Geltung kommt. Das kostbare, selbstgemachte Getränk ist nicht nur erfrischend, sondern ist auch ein "Hingucker" auf jedem Frühstückstisch.

 

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, darf gespannt sein auf den nächsten Beitrag, wo es um Wissenswertes,
Rezepte und Tipps von Bäuerin Maria rund um die HOLLERBEEREN geht!