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Erdapfel - vom Wachstum bis zum Hausmittel


Bäuerin Elfi und Bauer Hans vom Bauernhof Mayrhofer in Hofkirchen haben uns bereits im vergangenen Beitrag so einiges über den Erdapfel verraten. Wir durften den beiden Mühlviertlern auch beim Kartoffelsetzen über die Schulter schauen.

Seit Anfang Mai wachsen und gedeihen die Erdäpfel nun am Feld und entwickeln sich prächtig.



Teil 2: Wachstum, Pflege und Gesundheitsaspekte des Erdapfels

 

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Angefangen hat alles mit den Setzlingen (den ausgetriebenen Kartoffeln) und der Ablage in die Erde. Eine gute Keimung, die Ausbildung des Wurzelstocks und das sogenannte Auflaufen folgten. Im Stadium des „Auflaufens“ konnte Bäuerin Elfi bereits die ersten Triebe erkennen, die sich in Richtung Sonnenlicht erhoben haben. Auch dezente Erdäpfelpflanzen waren hier bereits an der Oberfläche der Dämme ersichtlich. Zwischen dem 20. und 40. Tag entwickelten sich die Stängel und Blätter zu einem voluminösen Kartoffelstock. Gleichzeitig entstanden an den unterirdischen Ausläufern junge Erdäpfelknollen, durch Verdickung der Sprossachse. In diesem Zeitraum wird auch das sogenannte „Anackern“ oder „Anhäufeln“ durchgeführt. Was damit gemeint ist und wie das gemacht wird, erklären uns Elfi und Hans.

 

Anackern - wie geht das?


"Anackern bedeutet nichts anderes, als die Erde erneut auf die Dämme zu häufeln“, erklärt uns Bauer Hans. Der Grund für diese Maßnahme liegt auf der Hand: Die Erdäpfel sollten immer mit Erde bedeckt sein, damit die Qualität erhalten bleibt. Wenn die Knollen jedoch ans Licht kommen, besteht die Gefahr, dass sie grün und damit bitter bzw. leicht giftig werden. Diese Arbeit muss 1-2 Mal während der Wachstumsperiode wiederholt werden. Ein guter Nebeneffekt des „Anhäufelns“ ist auch die Lockerung des Bodens, was sich wiederum vorteilhaft auf die Knollenbildung auswirkt.

Das Ganze macht Bauer Hans mit seinem Steyrer Traktor und dem angehängten Pflug, der optimal auf die Breite der „Roadln“
(= Reihen) angepasst ist.

 

Kindelbildung


Als Kindelbildung bezeichnet man Kartoffeln, die eine unregelmäßige Form haben. Meistens entstehen solche Zwiewüchse, wenn auf eine lange Trockenperiode kühles, feuchtes Wetter folgt – sprich, wenn starke Witterungsschwankungen herrschen. Die Knolle erhält folglich rundliche Auswüchse (= Tochterknolle), die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Der Geschmack wird davon aber nicht beeinträchtigt und die Formen regen schon mal die Phantasie an.

Kartoffelkäfer sammeln


Bäuerin Elfi widmet sich dem Kartoffelkäfer und hält Reihe für Reihe Ausschau nach den gelb-schwarzen Tierchen. Hoffentlich findet sie nicht zu viele, denn das wäre schlecht für das weitere Wachstum des Nachtschattengewächses.
Hat sie dennoch einen Käfer erspäht, wandert dieser sofort ins Schraubglas und gesellt sich zu den anderen Artgenossen hinzu.

 

Kartoffelgrün enthält Solanin


Die weißen bis violett farbigen Blüten der Erdäpfelpflanzen lassen sich von Juni bis August beobachten. Aber nur beobachten, nicht genießen! Vor allem im oberirdischen Teil ist der Giftstoff Solanin enthalten, aber auch in grünen und stark keimenden Kartoffeln.
Der natürliche Giftstoff schützt zwar das Gewächs vor Schädlingen, kann sich aber negativ auf Mensch und Tier auswirken. Daher ist von einem Verzehr der Blätter/Stängel, aber auch vom Verspeisen der grünen und rohen Kartoffeln abzuraten. Das Kartoffelgrün vergilbt ohnehin bei der Abreife und zeigt als Indikator das Reifestadium der Knolle an. Aber bis es so weit ist, haben Bäuerin Elfi und Bauer Hans noch etwas Zeit.

Inhaltsstoffe der tollen Knolle


Kartoffeln enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe. Durch den hohen Vitamin C-Gehalt stärken die Erdäpfel unsere Abwehrkräfte. Magnesium ist ein weiterer Bestandteil des hochwertigen Lebensmittels. 2 bis 3 Kartoffeln decken bereits ein Viertel des Tagesbedarfs an Magnesium und die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C! Beim Kaliumgehalt ist die Knolle überhaupt Spitzenreiter und übertrifft sogar die Banane. Die große Menge Kalium wirkt sich in Folge günstig auf unser Herz-Kreislaufsystem aus. Daneben enthalten Erdäpfel noch eine Fülle weiterer gesunder Stoffe, von wertvollen Kohlehydraten über Ballaststoffe bis hin zu wichtigen Vitaminen der B-Gruppe. Mit über 75 % Wasser, 20 % Kohlenhydrate und 5 % Proteinen und Mineralstoffen ist die Kartoffel eine wahre Energiebombe!


Auch das ein oder andere Wehwehchen lässt sich mit der Wunderknolle mildern – Bäuerin Elfi gibt uns auch dazu aufschlussreiche Tipps:

Hausmittel - Erdäpfelauflage

Ein altbewährtes Hausmittel zur Linderung der Symptome bei Husten, Halsentzündungen, Nierenbecken- und Blasenentzündungen, ist die Erdäpfelauflage.
Auch bei Verspannungen im Kreuz und im Nackenbereich sind die warmen Kartoffeln eine Wohltat. Und so wird’s gemacht …

© InPixKommunikation – Fotolia.com

Material:

  • 6 – 10 frischgekochte Erdäpfel (ungeschält)
  • Geschirrtuch oder Windel
  • Wolltuch
  • Sicherheitsnadel

 

Durchführung:

Die heißen, ungeschälten Erdäpfel in ein Tuch einpacken, mit der Hand flachdrücken und Temperatur am Unterarm prüfen. Dann auf die entsprechende Körperstelle bringen und mit dem Wolltuch umhüllen und befestigen.

Wichtiger Hinweis: Ist sehr heiß! Vorsicht wegen Verbrennung - bleibt lange warm!

Dauer:
ca. 1 Stunde – unbedingt nachruhen!

© LK OÖ, Mag. Eiselsberg

Erdäpfelpyramide selbst gemacht

Wer keinen Acker bzw. großen Garten zur Verfügung hat, kann Erdäpfel auch in eine sogenannten "Erdäpfelpyramide" pflanzen.
Das ist eine ideale Möglichkeit um im Herbst auf einer kleinen Fläche kiloweise Erdäpfel aus Eigenanbau ernten zu können.

Interesse daran? Hier geht's zur Anleitung >>

Im dritten und letzten Teil der Reihe „Im Bauerngartl“ erfahren Sie alles rund um die Ernte, Verarbeitung sowie die Lagerung der erdäpfel.

 

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie der Boden vor dem Kartoffelanbau aufbereitet und welches Saatgut verwendet wurde, findet in Teil 1 Informationen dazu!

 Teil 1: Saatgut, Bodenvorbereitung, Anbau >>