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Karotte - von der Ernte bis zum Genuss

Die Karotten-Köpfe ragen prächtig aus der Erde und Bäuerin Heidi rückt bewaffnet mit einer Grabgabel, einem Eimer sowie der fleißigen Gehilfin Tochter Anna an. Jetzt ist es endlich soweit, die Karotten können geerntet werden und die Pflege der vergangenen Wochen macht sich bezahlt.

Beim Blick in den Garten bemerken wir schon, dass hier und da ein kleines Loch zu erkennen ist. „Ist doch klar“, sagt Anna,
„die Gäste haben sich schon frische Karotten stibitzt und voller Freude vernascht." So ist das am Bauernhof von Familie Gillesberger – hier können die Gäste gerne Gemüsespezialitäten direkt vom Bauerngarten probieren.

 

Teil 3: Ernte, Lagerung und Verarbeitung der Karotte

Die Karotte ist ein ausgezeichnetes Vorratsgemüse. Dennoch sollten bei der Einlagerung einige Punkte beachten werden, damit das wertvolle, orange Gemüse bis spät in den Winter genossen werden kann.

Ernte - so geht Bäuerin Heidi vor:


Am besten die Karotte gerade aus der Erde ziehen. Falls die Karotten sehr gut halten und verwurzelt sind, ist es ratsam, die Erde vorher mit einer Grabgabel zu lockern. Damit verhindert man das Abreißen der Karotten und erleichtert sich die anschließende Schälarbeit. Achtung: Bitte ebenfalls achtsam sein, dass man die Karotten nicht aufspießt!

Wissen wo's herkommt!

Sobald man die selbstgepflanzten Karotten in der Hand hält, macht sich ein Gefühl von Freude und Stolz breit.
Vom Samen bis zur fertigen Karotte, ganz ohne Chemie kultiviert und mit viel Sorgfalt sowie herzhaften Bemühungen gepflegt - "da weiß man von wo´s herkommt", betont Bäuerin Heidi.

Vorbereitung der Karotte für die Lagerung


Das sorgfältige Putzen und ein gutes Abtrocknen der Karotten ist maßgeblich für eine erfolgreiche Lagerung. Mit Putzen ist nicht das penible Waschen der Karotte gemeint, sondern maximal das Entfernen der Erdreste mit Hilfe eines Schwämmchens. Grundsätzlich sollten Karotten nicht vor der Lagerung mit Wasser gewaschen werden, da sie sonst Flecken bekommen und schneller verderben.

Weiters ist es günstig das Blattgrün abzudrehen, damit die Karotten nicht schrumpelig werden.
Verwendung Blattgrün: Das Karottengrün kann man hervorragend für Suppen, Saucen oder Eintöpfe verwenden.

Anschließend lässt sich das gesunde Etwas im kühlen Keller, vorzugsweise bedeckt, für mehrere Monate lagern. Auch in einem eigenen Gemüsefach im Kühlschrank halten die Karotten bis zu 30 Tagen. Die Temperatur in Vorratsräumen sollte am besten zwischen +2 bis +6 Grad betragen und keinesfalls unter 0 Grad fallen. 85 % Luftfeuchtigkeit wären in dunklen und luftigen Räumen empfehlenswert.

Langfristige Lagermethode:

Karotten können auch in einer mittelfeuchten Sandmasse gelagert werden. Bäuerin Heidi nimmt einfach einen Kübel, gibt die Karotten hinein, mischt Sand hinzu und lagert das Gefäß im Keller – somit hat sie bis Anfang April schmackhafte Karotten aus dem eigenen Garten.

Weiterverarbeitung der Karotte


„Schälen, blanchieren und einfrieren“ – das hat Heidi dieses Jahr mit ihren Karotten vor.
Anna ist die fleißige Fee und schält eine Karotte nach der anderen, ehe diese in die Küche wandern, um geschnitten und blanchiert zu werden.

Blanchieren bedeutet nichts anderes als die Karotte für ca. 3 min kurz zu überbrühen“, erklärt uns Heidi.
Mit diesem Vorbereitungsverfahren behält jedes Gemüse seine Farbe, seine Form und auch den Großteil der Vitamine.

Und dann kommen die Karotten gemeinsam mit anderen Gemüsesorten, wie Brokkoli und Karfiol, in ein Vorratssackerl oder in ein Plastikgeschirr zum Einfrieren. Anschließend kann man nach Gebrauch das Gemüse beliebig entnehmen.

Rezept als PDF-Datei zum Herunterladen

Die Karotte sorgt für Farbe und Abwechslung in der Küche


Auch Romana Schneider, Referentin der Abteilung Ernährung und Direktvermarktung der Landwirtschaftskammer Linz,
weiß über die Verarbeitung der Karotte bestens Bescheid und verrät uns ein köstliches Suppenrezept.

 
REZEPT-TIPP:
Anregende Karottenschaumsuppe mit Ingwer

Einkaufsliste:

  • 1 – 2 Schalotten
  • 1 EL Butter,
  • 1 TL Zucker
  • 300 g Karotten
  • 1 mittlerer Erdapfel (mehlig)
  • 50 ml Weißwein
  • 1/2 l klare Gemüsesuppe
  • ca. 100 ml Obers
  • 1 kleines Stück frischer Ingwer

 

So wird`s gemacht:

Schalotten fein hacken. Karotten putzen, Erdäpfel schälen – beides raspeln. Schalotten in Butter leicht anschwitzen. Zucker beigeben und karamellisieren lassen.
Mit Wein ablöschen und mit Suppe aufgießen. Karotten und Erdäpfel dazugeben und ca. 15 Minuten weichkochen. Die Hälfte des Obers dazugeben und mit dem Mixstab fein pürieren.

Die Suppe mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer pikant abschmecken. Ingwer fein hacken oder reiben und die Suppe damit verfeinern. Das restliche Obers cremig aufschlagen.
Die heiße Suppe in Tellern anrichten.

Ein paar Tupfen geschlagenes Obers auf die Suppe geben, mit einem Zahnstocher in der Mitte durchfahren – ergibt Herzen. Eventuell mit frischen Kräuterblättchen garnieren.

(Quelle: Romana Schneider, LK OÖ/Abt. ERDV)

Beim Kauf von Karotten sollten Sie darauf achten:

  • Die Karotten sollten frisch und satt in der Farbe sein.
    Unter anderem sollten sie sich nicht verbiegen lassen, denn biegsamen Karotten fehlt es sichtlich an Frische.

  •  Die Karotte ist ein besonderer Carotin-Lieferant, was auch die orange Farbe zeigt.
    Wussten Sie, ... dass man Carotin nur in Kombination mit Fett aufnehmen kann – also bei Karottensalaten oder Säften nie auf den Schuss Öl verzichten!

 

Familie Gillesberger wünscht viele Freude beim Ernten und Verarbeiten der Karotten!

Wer mehr über Anbau, Pflege und Gesundheitsaspekte der Karotte erfahren möchte, hat hier die Gelegenheit:

  Teil 1: Saatbeetvorbereitung, Anbau und Düngung >>

  Teil 2: Wachstum, Pflege und Gesundheitsaspekte der Karotte >>