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Winter
Steiermark
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(Vor-)Weihnachtliche Bräuche und Traditionen am Bauernhof

So, wie es früher einmal war in der Weihnachtszeit, so ist es auch heute noch. Seit Generationen werden Brauchtum und Tradition auf vielen steirischen Bauernhöfen nicht nur groß geschrieben, sondern gelebt. So auch am Rami-Hof von Familie Kaltenegger in Obdach in der Steiermark. 

Nach alter Überlieferung wird am Tag des 11. Vollmondes das Tannengras für Weihnachten geschnitten - dadurch verliert dieses kaum Nadeln. Ein kleiner Teil wird für den Adventkranz benötigt, die restlichen Tannenzweige schmücken ab 23. Dezember die Bauernstube und verleihen dem Raum einen angenehmen Durft. Sorgfältig werden hinter die Krickerl und die Bilder Tannenzweige gesteckt. Ein ganz besonderes Augenmerk wird dabei alle Jahre wieder auf die etwa 120 Jahre alte Krippe gelegt!

Am 4. Dezember, dem Barbaratag, werden einige Kirschzweige eingefrischt in der Hoffnung, dass diese bis zum Heiligen Abend blühen und damit Glück und Segen für das kommende Jahr bringen.

Nikolaus und Krampus klopfen am 5. Dezember an die Tür und machen auch vor den Ferienwohnungen der Gäste nicht halt. 

Um den 8. Dezember strömt ein einmaliger Duft durchs Haus - Kletzenbrot backen im 400 Jahre alten Holzbackofen steht am Programm. Sehr gerne dürfen uns unsere Gäste dabei tatkräftig helfen. Am Vortag des Backens werden die Kletzenbirnen gekocht und geschnitten, die geknackten Walnüsse vorsichtig geröstet und das Dampfl vorbereitet. 

In den darauffolgenden Tagen werden die Kekse gebacken, auch dabei dürfen die Gäste nach Lust und Laune mithelfen und natürlich auch naschen.

Die Zeit scheint still zu stehen, endlich nur noch 3 Tage bis zum Heiligen Abend. Heut wird "Woaza" für den Heiligen Abend und die Feiertage gebacken, ebenfalls im Holzbackofen. Bleibt nur noch die Fragen offen - was ist ein "Woaza"?

Ein "Woaza" ist ein Germteigstriezel mit Zimt und Rosinen und ist das traditionelle Weihnachtsgebäck am Ramihof. Wenn Sie zu Weihnachten auch einen "Woaza" haben wollen: hier geht es zum Rezept.

Ein Fichtenbaum, der am Vormittag des 24. Dezember aus dem Wald geholt wird, dient als Christbaum und wird mit selbstgebastelten Strohsternen und Kerzen geschmückt. 

Die tägliche Stallarbeit ist am Heiligen Abend etwas früher angesetzt, es ist auch der 1. Abend der 3 Raunächte. Etwas Glut, geweihte Palmzweige, Weihrauch und Myhrre kommen in den seit Generationen verwendeten "Rachhefen" (ein alter Topf mit Deckel). Jeder Raum im Haus wird damit geräuchert und mit Weihwasser wird ein Kreuzzeichen gemacht, auch der Stall wird dabei nicht vergessen. Das bringt Glück und Segen für das nächste Jahr.

Einen ganz besonderen Reiz und etwas Magisches hat die Christmette in der kleinen Pfarrkirche St. Georgen.

Am 27. Dezember, dem Johannestag, findet in der stimmungsvollen Kirche in St. Georgen die Wein- und Wasserweihe statt. Jedes Familienmitglied trinkt einen Schluck Wein für Gesundheit und Glück. Ein paar Tropfen des geweihten Weines kommen als Segen auf den Kopf.

Langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu. Der Silvesterabend ist genauso wie der 5. Jänner eine Raunacht, in der geräuchert wird. Am 5. Jänner aber wird der Topf mit der Glut nach dem Räuchern in den Garten gestellt und darin der restliche Palmbuschen verbrannt als Symbol und Bitte für ein fruchtbares, erfolgreiches kommendes Erntejahr. 

Die Gäste können das Brauchtum rund um Weihnachten und Silvester aktiv miterleben und eintauchen in von Generationen gelebten Traditionen.

©Kaltenegger          

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