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Welche Arbeiten haben denn die Bauern im Winter?

Heuziachn am Zittrauerhof

"Welche Arbeiten haben denn die Bauern im Winter?" Diese Frage bekommen die Gastgeber grade in den Wintermonaten häufig gestellt. Neben Schneeräumen, Holzarbeiten, dem Ausbilden der Pferde und dem Versorgen der Tiere im Stall gehen viele Bauern in den Wintermonaten einem Nebenerwerb nach.

Eine besondere, in unserer Zeit sehr selten gewordene Arbeit, ist das "Heu-Ziachn" (Heu ziehen), bei dem das Heu von den Heustadeln auf der Alm runter ins Tal gebracht wird – in manchen Tälern wie beispielsweise dem Gasteinertal wird der Brauch noch gelebt. 

„Heu-Ziachn“ (Heuziehen)

Sepp Gruber, der am Bauernhof aufgewachsen ist, kann sich noch sehr gut an das jährliche "Heu-Ziachn" im Winter erinnern und erzählt von der harten und nicht ungefährlichen Arbeit, wie er sie als Bub erlebt hat:

"Buama, kemmts schnell in d’Hülln (Scheune), dort richt ma das Zeug zamm, weil morgn ists zum Heiziachn von da Oim (Alm)", rief uns der Vater am Tag, bevor wir das Heu von der Alm holten. Sorgsam wurde dann für jeden von uns ein Strickbuschen hergerichtet. Der bestand jeweils aus einem Langseil von 8 Metern, sowie zwei Kurzseilen von 4 Metern Länge mit Holzkloben auf einer Seite – auch "Esterer" genannt. Wir haben sie zusammengehängt, damit man sie gut über der Schulter tragen konnte. Dazu durfte ein "Haabrettl" (Heubrett) nicht fehlen – dabei handelt es sich um breite Bretter aus Esche, die auf einer Seite leicht aufgebogen und mit einem Strick fixiert waren. 

Rauf auf die Alm, um das Heu zu holen

Am nächsten Morgen – es war noch dunkel – zogen wir uns die Lodenhosen und Wickelgamaschen zum Schneestapfen an. In der Scheune gab der Vater dann jedem einen Strickbuschen und ein „Haabrettl“, dessen Strick man sich um den Bauch bindet, um hintereinander bergwärts zu stapfen. Nach rund dreieinhalb Stunden mühevoller Wanderung durch den hohen Schnee erreichten wir endlich den Mahdstadel (Mähstadel) direkt an der Waldgrenze, auf 1700 m Seehöhe. Nach einer kräftigenden Jause, nahm unser Vater einen Strickbuschen behutsam auseinander und legte die Hanfseile in gekonnter Weise netzförmig am Stadelrand aus. Dann schnappte ich mir einen Rechen aus dem Stadel und gab das Heu büschelweise dem Vater heraus, der die einzelnen Portionen zu einem mächtigen Heugebilde (Budel) zusammenfasste.

Auf zur beschwerlichen Abfahrt mit dem Heubudel

Die quadratischen Gebilde (ca. 200 – 300 kg) wurden danach fest zusammengeschnürt, das Haabrett hinten angehängt – so entstand für jeden ein Heupaket, auch Budel genannt. Dann ging es los – die Abfahrt über die steile "Haariesen" (Loipe), die gerade aus nach unten durch den Wald führte, viel Kraft und Geschick erforderte und zudem nicht ungefährlich war. Am Flachstück angekommen, hieß es dann: Schieben – mit voller Kraft.

Nach etlichen Stunden waren wir endlich im Tal. Dort stellten wir die Heubudel ab. Am nächsten Tag kam Lotte, unsere Haflingerstute, dann zum Einsatz. Mit dem Schlitten brachten wir die Heubudel nach Hause in die Scheune. 

Auch wenn das Heu-Ziachn zu den wohl anstrengendsten Arbeiten am Bauernhof gehörte, verbinde ich sehr viele positive Erfahrungen damit – denn wir waren jedes Mal stolz aufeinander, wenn wir es wieder geschafft haben.

         

         

         

         


Herzlichen Dank an Bäuerin Katharina vom Zittrauerhof, die ihre Leser immer wieder mit ihren authentischen Geschichten rund um die bäuerliche Welt begeistert:


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