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Strudel backen

Strudelzeit beim Öllerbauer

Dass in der Küche von Maria Heil viel und regelmäßig produziert wird, ist nicht zu übersehen: 20 Kilo Mehlsäcke, große Vorratsdosen und unzählige Eierkartons türmen sich in der hellen Backstube. Neben verschiedensten Keks-, und Brotsorten zählt vor allem der Strudel zu den Spezialitäten der gelernten Konditorin.

Für den Teig wird Mehl, Wasser, Öl, Salz, Essig und ein Ei geschwind vermischt und heftig geknetet. Glaubt man der Tradition, so muss die Masse 99 Mal geschlagen werden. Und danach mindestens eine halbe Stunden rasten. 

Die Birn' in der Birn'
Mindestens zwei Tage in der Woche verbringt Maria Heil regelmäßig in ihrer Backstube. Die Liebe zum Backen war schon immer gegeben, die Idee, die Ware auch zu verkaufen entstand vor mehr als zwanzig Jahren im Rahmen der Landesausstellung Pöllau. Damals wurden die Gast- und Landwirte um Produkte aus der heimischen Küche gebeten.

Familie Heil steuerte ihre berühmten „Nervenkekse“ nach einem Rezept von Hildegard von Bingen sowie Lebkuchen bei. Die Lebkuchen vom Öllerbauer repräsentieren die GenussRegion Pöllauer Hirschbirne: Jene regionalen Leckerbissen werden mit einem eigens angefertigtem Ausstecher in Birnenform produziert, denn drinnen ist, was draufsteht — nämlich die „Birn in der Birn.“ 

Der Strudelteig wird nun auf einem feuchten Tuch ausgebreitet und geduldig lang gezogen. „Heiraten darf man erst, wenn man den Strudelteig so dick auftragen kann, dass man darunter eine Zeitung lesen könnte“, lacht die passionierte Bäckerin. Danach wird die Masse mit warmer Butter bestrichen. Während der eine Strudel mit Apfelstücken, Zimt und Zucker gefüllt wird, wurden für den zweiten Teig bereits Birnen und Topfen vorbereitet — Enkeltochter Hanna hilft tatkräftig mit, spezialisiert sich jedoch schnell auf die vorzeitige Verkostung. Um allen Geschmäckern gerecht zu werden, wird eine Hälfte zusätzlich mit Rosinen bestückt. Anschließend dreht Maria Heil die Strudelteige vorsichtig zusammen, bestreicht sie mit Milch und schiebt die Bleche in den großen Backofen.

Zusammenhalt im Familienbetrieb
Direkt am Hof führt der bekannte Hirschbirnwanderweg vorbei. Folgt man diesem ein paar Schritte, gelangt man zu dem idyllischen Ferienhaus. In einem urigen Landhaus hat die Familie zwei wunderschöne Ferienwohnungen inklusive einer Sauna errichtet. Um die Vermietung der Ferienwohnung sowie die Landwirtschaft kümmert sich Sohn Martin gemeinsam mit seiner Frau.

Allerdings legt Maria Heil großen Wert auf den Zusammenhalt: Da sie früher nie die Gelegenheit hatte, sich gemeinsam mit ihrem Mann eine Auszeit von den Pflichten am Hof zu gönnen, möchte sie ihren Kindern dies unbedingt ermöglichen. 

Der Duft von Frischgebackenem erfüllt mittlerweile das ganze Haus. Der Teig ist goldbraun, als Frau Heil die Strudel aus dem Ofen zieht. Vorsichtig schneidet sie den Strudel an und bedeckt die Stücke mit Staubzucker. Sowohl optisch als auch geschmacklich unterscheidet sich der selbstgemachte Strudelteig auf den ersten Blick – beziehungsweise Biss – um Welten von der gekauften Alternative.

Auch Maria Heil ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Denn wenn man schon etwas isst“, so die Landwirtin, „dann sollen wir zumindest was G'scheites essen!“ 

Hier das Rezept von Mias Strudelteig

Zutaten 

Für den Teig:

  • 30 dag Mehl
  • 1/8 l Wasser
  • 1 EL Öl
  • 1/2 KL Salz
  • 1 Ei
  • 1 KL Essig
  • zerlassene Butter
  • Rosinen, je nach Belieben            

Für die Apfelfüllung: 

  • 7 Äpfel, Zucker, Zimt               



Für die Topfen-Birnen-Füllung: 

  • 3 Packungen Topfen
  • etwas Sauerrahm
  • 6 EL Zucker
  • 1 Ei
  • Zitrone
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • Zimt
  • 5-6 Birnen

 

Zubereitung

Die Zutaten vermischen und so lange kneten, bis der Teig Blasen wirft. Anschließend die Masse mit Öl bestreichen und unter einer warmen Schüssel mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen.

Den Teig auf einem feuchten, bemehlten Tuch ausrollen und lang ziehen. Mit warmer Butter bestreichen, die Äpfel bzw. Birnen in kleine Stücke schneiden und den Teig gleichmäßig auflegen.

Für die Topfenfülle alle Zutaten vermischen und noch vor dem Obst auf die Masse streichen. Es sollte jedoch stets nur die Hälfte des Strudels belegt werden, damit er im Anschluss eingedreht werden kann.  Zum Schluss den Strudel mit Milch bestreichen und bei 175 Grad ungefähr 50 bis 60 Minuten im Ofen backen, bis der Strudel eine goldbraune Farbe erhält. 

Mit Staubzucker bestreuen und genießen!