Merkliste [0] sprachwahl
bisher keine Einträge
 / 
Winter
Tirol
ajax-loader

Bitte warten
Infos

Bräuche und Traditionen

Almabtrieb, Kirchweih und Erntedank bestimmen den Herbst in Tirol.
(Auszug aus kultur.tirol.at)


Erntedank – ein neues Fest in altem Gewand

In vielen Tiroler Gemeinden feiert man Ende September bzw. Anfang Oktober Erntedank. Träger dieser Feste sind zumeist die örtlichen Jungbauern. Hauptbestandteil von Erntedank ist ein feierlicher Gottesdienst, bei dem die bäuerlichen Produkte geweiht werden.
Erntedankfeste in der heutigen Form sind prinzipiell neuere, d.h. jüngere Feste, die sich in ihrer Ausgestaltung an den traditionellen Kirchweihfesten bzw. Martinifesten orientieren. Die ersten als „Erntedank“ bezeichneten Feste fanden in Tirol in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Ins Leben gerufen und organisiert wurden sie schon damals von den Jungbauern der einzelnen Gemeinden. Ein wichtiges Brauchrequisit ist die Erntedankkrone – sie wird aufwendig aus Buchs, Getreidegarben, Blumen und Feldfrüchten gestaltet. Sie gilt als bildhaftes Symbol für die eingebrachte Ernte und wird als Dank dafür in vielen (unentgeltlichen) Arbeitsstunden hergerichtet. Neben der Erntekrone werden manchmal auch Körbe mit verschiedenen bäuerlichen Produkten in die Kirche mitgenommen und dort geweiht.
Nach dem Festgottesdienst am frühen Vormittag findet meistens ein Erntedankfest im örtlichen Gemeindesaal (bei Schlechtwetter) bzw. auf öffentlichen Plätzen statt. Neben den Jungbauern als Organisatoren tragen auch andere örtliche Vereine wie Schützen, Blasmusikkapellen u.v.m. zum stimmungsvollen Gelingen dieses gesellschaftlichen Ereignisses bei. Mit Volksmusik, Tanz und kulinarischen Spezialitäten feiert man dann nicht selten bis in die späten Abendstunden. Man kann also sagen, dass in einigen Tiroler Gemeinden Erntedankfeste die einstmals wichtigen bäuerlichen Feste wie Kirchtag und Martini würdig ersetzt haben.

Almabtrieb
Der Almabtrieb ist alte Tradition und ein Feuerwerk an Farben, Düften und Klängen. Feiern Sie mit! 

In Tirol werden jedes Jahr insgesamt 190.000 Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen auf 2.155 Almen gebracht, auf denen sie etwa 120 Tage bleiben. Ein tierischer Tapetenwechsel gigantischen Ausmaßes! Blieben die Tiere im Tal, müssten die Bauern das Futter zukaufen, die Almenflächen würden verwildern und verkarsten. Eine einzige Kuh grast täglich mehr als hundert Quadratmeter Wiese ab. Jeden Sommer werden so 205.000 Hektar Almfläche gepflegt. 3.230 Hirten gehen auf den hoch gelegenen Sommerquartieren ihrer Arbeit nach. Die Heimkehr der Tiere feiern sie mit allen im Tal.
 

Krapfenschnappen in Kals im Osttirol
Der Allerheiligentag, also der 1. November, wird in Kals am Großglockner auf eine ganz besondere Art „gefeiert“. Zunächst scheint alles wie im übrigen Tirol: die Familien pilgern am frühen Nachmittag zum Friedhof und beten gemeinsam mit dem örtlichen Geistlichen für die verstorbenen Anverwandten. Doch kaum ist dieser traditionelle Gräberbesuch beendet, stürmen die Kinder davon und pflegen nach wie vor den alten Brauch des „Krapfenschnappens“.
Und dieser Brauch ist es auch, der dem Allerheiligentag in Kals den Übernamen „Schnappertag“ gegeben hat. In kleinen Gruppen ziehen die Kinder von Haus zu Haus und bitten in „Vertretung der Armen Seelen“ mit einem Spruch um eine Gabe. Schon von weitem hört man ihr Kommen: Weitum ertönt das klappernde Geräusch ihrer hölzernen „Schnappfiguren“. Diese bestehen aus einer langen Stange, an deren Ende verschiedenartige Tierköpfe angebracht sind. Dabei kann das bewegliche Unterkiefer dieser Köpfe mit Hilfe einer Schnur auf- und zugeklappt werden und verursacht dadurch das einprägsame Klappern (= Schnappen). Einst symbolisierten die zumeist geschnitzten Tierköpfe vor allem Wesen der lokalen Tier- und Sagenwelt (z.B. Hunde, Ziegen, Drachen, u.ä.). Heute orientiert man sich aber auch an Figuren der Comicwelt, so wie Micky-Maus und Donald Duck. Der Begeisterung und traditionellen „Brauchausübung“ tut diese moderne Erscheinungsform aber absolut keinen Abbruch. Bis zum Einbruch der Dunkelheit (d.h. bis zum „Sechseläuten“, = 18.00 Uhr) ziehen die Kinder von Haus zu Haus und erhalten für ihr Kommen eine kleine Spende. Früher waren es vor allem die namengebenden Krapfen (siehe „Krapfenschnappen“), die die Kinder erhielten. Inzwischen dominieren aber Süßigkeiten bzw. kleine Geldspenden. Am Abend des Allerheiligentages kehrt in Kals wieder Ruhe ein und alle sind zufrieden: Die Kinder mit ihrer „Ausbeute“ und die älteren Bewohner, weil ihnen der „Brauchbesuch“ im kommenden Jahr Glück bringen soll.