Auszeit auf der Alm: Die Mechtenhütte in Kärnten

Almgeschichten, 07.07.2021, Jasmin Kreulitsch

Kurve um Kurve führt der Weg hinauf auf die Katschberghöhe und hinein in ein grün bewachsenes Tal, das von Berggipfeln umgeben ist. In einer kleinen Siedlung entdecken Urlauber hier in der Mechtenhütte den perfekten Ort für eine Auszeit auf der Alm.

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Die Mechtenhütte in Kärnten eingebettet in idyllische Naturlandschaft | © Urlaub am Bauernhof Kärnten / Jasmin Kreulitsch

In der Küche von Inge Ramsbacher duftet es nach frischem Brot. Auf dem Tisch vor ihr kühlen ein halbes Dutzend frische Laibe aus, während sie mit bemehlten Händen einen neuen Teig kräftig knetet. Für die nächste Brotladung soll eine spezielle Form zum Einsatz kommen: ein Herz, das ihr hausgemachtes Brot besonders appetitlich aussehen lässt. Wenn es ihre Zeit zulässt, bäckt Inge Ramsbacher das Herz-Brot für ihre Gäste, um sie im wahrsten Sinne des Wortes herzlich willkommen zu heißen.

Inge Ramsbacher und ihre Familie leben auf einem Bauernhof in Aschbach, knapp einen Kilometer entfernt von Rennweg am Katschberg. Auf dem Hof stellt Inge Ramsbacher Produkte her, die nicht nur vor Ort gekauft werden können, sie beliefert auch umliegende Restaurants mit ihren Hofprodukten und Backwaren. Es gibt Speck, Salami, Würste, Glundener Käse, Frischkäsebällchen, Bauernbutter, Reindling und hausgemachtes Brot. Und wer bei Familie Ramsbacher eincheckt, bekommt vielleicht ein Herz-Brot zur Begrüßung.

Hoch über dem Bauernhof in Aschbach, rund sechs Kilometer eine gewundene Straße den Berg hinauf, besitzt die Familie einen weitläufigen Privatgrund. Kurve um Kurve schlängelt sich die Straße nach oben, bis das Ziel erreicht ist: ein grünes Tal mit einer kleinen Siedlung, an deren Rand auf einem Hügel die Mechtenhütte steht. Das Motto hier? Urlaub auf der Alm und eine Auszeit, wie sie schöner nicht sein könnte. Denn auf der Katschberghöhe, die das Katschtal in Kärnten mit dem Lungau im Salzburger Land verbindet, ist es selbst im Sommer, wenn viele Wanderer unterwegs sind, niemals laut oder voll. Im Gegenteil: Hier erlebt man einen echten und ehrlichen Urlaub auf der Alm in Kärnten.

 

Die kleine Siedlung am Scheitel des Passes, wo die Mechtenhütte steht, gehört zur Kärntner Gemeinde Rennweg am Katschberg und liegt auf 1.700 m Seehöhe. Näher als der Skiort ist allerdings Salzburg. Geht man hinter der Mechtenhütte den Weg bergauf, passiert man nach ca. 30 Minuten die Salzburger Landesgrenze. Kein Wunder, dass viele Urlauber, die bei Urlaub in der Hütte der Familie Ramsbacher machen, die Wanderwege austesten. Die Berglandschaft ist ein zentraler Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Katschberg – sowohl auf der Kärntner, als auch auf der Salzburger Seite. 

Die Geschichte der Mechtenhütte fing im Jahr 2010 an. Damals begann die Familie mit dem Bau, immer am Wochenende und an Feiertagen. Drei Jahre lang dauerte es, bis die Mechtenhütte fertig war. Ursprünglich sollte hier ein Ort der Auszeit entstehen, wo sich die Familie abseits vom Alltag entspannen konnte. Doch aus ersten gemeinsamen Urlaubstagen in der eigenen Hütte wurden Wochen, in denen niemand die Hütte nutzte. Deshalb fiel eines Tages die Entscheidung: Die Hütte wird vermietet, damit andere Menschen eine Auszeit auf der Alm genießen können. Damit alles glatt läuft, steht Inge Ramsbacher als gute Seele parat. Egal ob Fragen zur Hütte oder zur Region: Sie hat immer eine Antwort. Wer will, kann während des Urlaubs auf der Mechtenhütte Produkte vom eigenen Hof bestellen.

Aber auch der Selbstversorger-Urlaub ist kein Problem. Denn obwohl die Mechtenhütte hoch in den Bergen liegt, ist die Hütte bestens vorbereitet für Besucher. Die voll ausgestattete Wohnküche hat einen großen Esstisch mit Sitzecke. Gekocht wird auf einem Holzherd, der an kalten Tagen zur Etagenheizung wird. Im Erdgeschoss gibt’s noch eine Speisekammer, einen Vorraum mit Garderobe und Schuhschrank und ein großes Bad mit Dusche und Toilette. Im ersten Stock warten ein Doppelzimmer mit einem großen Zirbenbett, ein Zimmer mit einem Einzelbett und ein weiteres Zimmer mit einem Stockbett auf Gäste. Handyempfang oder Internet gibt es nicht, Strom erhält die Hütte durch eine Photovoltaik-Anlage. Deshalb gibt es keinen Kühlschrank, sondern eine Kühltasche in der Speisekammer und einen Brunnen mit kaltem Quellwasser vor der Haustüre.

Oben auf dem Berg merkt man im Urlaub, wie wenig man eigentlich braucht – und wie gut die Natur tut. Rund um die Mechtenhütte locken zahlreiche Wanderwege, die in die Berglandschaft, zu Hütten oder bis über die Baumgrenze führen. Eine kurze Wanderung (ca. 45 Minuten) ist die Route zur „Neuen Bonner Hütte“ (Frankenberg 18, 9863 Frankenberg) vom Alpenverein. In Richtung Aineck führt ein Wanderweg (ca. 1,5 Stunden) auf die Salzburger Seite zur Branntweineralm (Aineck, 5581 St. Margarethen im Lungau) und zur Kösslbacher Alm (Aineck 92, 5581 St. Margarethen im Lungau). Wer nach dem Wandern abtauchen will, sollte zur Laußnitzerhütte (Frankenberg 73, 9863 Rennweg am Katschberg) gehen. Nach einem ansteigenden Weg (ca. 1,5 Stunden) warten erst die Hütte und ein paar Kilometeter weiter der Laußnitzersee auf Gäste.

Zurück geht es sanft bergab – und das Herz garantiert weit auf, wenn die Mechtenhütte wieder ins Blickfeld kommt …

Text & Fotos: Jasmin Kreulitsch vom Reiseblog http://www.kosmopoetin.com/

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