Bad im Heu

Aktiv am Hof, 15.09.2020, Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Als Kinder sind wir in den Heuhaufen gesprungen, weil es abenteuerlich und lustig war. Heute legen wir uns ins Heu, weil es dem Körper guttut und unser Wohlbefinden fördert. Auch Sebastian Kneipp wusste um die Wirkung der getrockneten Biomasse.

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Kinder sitzen im Heu | © Urlaub am Bauernhof Kärnten/ Daniel Gollner

Bad im Heu

Als Kinder sind wir in den Heuhaufen gesprungen, weil es abenteuerlich und lustig war. Heute legen wir uns ins Heu, weil es dem Körper guttut und unser Wohlbefinden fördert. Auch Sebastian Kneipp wusste um die Wirkung der getrockneten Biomasse.

Ein Urlaub auf dem Bauernhof liefert ein vielfältiges Duftpotpourri. Es riecht nach frischem Brot und Speck, Tieren, blühenden Obstbäumen – und nach Heu. Wer diesen Geruch von Kumarin noch nie in der Nase hatte, hat etwas versäumt. Nicht nur in olfaktorischer Hinsicht. Eigentlich dient das Heu den Nutz- und Haustieren als Nahrung – es kann aber noch viel mehr.

Weniger ist mehr

„Wir haben uns im Biohof Seidl  auf gesunde Wellness spezialisiert“, sagt Karin Schabus, Biobäuerin in Bad Kleinkirchheim, „in unserem Heuhimmelbett sind Bergkräuter wie Thymian, Schafgarbe, Frauenmantel aber auch das Sonnenlicht für die Seele, Johanniskraut, drinnen“. Nach der Sauna kann man dort wunderbar ausspannen und die Seele baumeln lassen. Allerdings: Heu ist nicht gleich Heu – es macht einen Unterschied, wie es zusammengesetzt ist. „Wenn die Sonne scheint, lassen wir das Heu liegen und drehen es maximal einmal um, das reicht“, weiß Schabus. Auf diese Weise bleiben die wertvollen Bestandteile des Heus erhalten. Ist das Wetter nicht so gnädig, was bei einem Arbeitsplatz unter freiem Himmel öfter vorkommt, bringt Familie Schabus das Heu in noch nicht ganz trockenem Zustand ein und trocknet es mit dem Heugebläse fertig. Der Strom dafür kommt aus der Photovoltaikanlage. 

 

BIO-Logisch!

Die Solaranlage ist bei den Schabus´ Teil der nachhaltigen Kreislaufbewirtschaftung. Leben im Rhythmus mit der Natur und dem Jahreskreislauf, Achtsamkeit und die Beobachtung von Tieren und Pflanzen sind für sie eine Selbstverständlichkeit. Eines der wichtigsten Dinge ist dabei der Boden, denn „nur auf einem gesunden Boden wachsen gute Futtermittel“. Familie Schabus füttert ihn mit Nährstoffen, die am Hof anfallen, verwendet keine Pflanzenschutzmittel oder künstliche Konservierungsstoffe und serviert biologische Produkte zum Frühstück. Die Kinder basteln kleine Hasen aus Heu und schlafen im Heustadl. Für manche wäre das ein Segen, denn: Allergien und Atemwegserkrankungen nehmen zu. Die gute Nachricht: Es gibt Abhilfe!

Urlaub am Bauernhof

Wer oft im Stall ist und mit vielen natürlichen Bakterien konfrontiert wird, trainiert sein Immunsystem. Diesen Bauernhof-Effekt haben Erika von Mutius vom Klinikum der Universität München und ihr Team in den Bauernhofstudien nachgewiesen und herausgefunden, dass Kinder aus einer bäuerlichen Umgebung seltener an Asthma und Heuschnupfen erkranken als Kinder aus dem urbanen Umfeld. Worauf also warten: raus in die Natur und auf zum nächsten Kärntner Bauernhof. Dem Moserhof im Nationalpark Hohe Tauern zum Beispiel. Gerhild und Heinz Hartweger bieten kleinen und großen Gästen die Möglichkeit, mit Heu zu experimentieren. In der Spielscheune können sie im Heu herumtoben und ihre Sprungkünste ausprobieren. Oder nach dem Wellnessbad im Heubett entspannen. Diesen Entspannungseffekt nutzte schon Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp – er verwendete Heublumen, also die unreifen Früchte und Blüten von Gräsern und Kräutern, aber auch zum Lindern von Schmerzen und zum Beruhigen.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Journalistin / PR / Corporate Publishing , 10 Artikel
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