Die Weinblüte

15.06.2022, Sarah Aichinger

Wenn man an die schönen Weingärten denkt, kommt einen oft der Herbst in den Sinn, wo die Blätter bunt sind, und die Weinlese beginnt. Häufig wird dabei die Weinblüte im Frühjahr vergessen. Doch bereits der Beginn der Blüte spielt für den Winzer eine wichtige Rolle.

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Weinblüte in Niederösterreich | © Urlaub am Bauernhof Niederösterreich

Unscheinbar aber doch wichtig für den kommenden Jahrgang

Nach dem langen Winter fängt auch der Winzergarten zu blühen an. Und bereits mit der Blüte lassen sich Aussagen treffen, ob die Rebe gut durch den Winter gekommen ist und ob die Sterne für ein gutes und ertragreiches Erntejahr sind.

Von April bis Mai beginnt der Austrieb der Reben. Es entstehen auf den Blütenstangen dicke Knöpfe. Diese Knöpfe sind jedoch noch nicht die Frucht, sondern bilden eine Schutzkappe für die Blüte. Eine alte Winzerregel besagt, dass der Beginn der Blüte auf dem St. Johannitag (24.  Juni) fällt. Durch den Klimawandel und die unterschiedlichen Wetterlagen kann es zu Abweichungen kommen.

Mit dem Blühen fällt die Schutzkappe ab und es bildet sich eine Blüte mit fünf Staubgefäßen und einem Stempel. Die Staubgefäße fallen teilweise mit dem Aufspringen der Blüte ab. Der „Abfall“ wird im Winzerjargon als „verrieselt“ bezeichnet. Vor allem bei der Rebsorte „Riesling“ kommt das sehr häufig vor – woher er auch seinen Namen hat. Nach dem Aufspringen bestäubt sich die Rebe selbst.

Die Blüte des Weinstockes ist eine kleine grüngelbe Einzelblüte und daher eher unscheinbar.

Der Zeitpunkt der Blüte bestimmt den Erntezeitpunkt, da der Zeitraum von der Blüte bis zur Ernte circa drei Monate beträgt. Überzeuge dich jetzt schon von der Qualität des heurigen Jahrgangs und buche deinen Urlaub am Winzerhof!

Sarah Aichinger
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