Echt, gesund und nachhaltig

Almgeschichten, 08.03.2021, Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Was wäre eine Almhütte ohne den charakteristischen Duft von Holz? Denn Bauen mit Holz bedeutet Leben im Einklang mit der Natur. Nachhaltig, behaglich und gesund. Was das Wohnen auf der Alm und das Holzhandwerk so besonders macht.

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Axt vor der Holztriste | © Urlaub am Bauernhof Kärnten/ Daniel Gollner

Holz spielt die Hauptrolle

Rauf auf die Alm und rein in die Hütte. Hier ist alles echt. Und Holz spielt dabei die Hauptrolle. Allein schon sein Anblick und sein Duft helfen dabei, den Alltag loszulassen, die Ruhe und Behaglichkeit zu genießen und tief durchzuatmen. Die Sonnenstrahlen scheinen durch die Holzfenster und auf das Bankerl vor der Hütte, während im Kamin das Feuer knistert. Geschlafen wird in einem Zirbenbett, gekocht in einem Holzofen, ganz wie früher – Herz, was willst du mehr? Einfach köstlich, einfach wohltuend.

Jeder Mensch spürt die positive Kraft von Holz. Ob Mann, Frau, jung oder alt, wir alle reagieren physiologisch messbar, wenn wir von Holz umgeben sind. Unser Körper bekommt über das Unterbewusstsein ein Signal, dass hier eine stressfreie Zone ist, wo man sich entspannen kann und geborgen fühlt. Diese Programmierung stammt aus unserer urzeitlichen Geschichte – durch dieses Signal beruhigt sich der Herzschlag, das Immunsystem und das vegetative Nervensystem werden gestärkt. Kein anderer Baustoff kann Schlaf und Regeneration besser fördern als Holz in seiner reinsten Form. Nicht zuletzt ist der Wald, der die schönen Almen Österreichs umgibt, das perfekte Modell für Kreislaufwirtschaft, für Materialien, die wiederverwendet werden und eine lange Haltbarkeit haben.

So duftet Entspannung

Als besonders wohltuend für den Menschen gilt Zirbenholz. Denn die Zirbe, die auch „Königin der Alpen“ genannt wird, hat zahlreiche positive Eigenschaften: Sie ist schädlings- und bakterienhemmend, in der Volksmedizin gilt sie als beruhigend und herzentlastend, und ihre ätherischen Öle erleichtern nachweislich die Atmung. Der Baum selbst ist zäh und kann nicht nur Minusgraden von über 40 °C standhalten, sondern auch ein Alter von mehr als 1.000 Jahren erreichen. Zirbenholz ist zudem das leichteste Holz aller heimischen Nadelholzarten und lässt sich gut bearbeiten. Die vielen dunklen Äste bereiten dabei keine Probleme, denn sie sind meist fest verwachsen und bewirken die charakteristische, lebhafte Maserung.

Ein ganzheitliches Holz-Erlebnis gibt es auf 1.600 m Seehöhe im Luxus-Chalet Moseralm, das ganz mit Zirbenholz verschalt wurde. Aber auch alle Möbel wurden in der hofeigenen Werkstatt entworfen und aus eigenem Holz gebaut. So entstand inmitten sanfter Almwiesen, wo zuvor eine einfache Sennhütte lag, ein 150 m2 großes, ganzjährig bewohnbares Refugium im edlen Alpin-Stil. „Sobald die Tür geöffnet wird, fühlt man sich so wohl und entspannt, dass man gar nicht mehr weg will“, sagt der Almhüttenbesitzer und Handwerker schmunzelnd.

Etwas höher, auf 1.800 m im Hochgebirge und umgeben von einer atemberaubenden Bergwelt, befindet sich die urige Ploatschtratten Almhütte. Auch hier wohnt man naturbelassen, kocht und heizt mit Hilfe von Holz. Statt Kühlschrank gibt es einen Kühlraum im Hang, wobei das Highlight sicherlich das alpine Panoramabadehaus mit stilvoller Wanne und Holzofensauna ist. Alles Holz eben, alles gut.

Charaktervoll und Traditionell

Veronika Wagner-Pesendorfer ist Architektin, ihr gehört u.a. eine wunderschöne Alm auf 1.200 m Seehöhe mit einem tollen Blick auf den Ötscher. Im Sommer grasen auf der Wiese Kühe und Pferde, im Winter führt unweit eine Skipiste vorbei. 2003 hat sie hier, gemeinsam mit ihrem Mann, die Stadleralmhütte errichtet, Niederösterreichs erste zertifizierte Genießeralmhütte. In Holzbauweise natürlich. Die Einrichtung ist ebenfalls aus Massivholz, geheizt wird mit dem Kachelofen in der Stube und dem Holzherd in der Küche.

Warum Holz?

Wir leben in einem waldreichen Gebiet. Da liegt es nahe, mit Holz zu bauen und zu gestalten. Zudem ist es ein traditionelles, nachwachsendes und natürliches Material.

Was macht Almhütten so besonders?

Sie liegen inmitten wunderschöner Natur, bieten Ruhe und Entspannung vom hektischen Alltag, sind charaktervoll und vermitteln ein einzigartiges Wohngefühl, nicht zuletzt durch handwerkliches Design und Naturbaustoffe wie Holz, Lehm oder Steine.

Welches Handwerk findet man vor?

Auf der Alm sind fast alle Ausführungen der Tradition entsprechend mit der Hand gemacht: Die unterschiedlichen Holzverbindungen ebenso wie die Dachdeckung, die Dachrinnen und Fensterläden, aber auch die Möbel bis hin zur Sauna mit Aussicht sind aus massivem Holz gefertigt. Den wohltuenden Effekt kann jeder Gast sofort spüren.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Journalistin / PR / Corporate Publishing , 10 Artikel
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