Bäuerliche Tradition

Blogartikel // 18. Jan. 2018
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Kärntnerland ist Brauchtumsland.

Man kann es ohne Übertreibung sagen: Die Bauern sind die Hüter des Brauchtums. Sie leben seit jeher in engem Kontakt mit der Natur. So entwickelten sich viele Bräuche, einerseits aus Dankbarkeit und Lebensfreude, andererseits zur Unheil-Abwehr. In Zeiten von Hagelschutzversicherungen und Blitzableiter müsste man keine gesegneten Palmkätzchen gegen Gewitterschäden in den Ackerrain stecken – aber solche Traditionen haben sich als malerisches, gelebtes Brauchtum erhalten. „Da Wintar is kömman“ heißt es in einem Kärntner Volkslied. Der Brauchtumsreigen in dieser besinnlichen Zeit beginnt mit den Laternenfesten zu St. Martin im November.

 

Den Adventkranz für die gute Stube bindet die Bäuerin selbst, das Tannenreisig dazu holt der Bauer aus dem eigenen Wald ebenso wie später den Christbaum. Höllisch laut geht es zu, wenn um den 5. Dezember die Krampusse mit ihren furchterregenden Masken ihr Unwesen treiben. Österreichs 1. Krampusmuseum befindet sich in Suetschach im Rosental. Im Gegendtal ziehen im Advent die Klöckler von Hof zu Hof, klopfen an (klöckeln) und sagen ihre Segenssprüche auf. Zu Weihnachten sollten dann die Barbarazweige in der Vase blühen und das Kletzenbrot (im Lesachtal die Stockplattln) auf dem Tisch stehen.

 
Geführter Ausritt im Winter © Daniel Gollner

Den 26. Dezember feiert man im Lavanttal mit dem Stefaniritt. Am 28. Dezember pisnen (schlagen) die „unschuldigen Kinder“ die Erwachsenen. In den Raunächten um Silvester werden Haus und Hof ausgeräuchert. Das Dreikönigssingen von Heiligenblut hat sich durch die Jahrhunderte unverfälscht erhalten. Beim Kirchleintragen zu Maria Lichtmess setzen die Kinder von Eisenkappel beleuchtete Kirchen aus Papier in den Fluss.

Zum Agathentag findet in Stein im Jauntal das Striezelwerfen statt, zu dem die Menschen von weit her pilgern. Nach dem bunten lärmenden Fasching mit dem Villacher Faschingsumzug als Höhepunkt, ist es Zeit für den Winter abzudanken: Die Landjugend von Steuerberg hilft ihm dabei mit dem malerischen Bärenaustreiben.

 
Familie bei der Winterwanderung 02 © Daniel Gollner

Mag dir, liebe Leserin, lieber Leser, manches Wort im vorigen Absatz auch spanisch vorkommen, es ist garantiert kärntnerisch. Wenn du bei uns als Gast Urlaub am Bauernhof in Kärnten machst, so werden dir deine Gastgeber das alles gerne erklären und noch viel mehr vom traditionellen Brauchtum erzählen.