„Bei uns wohnen vier Generationen in einem Haus.“

Blogartikel // 09. Nov. 2017
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Eine lange Reihe an Bauernhäusern ziert den Weg, der uns zum Unterlehengut führt. Dort wartet bereits Elke auf uns. Gemeinsam mit ihrem Mann Didi bewirtschaftet sie den Hof. Elke ist aber nicht allein. Ihre Tochter Anna, deren Kinder Samuel und Gabriel, sowie Oma Helma sitzen bereits auf der schattigen Hausbank und warten darauf, uns ein wenig von ihrem Hof zu erzählen.

Wer von Altem und Neuem lernen möchte, sollte schleunigst einen Urlaub am Unterlehengut buchen. Früher war der Hof ein altes Bauernhaus, das aus allen Nähten geplatzt ist. Bis Familie Schörghofer kurzen Prozess gemacht hat und das alte Haus 2011 durch ein Neues und Größeres ersetzt hat. „Ein kurzer Prozess war das aber nicht“, lacht Elke. Stimmen tut es trotzdem: Das alte Bauernhaus wurde 2012 abgetragen und ward nie mehr gesehen. Im neuen Bauernhaus wohnen nun vier Generationen zusammen. Das kommt heutzutage auch nicht mehr so oft vor, oder? „Wir waren auch im alten Haus schon viele Menschen auf kleinem Raum. Dabei haben wir gelernt, was Respekt den Mitmenschen gegenüber bedeutet. Und wie man Rücksicht aufeinander nimmt.“ Vielleicht ist das der Grund, warum wir uns bei der Familie Schörghofer sofort zuhause fühlen. Und gleich nach einem erneuten Schluck vom heißen Kaffee fragen.

Wertvolles aus Wurzeln

Das schattige Plätzchen vor der Haustüre gefällt nicht nur uns, wie wir gleich erfahren werden. Gäste kommen und setzen sich dazu. Erzählen von ihrem Tag und tauschen Herzlichkeiten mit Didi aus. Der Bauer hat sich für ein kurzes Gespräch zu uns gesellt. Normalerweise findet man ihn in seiner Werkstatt. Vor einiger Zeit hat er ein neues Hobby entdeckt: Holzwurzeln. Und was man daraus alles machen kann. Lampen, Wanddekorationen und Kerzenständer hat Didi seitdem aus dem Holz gebastelt, über das er sonst in seinen Wäldern stolpern würde. Elke ist besonders stolz auf die schönen Stücke, die auch das Innere des Hauses verzieren. „Ich selber habe ja eine Schwäche für Schilder jeder Art“, lacht sie. Und zeigt uns die Feel-Good-Wand bei der Eingangstür, die von allerlei guten Wünschen geziert wird. Die Wünsche haben die Schörghofers vor allem beim Hausbau gut brauchen können: „Ich erinnere mich noch gut, dass eine Familie im Winter bei uns gebucht hat, im Sommer sind sie vorbeigekommen und wollten sich die Unterkunft ansehen. Da war aber noch nichts fertig“, erinnert sich Elke. Die Gäste sind im Winter trotzdem gekommen, ein Bett und ein Dach über dem Kopf hatten sie auch. Heute sind sie Stammgäste und alle erinnern sich gern an die erste Begegnung.

Bub am Spielplatz © Matthias Gruber

Wo Kinder gerne sind

Ein bisschen etwas müssen aber auch Elke und ihre Familie mit der Zufriedenheit ihrer Gäste zu tun haben. Und natürlich der Hof selbst. Im Winter wie im Sommer bietet er den perfekten Ausgangsort für aufregende Touren in die Natur. Sorglos ist auch der Umgang mit Kindern: Entweder werden Gästekinder direkt von Elkes Enkeln bespaßt, die ihnen die Schweine, Häschen oder Hühner zeigen. Oder die Kids schwingen sich auf die Spieltraktoren und Co. und düsen über den Hof – so lange sie Lust haben. Passieren kann den Kleinen in beiden Fällen nichts. Befahrene Straßen sind weit entfernt.

Wir sind nach einem kurzen Besuch bei den Kühen, Schweinen, Hühnern und Hasen übrigens wieder zu unserem Lieblings-Platzerl zurückgekehrt: der schattigen Bank vor dem Haus. Dort wartet ein selbstgemachter Hollersaft auf uns. Und wieder Gäste, die sich auf eine kurzen „Ratscher“ niedergelassen haben. Im Sommer ist immer etwas los, die drei Appartements sind gut gebucht. Da wird in der Nähe gewandert und gebadet, im Winter geht es auf die Skipiste oder in die gemütliche Therme Amadé. Als wir unseren Hollersaft austrinken, sind wir fast ein wenig wehmütig. So vieles gäbe es noch zu besprechen. Zumindest den Feuerplatz auf der Wiese vor den Appartments würden wir gerne ausprobieren und Würstel aufs Feuer werfen. Aber: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Und dann vielleicht am Unterlehengut im Salzburger Pongau.

Holzstoß © Matthias Gruber