Zu Besuch am Schafflhof

Blogartikel // 10. Okt. 2017
Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen

Bewirtschaftung und Produkte direkt vom Hof

Ich habe mir die Bewirtschaftung und Produkte des Schafflhofs genauer angesehen:

Mutterkuhhaltung und Vermarktung von Jungrindfleisch

Insgesamt bewirtschaften Christian und Renate rund 35 Hektar Grund. 20 Mutterkühe nennen den Schafflhof ebenfalls ihr zu Hause. Die Muttertiere samt den Jungtieren genießen einen großzügigen Auslauf, da die Weidehaltung im Bio-Bereich maßgeblich ist, erzählt uns Bauer Christian. Die Grünflächen befinden sich alle rund um den Hof und sind eine perfekte Futterversorgung für die Rinder. Auch das Austreiben der Kühe vom Stall auf die Weide funktioniert reibungslos, ohne Hindernisse oder Überquerung von öffentlichen Straßen.

Austrieb der Rinder auf dei Weide am Schafflhof © Werner Platetter

Neben der Weidehaltung wird von den Grünflächen auch noch schmackhaftes Heu gewonnen. Auf Silage wird ganz verzichtet. Eine ausgewogene Fütterung, ausreichend Bewegung und menschliche Fürsorge liefern die perfekte Grundlage für hochqualitatives, regionales Rindfleisch. Um den Versorgungskreislauf zu schließen und sich selbst sowie andere Konsumenten mit heimischem Fleisch zu versorgen, verarbeitet man die Jungrinder direkt am Hof – ohne Stress, ohne lange Transportwege und mit viel Ethik gegenüber den Nutztieren. Christian legt auch hier selbst Hand an und bereitet das Fleisch im eigenen Verarbeitungsraum auf. Hier liegt definitiv keine Handelskette dazwischen – eine direkte Beziehung zwischen Landwirt und Konsument wird geschaffen.

Kein Wunder, dass die Nachfrage und die Vorbestellungen enorm hoch sind. Im Jahr werden rund 20 Rinder vermarktet. Gewusst wie! Als Landwirtschafts-Meister gibt Bauer Christian auch gerne wertvolles Wissen zu seinen Produkten weiter. Das kommt bei den Konsumenten besonders gut an. Wissen von wo´s herkommt – dieses Statement haben schon viele meiner Gesprächspartner unterstrichen. Auch mir liegt ein bewusster Einkauf von Lebensmitteln sehr am Herzen. Selbsterzeugte Nahrungsmittel sind kostbar, denn hier steckt viel Fleiß und Einsatz dahinter. Der Kauf von bäuerlichen Produkten und die Bereitschaft einen fairen Preis dafür zu bezahlen ist wichtig, um das Bestehen heimischer Bauern zu sichern.

Weidehaltung am Schafflhof © Werner Platetter

Hofeigene Produkte mit Liebe hergestellt

Die Direktvermarktung vom Jungrindfleisch und vom Leinöl ist am Schafflhof nicht das Einzige – da gibt es noch ein ganzes Sortiment an hofeigenen Produkten. Zum Beispiel bäckt Oma Gusti jeden Donnerstagabend 30 Kilo Brot im alten Brotbackofen. Das Einschießen der Teiglaibe in den gemauerten, holzbeheizten Brotbackofen ist sicher ein Erlebnis für sich. Das Mehl stammt natürlich vom eigenen, gemahlenen Getreide. Dinkelmehl und Wasser sind auch jene Zutaten, die Opa Hans für die Dinkelnudel-Erstellung benötigt. Eine Maschine samt Matrize für die passenden Nudelformen ist ebenfalls vorhanden.

Seniorbäuerin mit selbstgebackenen Brotlaib © Werner Platetter

Die Spiralnudeln haben´s mir besonders angetan und ich muss mir gleich eine Packung Dinkelnudeln für zu Hause mitnehmen. Auch der Bio-Dinkel-Vollkornreis sieht vielversprechend aus und ist als Risotto zubereitet sicher ein Traum. Bitte die Bezeichnung „Reis“ nicht falsch verstehen – das Mühlviertel besitzt nicht unbedingt die optimalen Reisanbau-Bedingungen. Die Bezeichnung beruht darauf, dass das Getreide geschliffen (entspelzt) wird und dadurch ähnliche Eigenschaften wie Reis aufweist – somit wird landläufig auch zum polierten Getreide Reis gesagt. Tja und in meiner Bio-Einkaufstüte darf natürlich das Bio-Leinöl auch nicht fehlen!

Urlaub auf Mühlviertlerisch

„Unsere Gäste genießen das Mühlviertler Flair schon seit 1970 am Schafflhof“, erzählt mir Bäuerin Renate. Der angrenzende Troadkasten wurde 1994 zu Ferienwohnungen adaptiert und ist bestens erhalten. Die Aufschrift auf der Fassade: „Friede und Freude den Menschen die eines guten Willens sind, von Himmels segen ich den Armen gern mit Heil, weil es so der Wille Jesus sei – Johann und Maria Kainberger, stammt aus dem Jahr 1848. So alt ist dieses Gebäude schon und die Besonderheiten aus dieser Zeit sind bestens erhalten geblieben. Als Baumaterial wurden dazumal Granitsteine verwendet. Breite Fensterbänke, 90cm dicke Mauern und das angenehme, kühle Raumklima bestätigen das. Die gemütlichen Ferienwohnungen haben viele liebevolle Holz-Details und präsentieren den Mühlviertler Stil hervorragend – eine Tischdecke mit der typischen Leinen-Musterung darf natürlich auch nicht fehlen.

Ausgebauter Troadkasten am Schafflhof © Werner Platetter

Von Mai bis Oktober tummeln sich jede Menge Erholungssuchende und Familien am Hof – aber auch zahlreiche Gäste, die Gefallen an der biologischen Wertehaltung finden. Das Biofrühstück, das zu 99 % aus Bioprodukten besteht, schätzen die Urlauber besonders. Kein Wunder, denn die Eier kommen von den eigenen Legehennen, die Milchprodukte und Käsesorten vom eigenen Käselieferant aus Sarleinsbach oder das knusprige Holzofenbrot von Oma Gusti. Mhhh herrlich – so steht einem guten Start in den Urlaubstag nichts mehr im Wege.

Frühstückskarte vom Schafflhof © Werner Platetter

Tierisch gut dieser Bauernhof

Angefangen von Ziegen, die gerne einen Spaziergang an der Leine genießen bis hin zur Jungentenfamilie, die den Hof als Walkingstrecke nutzt, gibt es viele tierische Freunde am Hof.

Simone beim Füttern der Ziege © Werner Platetter

Pferd Romy liebt es sichtlich, wenn klein Eva mit ihr ausreitet und das Kommando übernimmt. Besonders gut lassen sich auch die Katzen vom Hängesesseln aus im Innenhof beobachten. Einfach tierisch gut dieser Bauernhof!

Reiten am Schafflhof mit Pferd Romy © Werner Platetter
Weitere Einblicke