Bier brauen am Hausmi-Hof

Blogartikel // 17. Sept. 2020
Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen

Bier brauen im Schilcherland

Mitten in der Weinregion Schilcherland liegt der wunderschöne Hausmi-Hof. Hier würde man wohl kaum eine Privatbrauerei erwarten. Und doch: Der Hof ist weithin für sein sensationelles Bier bekannt. Frau Köberl, die sympathische Hausmi-Bäuerin, hat an Brautagen alle Hände voll zu tun. Bereits früh am Morgen hat sie das geschrotete Malz eingemaischt.
 
Jetzt blubbert und dampft es im Kessel und Frau Köberl kontrolliert immer wieder die Temperatur, während sie von den Anfängen des Bierbrauens am Hausmi-Hof berichtet.
 
Das Brauhandwerk ist hier fest in Frauenhand. Als Frau Köberls Schwägerin und Schwiegermutter vor 13 Jahren mit dem Bier brauen am Hausmi- Hof begonnen haben, war es lediglich als Hobby und zum Verkosten für die Hausgäste gedacht. Angefangen wurde mit einem 80 Liter Kessel, wo alle Arbeitsschritte händisch durchgeführt werden mussten.
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi

St. Stefaner Erfolgsgeschichte

Das Hausbier „St. Stefaner“, ein bernsteinfarbenes, leichtes Märzen, war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass es am Hausmi-Hof ausgesprochen gutes Bier gibt und so kamen mit der Zeit immer mehr Wanderer, die ihre Tour mit einer Biereinkehr am Hausmi-Hof verbunden haben. „Von den 80 Litern ist da nicht viel übriggeblieben“, lacht Frau Köberl.
 
Als dann die Braumaschine renoviert werden musste, blieb kein Stein auf dem anderen. Hausherr Thomas Köberl konstruierte mit viel Geschick die neue Brauanlage, erweiterte die Kapazität gleich auf 300 Liter und der alte Kuhstall wurde zur Brauerei umgebaut. Seit 2013 läuft hier alles halbautomatisch. Ein Display zeigt alle Arbeitsschritte im Überblick und immer wieder piepst es, wenn der nächste Arbeitsvorgang gestartet werden muss.
 
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi-blubber

Nachhaltigkeit auf allen Ebenen

Braumeisterin Köberl überwacht den Fortschritt und kontrolliert die Temperaturen. Bei ihr sitzt jeder Handgriff. Kaum zu glauben, dass sie sich das Brauereihandwerk selbst angeeignet hat. „Die Erfahrung hilft natürlich sehr, wie auch der Austausch mit anderen Bierbrauern.“, verrät uns Frau Köberl. „Und gerade am Beginn kann man nicht genug Fachliteratur lesen.“
 
Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten Gasthäuser angeklopft haben, um das regionale Bier zu beziehen. Mittlerweile kann man bei zahlreichen namhaften Gasthäusern in der näheren und weiteren Umgebung und natürlich am Hof selbst das St. Stefaner verkosten.
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi_Malz2jpg
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi-Malz
Nachdem beim Läutern die Würze, so nennt man das Bier während des Brauprozesses, von den festen Stoffen getrennt wurde, wird der Hopfen zugefügt. Frau Köberl setzt auch hier auf heimische Qualität. „Wo es geht, setzen wir auf Nachhaltigkeit und kurze Wege: der Hopfen kommt aus Leutschach und die Malzreste werden an die Sau verfüttert, so geht nichts verloren.“

Nach jedem Arbeitsschritt wird die Anlage penibelst gereinigt. Hygiene ist beim Brauen das A und O, denn das Bier ist hochempfindlich. Bilden sich Säurebakterien, schmeckt man das sofort. Auch die Mengenverhältnisse von Malz und Hopfen, die Temperatur und Dauer jedes einzelnen Vorgangs müssen fachkundig abgestimmt sein, damit das St. Stefaner seinen typischen Geschmack und die goldene Färbung erhält.

uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi-Arbeit2

8 Stunden Brauzeit, 8 Wochen Gärung und 8 Wochen Haltbarkeit

Nach dem Klären der Würze wird diese 3 Mal durch die Kühlschleife gepumpt und so schrittweise heruntergekühlt. Auch hier wird auf Nachhaltigkeit gesetzt: Der Strom wird mittels Photovoltaikanlage erzeugt und das Kühlwasser stammt aus der eigenen Quelle.
 
Bevor wir das Kühlhaus betreten, werfen wir noch schnell unsere Jacken über, denn drinnen hat es konstant 6 Grad Celsius. 8 Wochen muss das Bier hier gären, damit es seinen typischen Geschmack bekommt, Alkohol ausbildet und trinkfertig ist. „8 Stunden Brauzeit, 8 Wochen Gärung und 8 Wochen Haltbarkeit“, lautet die Faustegel.
 
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi_Nachgärung

Frau Köberl kontrolliert täglich mit der Bierspindel die Stammwürze. Sie entscheidet, wann das Bier in die Nachgärung wandern darf, wo es dann seine markante Färbung erhält.

Im Gegensatz zu industriell hergestellten Bieren, hat das St. Stefaner keine zusätzlich zugesetzte Kohlensäure. Die natürliche entstandene Kohlensäure ist wesentlich kleinporiger und bekömmlicher für den Organismus.  

uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi-Kühlung
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi-Stammwürze

Frisch gezapft

Nach 8 Wochen ist das Bier dann trinkfertig und kann in 25, 30 und 50 Liter-Fässern erworben werden. Wer kleiner Mengen benötigt, kann auch zur wiederbefüllbaren Doppelliterflasche greifen.
 
Zwei Mal im Jahr, zu Saisonstart und -ende, wird ein spezielles dunkles Bier gebraut, eine Spezialität, auf das die Stammgäste immer schon sehnsüchtig warten. Beim Genussschilchern am 26. Oktober darf es dann verkostet werden.

Und für die Urlaub am Bauernhof Gäste gibt es natürlich immer frisch gezapftes St. Stefaner im Stüberl.
Wohl bekomm's!
uab_stmk_magazin_bier brauen-Hausmi-Flaschen
uab_stmk_magazin_biebrauen_frisch-gezapft