Die Welt durch Kinderaugen sehen

Blogartikel // 14. Aug. 2019
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Kinderaugen leuchten lassen ...

Am Ferienhof Perhofer zeigen oft die Kleinen den Großen, wie Abschalten im Urlaub wirklich funktioniert. Da fallen gerne mal die Worte: „Mama, Papa, bitte bleiben wir am Hof, es ist so schön da.“ Und so lässt man manches Ausflugsziel eben einfach sausen, um letztlich wesentlich mehr zu sehen.

Oft braucht es nicht viel, um Kinderaugen leuchten zu lassen. Sie finden in den natürlichsten Dingen spannende Abenteuer, die spielerisch entdeckt werden. Geschichten, die den Erwachsenen oft verborgen bleiben. Weil der Blick über die Jahre auf den Ernst des Alltags geschärft worden ist. Kindheitserinnerungen hingegen wiederaufleben lassen, das kann man am Ferienhof Perhofer in der Oststeiermark. Hier in Birkfeld laden Silvia und Gerhard dazu ein, sich wieder auf die Natur einzulassen, die Ruhe zu genießen und die Kinder einfach Kinder sein zu lassen. „Mein Mann und ich haben den Hof meiner Eltern übernommen. Schon 1978 wurden Ferienwohnungen vermietet.“ Eine Zeit, an die Silvia mit einem Schmunzeln zurückdenkt: „Damals mussten wir aus unseren Zimmern ausziehen, weil die Gäste einzogen. Etwas, dass man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann, damals jedoch gang und gäbe war.“ Ausziehen muss heute keiner mehr, Platz ist für alle da und die Gäste kommen nach wie vor. Manche seit 20, andere bereits seit 30 Jahren. „Viele wollen ihren Kindern zeigen, wie das Landleben funktioniert, was man mit dem Umgang bei den Tieren beachten muss und woher Lebensmittel stammen. „Vielen fehlt oft das Verständnis. Da kommen wir ins Spiel und erklären, woher das Ei kommt, warum die Kuh nicht lila ist und dass das junge Kälbchen kein Streicheltier per se ist.“

Mädchen füttert Ziege durch Zaun © Daniel Gollner

Mit dem Kreislauf der Natur leben

Eine Arbeit, der Silvia mit Leidenschaft jeden Tag aufs Neue nachgeht. Ärgern tut sie wenig. Nur wenn der Habicht oder der Fuchs eines ihrer geliebten Tiere „stiehlt“, dann kann sie zornig werden. Auch wenn‘s nun mal der Kreislauf der Natur ist, wie sie sagt. Es war immer schon ihr Wunsch, den Hof der Eltern in die Zukunft zu tragen. Gemeinsam mit Mann Gerhard leben sie diesen Traum. Im Nebenerwerb, da die Größe für mehr nicht vorhanden ist. Nicht sein muss. Vergrößern ist kein Thema. „Wir ergänzen uns gut.“

Die Gäste wissen die Ruhe am Ferienhof Perhofer zu schätzen. „Viele sehnen sich nach dem, was wir täglich leben. Weg von dem Trubel der Stadt, hin zu Natur, Wald und Wiesen, das zählt. Für Groß und Klein.“ Da hüpfen die Kinder gerne vor den Eltern aus den Federn, um morgens vor dem Frühstück dem großen Erlebnisspielplatz einen ersten Besuch abzustatten. „Wir veranstalten einmal in der Woche einen Grillabend, damit sich alle kennenlernen können, wenn sie wollen.“ Manche Familien sind zugänglicher, andere urlauben wiederum zurückgezogen, jeder kann es handhaben, wie er mag. „Meist es ist jedoch so, dass die Eltern viele Ausflüge planen und es die Kinder sind, die sagen: Bitte bleiben wir doch am Hof, es ist so schön da. Der persönliche Freizeitstress wird immer mehr. Jeder muss alles in kürzester Zeit gesehen haben.“ Die Welt durch Kinderaugen sehen, das haben viele verlernt.

Zwei Mädchen auf Wiese halten Händchen © Daniel Gollner

Weg vom Getriebenen, hin zur Gelassenheit

Dass weniger oft mehr ist, das bringen die Jüngsten am Ferienhof Perhofer ihren Eltern wieder bei. Wenn sie ausgelassen am Hof herumtoben, dann können die Erwachsenen zur Ruhe kommen und anfangen zu genießen. Zurück zum Ursprung. Weg vom Getriebenen, hin zum Gelassenen. Ein Weg, den Silvia und Gerhard auch in ihrer wenigen Freizeit, die sie haben, beschreiten: „Wenn wir in den Urlaub fahren, dann meist innerhalb Österreichs, auf die Berge zum Abschalten oder zu einem anderen Urlaub am Bauernhof-Betrieb.“ Wohl der größte Erfolgsnachweis, wenn man als Gastgeber selbst die Ruhe am Land, in der Natur und am Bauernhof sucht. Und findet.

Zwei Mädchen im Trampolin © Daniel Gollner
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