ERDÄPFEL
Von der Ernte bis zum Genuss
Zu Besuch bei Familie Mayrhofer

Blogartikel // 24. Juli 2018
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Schon von Weitem hört man den Steyrer Traktor von Familie Mayrhofer aus dem Mühlviertel. Jedes Jahr Ende September ist es soweit, die eigenen gesetzten Erdäpfel können geerntet und eingelagert werden.

uab_ooe_erdaepfel 05 © Fischer Elfriede

ERNTE, LAGERUNG UND VERARBEITUNG DES ERDAPFELS

Bäuerin Elfi wartet schon ungeduldig am Feld und sticht mit einer Grabgabel einen Erdäpfelstock heraus. Warum sie das macht ist leicht erklärt: Sie möchte die Schale testen, um festzustellen, ob die Kartoffeln bereits reif sind. Lässt sich die Schale mit den Fingern ablösen, sollte man sich noch etwas gedulden. Das Erdäpfelkraut an der Oberfläche ist ebenfalls sehr aussagekräftig, wenn es um den richtigen Erntezeitpunkt geht. Wenn die Blätter gelblich bzw. bräunlich sind und schon sehr verdorrt, dann kann man die Erdäpfel aus der Erde holen.

Ernte – so gehen Bäuerin Elfi und Bauer Hans dabei vor:

Der Erdäpfelroder

Natürlich könnten Bauer Hans und Bäuerin Elfi die Erdäpfel auch händisch ausgraben, aber wozu gibt es technische Hilfsmittel. Der gute, alte Erdäpfelroder hat schon viele tolle Dienste geleistet und wird sich auch dieses mal wieder bewähren. Eine Erntemaschine, mit befestigten, rotierenden Gabeln, mit deren Hilfe die Kartoffeln aus dem Damm geholt werden. Früher wurde ein Erdäpfelroder noch von Pferden gezogen, heute erledigen das meist große, automatisierte Erdäpfelernter. „Der Krafteinsatz ist mit diesen Maschinen zwar gering, aber die gemeinsame Zeit, beim Erdäpfel klauben, geht leider verloren“, erzählt uns Bauer Hans.

Erdäpfel klauben

"So sagen die Mühlviertler zum Einsammeln der Kartoffeln", schmunzelt Bäuerin Elfi. Einen Korb, Handschuhe, festes Schuhwerk und flinke Hände braucht man bei der Kartoffelernte. Und dann arbeitet man sich Reihe für Reihe vor und entleert die vollen Körbe auf dem Anhänger. Oder man verstaut sie in einem Jutesack, um sie anschließend im Keller zu lagern.

Sortieren macht Sinn

Es ist sinnvoll, die Kartoffeln je nach Sorte und Beschaffenheit zu sortieren. So erspart man sich später die mühevolle Sucherei im Keller. Beschädigte Kartoffeln sollte man schnell verwerten oder je nach Zustand ganz weggeben. Es ist auch empfehlenswert, Erdäpfel mit großflächigen grünen Stellen auszusortieren. Sie enthalten das giftige Solanin und sind weder essbar noch als Futter geeignet.

Welche unterschiedlichen Kartoffelsorten es gibt, kann auf der Webseite der Agrarmarkt Austria  nachgelesen werden.

uab_ooe_erdapfel 09 © Karin Lohberger

Tipps zur Lagerung:

  • Der Erdapfel mag's kühl – idealerweise sollten sie in einem dunklen, luftigen Kellerraum bei 4 bis 6 Grad aufbewahrt werden. Die Chance, dass sich grüne Flecken auf der Kartoffelschale bilden, ist somit geringer.
  • Nach fauligen Kartoffeln Ausschau halten und gegebenenfalls entfernen.
  • Kartoffeln sollten vor der Lagerung nicht gewaschen werden – eine dünne Erdschicht und eine gute Luftfeuchtigkeit von 90% erhöhen die Lagerfähigkeit. Die späteren Sorten im Herbst sind am besten lagerbar.
     

Bäuerin Elfi empfiehlt:

Es ist zu vermeiden, Erdäpfel und Äpfel nebeneinander zu lagern. Äpfel verströmen Äthylen und beschleunigen damit den Reifeprozess und fördern auch den Austrieb.

Saatgut fürs nächste Jahr – Tipp von Bauer Hans:

Wenn man sich einige Knollen aufhebt, können sie im nächsten Jahr als Saatkartoffeln verwendet werden! Die Triebe, die sogenannten Augen, werden in kühlen, feuchten Räumen von alleine sprießen und sind das perfekte Setzgut.

uab_ooe_erdaepfel 05 © Karin Lohberger

REZEPT-TIPP:

Mühlviertler Leinölerdäpfel

Zutaten:

  • 1 kg Erdäpfel
  • 1/4 l Milch oder Rahm
  • Leinöl (warmgepresst)
  • Salz, Pfeffer, Muskat 
  • 1 EL Leinsamenschrot
     

Zubereitung: Die gekochten Erdäpfel schälen, abkühlen lassen und dann blättrig in einen Topf schneiden. Die Milch bzw. den Rahm (kann auch gemischt werden) hinzufügen. Alle Zutaten im Topf gemeinsam mit einem Schuss warmgepressten Leinöl erwärmen, bis es sämig wird. Die Erdäpfelmasse salzen, pfeffern und mit leicht erwärmtem Leinöl servieren. Mit Kräutern oder Leinsamen zum Schluss garnieren. Gerne kann dazu eine Scheibe Schwarzbrot gereicht werden.

Tipp der Bäuerin: Das Leinöl nie erhitzen – es schmeckt sonst bitter und verliert die wertvollen Inhaltsstoffe!

Leinölerdäpfel und selbstgebackenes Brot auf Gmundner Keramik © Werner Platetter
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