Zu Besuch am Schafflhof

Blogartikel // 10. Okt. 2017
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Facettenreiche Nutzung des Leins

Neben der guten Dämm- und Isoliereigenschaft des Flachsstrohs, liefert der Lein noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten. Leinen – eine beständige Naturfaser Die Flachsfaser stellt auch das Grundmaterial für Leinenstoffe- und Textilien dar. Nicht umsonst ist das Mühlviertel bekannt für seine hochwertigen Leinenprodukte. Hat es doch früher unzählige Webereien gegeben die traditionelle Kleidung, Bettwäsche, Tischdecken oder Geschirrtücher aus diesem besonderen Material hergestellt haben. Als die Nachfrage aber nach weicheren Fasern, wie Baumwolle größer wurde, hat sich der Flachsanbau und damit auch die Weberkultur nach und nach reduziert. Gott sei Dank erlebt das Ganze heute wieder eine Renaissance und der Bedarf nach ökologischen Naturfasern steigt.….und so mancher innovative Kopf stellt auch Öko-Jeans nach Maß her http://www.naturfaser-foelser.at/jeans/ .

Auch die textile Kultur rund um die Weberei-Orte Haslach und Helfenberg lebt wieder auf.

Leinen in der Bauernstube: Auf vielen Mühlviertler Höfen ziert das Leinen auch die bäuerlichen Stuben oder Schlafräume in Form von Tischdecken, Vorhängen oder Bettwäschen! Einfach heimelig wirkt es dadurch.

Bauernstube mit Leinentischdecke und Herrgottswinkel © Werner Platetter

Weiter geht´s!

Presst man den Leinsamen, entsteht daraus das hochwertige Leinöl. Wie der Pressvorgang funktioniert und welches Nebenprodukt als Tier-Futtermittel verwendet wird darf ich hautnah am Schafflhof miterleben.

Leinöl: Mittendrin und voll dabei beim Leinölpressen

Opa Hans weiht mich in die hohe Kunst des Leinölpressens ein. „Die passende Maschine zum Pressen hat schon fast 30 Jahre am Buckl“, erzählt mir der bewanderte Bio-Pionier. Aber sie funktioniert prächtig und ist sozusagen das Herzstück der Leinölproduktion. Eine Maschine ohne viel Schnick Schnack und Technik, ein unkompliziertes Gerät mit leichter Bedienung. Einfach eine Schaufel voll Leinsamen in den Edelstahltrichter geben, Maschine an und schon kann´s losgehen – im Nu werden die festen Samen zu Öl gepresst. Da fließt es, das goldfarbene Bio-Leinöl. Im Moment sieht es zwar noch etwas trüb aus, aber nach zirka 3 Tagen setzen sich die sogenannten Trub-Stoffe ab und das Öl erhält die typisch goldige Farbe.

Leinölproudkte am Schafflhof © Werner Platetter

Als Nebenprodukt entsteht der geschmackvolle Presskuchen, der reich an Eiweiß ist und an die eigenen Rinder verfüttert wird. Opa Hans verkostet den Lein-Presskuchen auch gerne mal selber, da man den Lein-Würstln auch eine gesundheitsförderliche Wirkung nachsagt. Da muss ich auch gleich mal probieren – Prophylaxe kann ja nie schaden. Zwar schmeckt der Presskuchen ein wenig trocken, aber das Aroma des Leins kommt hier besonders gut zur Geltung. Erinnert mich ein bisschen an grüne Walnüsse.

Auch die Abfüllung des Öls, die Vermarktung sowie der Verkauf passieren am Hof. Eine geschlossene Kreislaufwirtschaft entsteht. Generell ist die Direktvermarktung von hofeigenen Produkten eine wichtige Einkommensquelle für Familie Kainberger.

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