Grasausläuten - sag dem Winter laut ade

Blogartikel // 27. Nov. 2017
Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen
Auf Google+ teilen

Grasausläuten

Sag' dem Winter laut ade - so könnte man den Brauch des Grasausläutens kurz und prägnant umschreiben. In gewisser Weise will man mit diesem Frühlingsbrauch der Natur etwas nachhelfen. Es war und ist vor allem der bäuerlichen Bevölkerung ein besonderes Anliegen, dass nach den langen Wintermonaten der Boden wieder Früchte trägt - saftiges Gras und bunte Blüten sind dabei die ersten Zeichen.

 

Grasausläuten © Zillertal Blog best-of-zillertal

Der Brauch des Grasausläutens ist eigentlich an keinen bestimmten Termin gebunden - allgemein gilt jedoch, dass er erst nach dem Ostersonntag ausgeübt wird. Meist sind es die dem Osterfest folgenden Sonntage (bis Ende April/Anfang Mai), wo in einigen Gemeinden Tirols vor allem junge Burschen durch die Straßen ziehen. Dabei wird das seit dem 15. Jahrhundert belegte Sprichwort "man hört das Gras wachsen" zur Realität: mit laut klingenden Schellen oder Glocken, die um den Leib gebunden sind, soll das "Gras" zum schnelleren Wachstum gebracht werden. Über Wiesen und Felder, Strassen und Wege ziehen die Grasausläuter - oftmals von den Morgenstunden bis zum Einbruch der Nacht. Bei ausgewählten Bauernhöfen und Häusern machen sie Halt, um besonders "kräftig" , das heisst möglichst laut zu schellen. Für diesen "Dienst" danken die Hausleute den Burschen mit besonderen Nahrungsmitteln wie Krapfen bzw. einer Geldspende.

Zillertaler Krapfen © Tirol Werbung / Aichenr Bernhard