Oh du liebe Weihnachtsgans

Blogartikel // 15. Nov. 2018
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Am Schnatterhof beim Bauer z`Neundling in Lambrechten tummeln sich über 500 Weidegänse, die den üppigen Auslauf und die frische Luft genießen. Wen man sich dem weißen Federvieh nähert wird schon mal um die Wette geschnattert. Ein Räuber hätt hier keine Chance, denn Gänse sind hellhöriger und feinfühliger als ein Wachhund. Welche spezielle Betreuung die weißen Artgenossen brauchen und was Landwirtin Gitti als Schuleam Bauernhof Bäuerin wichtig ist, erzählt sie uns im folgenden Beitrag:

DAS LEBEN EINER GANS

Die Gänse werden ab dem ersten Lebenstag in einem warmen, mit Stroh eingestreutem Stall aufgezogen und bekommen schon mit 3 – 4 Tagen das erste Gras zu fressen. Ab der 6. Wo-che verbringen sie den ganzen Tag auf den saftigen Wiesen und können sich in den eigenen Obstgärten frei bewegen. Das Hauptfuttermittel ist das frische Gras und als Beigabe werden hofeigene Getreidesorten wie Weizen, Gerste, Hafer oder Mais verfüttert.

Gaenseschar © Gitti Dobelhamer

NUTZTIERHALTUNG VERSTEHEN UND TIERE MIT RESPEKT BEHANDELN

Eine Gans ist ein sehr neugieriges und achtsames Tier – wenn die Ein-Tages-Küken, die so-genannten „Gösseln“, größer werden, sind sie keine Streicheltiere mehr, sondern sind optimale Grasfresser, die man mit einem Rasenmäher gleichsetzten kann. Mitunter sind sie auch hervorragende Unkrautvertilger. Bäuerin Gitti ist es wichtig, dass die Kinder die Entstehung bzw. Herstellung von Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel, Brot usw. hautnah miterleben können und einen bewussten Bezug dazu entwickeln. Daher ist sie auch gerne Schule am Bauernhof Botschafterin und macht den Kindern auf spielerische Weise anschaulich, was beim Lebensmitteleinkauf beachtet werden soll. Die kleinen Besucher erhalten auch einen Einblick über das Leben am Bauernhof und wie man in der heutigen, schnelllebigen Zeit ohne Elektronik Spaß in der Natur haben kann. Der direkte Kontakt mit den Tieren am Hof lässt die Kinderherzen natürlich höher schlagen. Gerade dann ist es schwierig den Kids beizubringen, dass die Gänse als Nutztiere gesehen werden und nach etwa 7 Monate nicht mehr im Stall oder auf der Weide toben. Hier muss man viel Fingerspitzengefühl beweisen und den gesamten Ablauf versuchen zu erklären. Zu diesem Kreislauf gehört auch die Gänse achtungsvoll zu verarbeiten und zuzubereiten. In der „Gansl Stubm“ von Familie Doblhamer gibt es überwiegend hauseigene und landwirtschaftliche Produkte aus der Region, die eine wahre Gaumenfreude sind. Ein typisches Gericht zu Weihnachten ist die traditionelle Weihnachtsgans – wie Bäuerin Gitti dieses Schmankerl zubereitet, verrät sie uns in ihrem ganz persönlichen „Gansl-Rezept“:

Gansl-Rezept von Gastgeberin Gitti

Zutaten:

  • 1 Weidegans
  • 4 - 5 Äpfel
  • Enten- oder Gansl-Gewürz (Innviertler Gewürze, Fam. Schneiderbauer)
  • Oder Pfeffer, Salz, Majoran, Rosmarin, Thymian
     

Zubereitung:

Gartemperatur ca. 120° - 140° Das Gansl innen und außen mit den Gewürzen einreiben. Die ganzen, ungeschälten Äpfel vom Gehäuse befreien und in das Innere geben. Die Gans dressieren (Flügel und Keulen zusammenbinden), mit Wasser begießen und bei 120° ins Rohr stellen. Nach ca. 45 Min. das Gansl umdrehen, das Rohr auf 140° erhitzten und häufig übergießen. Nach beendeter Bratzeit (pro Kilo mindestens 1 Stunde) das Gansl herausnehmen und warmstellen. Das Ganslfett vorsichtig abschöpfen und in ein Gefäß geben. Den Bratensaft mit etwas Wasser aufkochen und bei Bedarf abschmecken.

Das Gansl tranchieren und mit Beilagen wie Kartoffeln oder Blaukraut anrichten.

Gaensebraten © Gitti Dobelhamer