Glücksmomente, die süchtig machen

Blogartikel // 21. Aug. 2019
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Wo das Glück daheim ist

Ferdinand Stockreiter muss nicht in die Ferne schweifen, um das Glück zu suchen. Denn alles, was für ihn im Leben zählt, findet er in seiner Heimat am Bio-Urlaubshof Dansbach und den umliegenden Bergen: Besondere Glücksmomente, die er seinen Gästen gerne weitergibt.

Mitten im Nationalpark Kalkalpen, wohl einer der schönsten Bergregionen Österreichs, liegt der Bio-Urlaubshof Dansbach von Veronika und Ferdinand Stockreiter. Hierher zieht es Familien von Nah und Fern, die ihren Kindern in aller Authentizität vermitteln möchten, wie das Leben am Bauernhof heutzutage von statten geht und wie wertvolle Lebensmittel entstehen. Da dürfen alle gemeinsam mit Ferdinand in den Stall gehen, seinen Worten lauschen und gespannt zusehen, wie er seine Tiere versorgt. „Viele Gäste glauben tatsächlich, dass in einem Stall nicht mehr als zwei bis drei Kühe stehen, die noch mit der Hand gemolken werden. Man muss sich schon Zeit nehmen, um zu zeigen und zu erklären, wie die Abläufe wirklich funktionieren.“ Aber das macht Ferdinand ohnehin nur zu gern. Er ist hier am elterlichen Hof groß geworden, hat alles kleiner Bub allerhand Blödsinn gemacht und die Freiheit immer geschätzt. Am Hof mithelfen war eine Selbstverständlichkeit, denn für ihn war schon in jungen Jahren klar, er wird diesen eines Tages übernehmen. Daher spannten ihn die Eltern energischer ein als seine Geschwister, doch das hat ihm nie etwas ausgemacht. „Weg von daheim wollte ich nie. Im Jahr 2000 war es dann soweit, ich durfte den Hof übernehmen.“

Ferdinand Stockreiter bereit für die Skitour © Daniel Gollner

Zwischen aufgeben und vergrößern

Die Arbeit kam für ihn nur im Vollerwerb in Frage: „40 Stunden nebenher arbeiten, um die Landwirtschaft zu erhalten? Nein, das war nicht mein Ziel.“ Und so machte er sich Gedanken, wie man den Betrieb neu aufstellen konnte. Biobauernhof war man bereits, dazu folgten der Bau eines neuen Milchviehstalles sowie neue Wohnungen für die Gäste. Schritt für Schritt entstand Neues am Dansbacher Hof und heute kann Ferdinand mit seiner Familie gut davon leben. „Mit unserer Betriebsgröße gehörten wir früher eigentlich zu den größeren Bauern der Region, heute liegen wir im Durchschnitt. Die Kleinen gaben auf, die Anderen haben sich vergrößert.“ Größer werden ist für Ferdinand keine Option, das wäre von der Arbeit her nicht mehr machbar. Genug Zeit für die Familie soll bleiben. Sein Credo lautet vielmehr: Verbessern statt vergrößern und auf Qualität setzen, auch was die Gästebetreuung betrifft: „Der Gast hat sich verändert. Früher stand der Familienanschluss mehr im Vordergrund, heute möchten die Familien mehr Privatsphäre, größere Wohnungen und eine gute W-Lan Verbindung.“ Eines jedoch ist seit jeher gleichgeblieben: Wenn Ferdinand um fünf Uhr am Nachmittag den Weg in den Stall zu seinen Milchkühen sucht, ist er selten alleine. Da kommen Groß und Klein gerne mit.

Kühe im Kuhstall am Urlaubshof Dansbach © Daniel Gollner

Arbeiten im Urlaub? Ja, bitte!

„Eine Urlauberin musste einst herzlich über unser Urlaubsangebot lachen, auf dem ich immer gerne vermerke, dass die Gäste im Stall helfen dürfen, wenn sie möchten. Sie meinte dann, im Urlaub werde sie sicherlich keinen Handgriff tun. Es dauerte nicht lange, schon war sie im Stall und fütterte mit Begeisterung die Kühe. Mit einem Glänzen in den Augen, welches man eben nur in solchen Momenten finden kann“, schmunzelt Ferdinand. Es sind solche Glücksmomente, die süchtig machen. Und die die Menschen dazu bringen, immer wieder bei den Stockreiters vorbeizuschauen. Wie die eine Dame, die bereits über 90 Jahre alt ist und immer noch jedes Jahr ihr Zimmer hier bezieht. Die Hauptattraktion ist und bleibt der Bauernhof, rundherum lädt der Nationalpark zu Unternehmungen ein: Radfahren, Wandern, Skifahren, aktiv die Natur erleben, alles ist von der Haustüre weg möglich.

Ferdinand Stockreiter auf Skitour bei Almhütte © Daniel Gollner

Die Berge als Meditation

Ferdinand braucht diesen Ausgleich ebenso: „Meine Meditation ist der Berg. Ob Mountainbiken im Sommer oder Skitour im Winter, da kriege ich den Kopf frei.“ Schon als Kind fuhr er als erster mit dem Liftwart auf den Berg hinauf und abends gemeinsam mit diesem wieder ins Tal. Seinen Sportlergeist stellt er gerne mal bei diversen Wettkämpfen unter Beweis. „Die Zielstrebigkeit, die man für den Sport braucht, hilft im Arbeitsleben. Jeden einzelnen Tag im Jahr frühmorgens in den Stall zu gehen, um die Tiere zu versorgen, ist nicht immer leicht. Man muss schon was opfern, aber wenn man dazu bereit ist, ist es ein unglaublich schöner Beruf.“

Ferdinand Stockreiter am Gipfelkreuz im Winter © Daniel Gollner