Liebe auf den ersten Blick

Blogartikel // 09. Nov. 2017
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Kathrin Röck stammt aus dem Schwarzwald und wurde vom Wind des puren Zufalls ins Gasteinertal getragen. Als sie sich damals nämlich für eine Stelle in der Hotellerie beworben hatte, wusste sie gar nicht, wo das Tal, das schon Kaisern und Königen Gesundheit schenkte, überhaupt liegt. Die Menschen hatten es ihr angetan, schon beim ersten Aufenthalt. Deshalb kam sie wieder. Heute, einige Jahre und vier Kinder später, ist sie nicht nur stolze Bäuerin sondern auch Vermieterin mit Leib und Seele.

Kathrins Geschichte ist eine des Zurückkommens. Die Bindung zum Tal und seinen Menschen wurde beim ersten Kontakt im Rahmen eines befristeten Saisonjobs geknüpft. Vielleicht eine Erklärung für ihre rasche Rückkehr, nachdem sie zwischenzeitlich doch auch in „Bella Italia“ beruflich tätig war. Auch dort könnte man hängenbleiben. Wenig verwunderlich, dass die gelernte Tourismusfachfrau (Studium in Lübeck) eher die weite Reisewelt und das internationale Hotelmanagement, als das einfache Hofleben auf einer Landwirtschaft im salzburgischen Bad Hofgastein ins Visier genommen hatte. Es kommt eben doch anders als man denkt. Nachdem sie Matthias kennenlernte, gelang ihr schön langsam die Integration am Bauernhof. Waren die Schwiegereltern verhindert oder nicht bei Kräften, konnte sie aushelfen und Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen. Kathrin liebt den touristischen Part und kann sich bei der Gestaltung der Urlaubswelt am Hof voll ausleben. „Unsere Ferienwohnungen müssen so sein, dass ich mich als Gast selbst wohlfühlen würde“, zeigt sie, dass Qualitätsanmutung und Ambiente am Grußberggut groß geschrieben werden.

Bäuerin mit Baby © Daniel Gollner

„Alles was die Natur hergibt, wird vermarktet.“

Sieben Milchkühe sichern den Grunderwerb. Im Winter wird an die Molkerei geliefert, im Sommer hingegen forcieren die Röcks die Direktvermarktung mit Butter und Käse. Am Bauermarkt im Dorf bieten sie auch den hofeigenen Schnaps, Marmeladen und Salben an. Letztere werden „handmade“ von Schwiegermama Maria beigesteuert. Ein paar Schweine dienen dem Hausverbrauch. Der köstliche Schweinespeck findet selbstverständlich auch den Weg an das Frühstücksbuffet und nährt hungrige Gastfamilien. Vereinzelt würden sich die Gäste schon erkundigen, ob denn der Speck von den süßen Schweinen beziehungsweise deren Verwandten am Hof stammt. Die Nähe zum Tier schafft Bindung, aber auch Fragezeichen. Das merken Produzent und Konsument. Das Wissen, um das Schweineschicksal wirkt sich aber nicht mindernd auf den Verzehr aus. „Vielleicht genießen die Gäste sogar bewusster und schätzen die Tatsache, dass die Tiere (in diesem Fall die Hausschweine) ja ein sehr gutes Leben hatten“, meint Frau Röck überzeugt.

„Unsere Gäste schätzen die Normalität am Hof.“

Ehemalige Gästekinder, die mittlerweile zu erholungssuchenden Wiederholungstätern avanciert sind, berichten, wie ungern sie damals mit den Eltern in die Berge fuhren. Das Meer war doch viel, viel cooler. Meinten sie wohl. Kindheitserinnerungen prägen und wirken aber Jahrzehnte nach. So kommt es, dass einige der damaligen Gästekinder heute Stammgäste sind. Eh klar, kommen die auch mit den Kids. Das ist nur fair. Der Grußberggut liegt etwas oberhalb von Bad Hofgastein, quasi im Zwischenparterre mit schönem Rundumblick ins Tal und auf die gegenüberliegende Schlossalm. Da wäre aber auch noch die hofeigene Rastötzenalm auf zirka 1.700 Meter Seehöhe, die gut über eine Schotterstraße erreichbar und auf der auch das Mountainbiken offiziell erlaubt ist. Die Kleinen finden dort oben einen idealen Platz zum „Wasser pritscheln“ und „Staudamm bauen“.

„Gastein hat so viel.“

Kathrin preist den Gamskarkogel, einen der höchsten Grasberge der Ostalpen, der sich hinter dem Hof auf knapp 2.500 Meter erhebt. Hier liegt auch die ruhigere, naturbelassene Seite des Gasteinertals. Also jene Gipfel und saftigen Wiesenhänge, die nicht von Aufstiegshilfen zerschnitten sind. Apropos. Der Winter spielt gewiss auch am Grußberggut eine tragende Rolle, denn wenn es weiß und kalt wird, kommen die Skifahrer nach Heissingfelding 13, die – so die Bäuerin – eher auf Distanz zum Landwirtschaftsbetrieb gehen. Nur dabei, statt mittendrin. Andere Saison, andere Herkunftsländer, andere Urlaubsmotivationen. Langweilig wird es für Groß und Klein wohlgemerkt auch im Sommer nicht. Der Thermalwasserbadesee der Alpentherme ist die neueste infrastrukturelle Errungenschaft im modernen Kurort, der dank Verleihung des immerwährenden Thermalwasserbezugsrechtes aus den Quellen von Bad Gastein durch Kaiser Franz I. dieses Prädikat mit Stolz tragen darf.