Martiniloben - kulinarischer Herbst im Burgenland

Blogartikel // 22. Okt. 2018
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Martini - Wein trifft Gans

Nach Abschluss der Weinlese und mit Einzug des Herbstes beginnt im Burgenland eine Zeit, die geprägt ist von kulinarischen und kulturellen Besonderheiten. Die Tage rund um den 11. November, der Festtag des Hl. Martin, dem Landespatron des Burgenlandes, stehen ganz im Zeichen des jungen Weines und der Martinigans.

Weinkeller im Burgenland © Reiterics Julia

Es darf gekostet werden

Man spricht vom sogenannten Martiniloben, einer alten über lange Zeit überlieferte burgenländischen Tradition, bei der der junge Wein zum Verkosten freigegeben wird. Die Reifezeit des jungen Weißweines, der früher in Holzfässern gelagert wurde, dauerte in etwa bis zum 11. November. Erst dann überzeugten sich die Weinbauern von dessen Qualität. War der junge Rebensaft reif, wurde er getauft und offiziell zum Wein erklärt. Um diesen alten Brauch zu ehren, öffnen die Weinbauern rund um den Neusiedler See ihre Weinkeller um den Wein zu segnen und sie laden ein zur Verkostung und zu zahlreichen kulinarischen Schmankerln. Begleitet wird das Martiniloben von Führungen, Exkursionen und Kunstausstellungen in den Weinkellern und Presshäusern.

Paar mit Winzer bei der Weinverkostung im Weinkeller © Ralph Fischbacher

Was der Martin mit der Gans zu tun hat

Zu und rund um St. Martin wird traditionell das Martinigansl gegessen. Aber wieso gerade die Gans?

Nach alter Überlieferung sollen Gänse mit ihrem Geschnatter Martin verraten haben, als er sich in ihrem Stall versteckt hatte, um die Wahl zum Bischof nicht annehmen zu müssen, da er sich als unwürdig empfand. Nach dem die Tiere sein Versteck aufgedeckt hatten musste er Bischof werden.

Die traditionelle Haltung der Weidegänse im Burgenland erlebte in den letzten Jahren ein Revival und derzeit beweiden wieder an die 6.000 Gänse die burgenländischen Wiesen.

Gaense auf der Weide © Ralph Fischbacher

Zur Gans ein Glas Rotwein

Die Martinigans ist keineswegs ein einfaches Gericht, ihre Zubereitung erfordert ein wenig Können und Geschick. Gerne wird die Gans gefüllt mit z.B. Äpfeln, Maroni, Semmelwürfeln oder Nüssen. Da die Gans sehr kräftig und fettig ist, passen kräftige bis mittelkräftige Rotweine am besten dazu. Das Martinigansl steht im November vielerorts auf der Speisekarte, falls man nicht selbst kochen möchte. Traditionell werden Rotkraut und Kartoffelködel dazu serviert.

Hier geht's zum Rezept!

Martini Gansl © Fotalia

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