Österliches am Bauernhof

Blogartikel // 22. Feb. 2019
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Osterbrauchtum und Urlaub am Bauernhof in der Nationalparkregion Kalkalpen in Oberösterreich

Urlaub am Bauernhof in Oberösterreich ist zu Ostern ein ganz besonderes Erlebnis. Es bedeutet Brauchtum hautnah erleben - für die ganze Familie! Unsere Betriebe freuen sich auf dein Kommen, hier findest du alle Bauernhöfe der Region auf einen Blick:

Erlebe die Höfe der Nationalparkregion Kalkalpen zu Ostern!

 

Palmbuschen, Speisensegnung und bunte Eiersuche

Ostern am Bauernhof heißt traditionelle Bräuche miterleben. 40 Tage dauert die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und dem Palmsonntag endet.

Heuer fällt die Karwoche - abhängig vom ersten Frühlingsvollmond - in den April. Die weiße Schneedecke ist verschwunden und die Natur beschenkt uns mit frischen Zweigen, Wacholder, Buchsbaum und Weiden mit "Kätzchen". Diese werden in Handarbeit - traditionsgemäß mit eingeweichter Weidenrinde - zu schönen Palmbuschen gebunden und mit bunten Bändern verziert.

Palmbuschenbinden mit der Familie © Silke Antensteiner

Palmsonntag 14. April 2019

Am Palmsonntag bringen Gross und Klein ihre Kunstwerke für die Segnung zum Gottesdienst mit - diese Tradition soll an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnern. Die Bauern stecken die Buschen anschließend in Wiesen und Felder oder bringen sie im Herrgottswinkel in der Stubn an - so sollen böse Geister vertrieben werden und eine gute Ernte gedeihen.

Palmbuschen © Antensteiner Silke

Gründonnerstag

Am Abend wird in den Kirchen die Messe "Vom letzten Abendmahl" gefeiert. Während des Glorias läuten alle Glocken - danach schweigen sie bis in die Osternacht, da sie - nach altem Volksglauben - die nächsten Tage zur Weihung nach Rom fliegen.

Die Fußwaschung durch den Priester wird mancherorts zelibriert - eine Handlung, die Jesus am Vorabend seines Todes als Zeichen der bedingungslosen Dienstbereitschaft an seinen Jüngern vollbrachte.

Aus dem Altarraum werden Altartuch, Blumenschmuck und Kerzen entfernt und das Ewige Licht gelöscht, um symbolisch an das Geschehen am Ölberg und die Gefangennahme Jesu zu gedenken.

Um Enthaltsamkeit zu leben, ist als traditionelles Gericht am Gründonnerstag Spinat, gekochte Erdäpfeln und Spiegelei weit verbreitet. Alternativen sind eine schmackhafte Frühlingskräutersuppe oder ein würziger Bärlauchaufstrich.

 

Gründonnerstagssuppe © Fotolia silencefoto

Karfreitag und Karsamstag

In den Strassen begegnet man jetzt den Ratschnkinder, die mit dem knatternden, hölzernen Gerät zu den weiteren Gottesdiensten und Gebetszeiten rufen. Diese beginnen um 15.00 h, die überlieferte Todeszeit Jesu Christi.

Am KARFREITAG gedenkt man während der Prozession oder dem Begehen des Kreuzweges dem Leiden und Sterben Jesu Christi. Der strenge Fastentag untersagt Wurst und Fleisch, Fisch hingegen ist erlaubt - versuche doch unsere köstliche Fischsuppe!

Hast du schon mal was vom Karfreitagsei gehört? Am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegt, soll es über magische Kräfte verfügen. Legt der Bauer dies auf´s Feld, soll es - ähnlich wie der Palmbuschen - für gute Ernte sorgen.

Der KARSAMSTAG gilt als Tag der Grabesruhe, der Stille. Besinnt nimmt man sich Zeit, süße Osterlämmer zu backen und Eier zu färben. Am Bauernhof geschieht dies noch oft mit natürlichen Grundlagen wie Blättern, Zwiebelschalen oder Brennesseln. Probier´s am Kräuterbauernhof Zick am Berg mal aus - es ist ganz einfach und jedes Ei wird individuell!

Ostereier färben Brauchtum Tradition Oberösterreich © Stefan Stingeder

Osternacht und Ostersonntag

Es ist die Nacht nach dem ersten Frühlingsvollmond - die Osternacht! Jetzt wandelt sich Trauer in Freude - man feiert die Auferstehung Jesu! Am gesegneten Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet, in die dunkle Kirche getragen und das neue Licht an Mitfeiernde verteilt. Symbolisch soll es endgültig den Winter vertreiben, gleichzeitig die Sonne und den Frühling begrüßen. Die Glocken sind zurück aus Rom und läuten zum Orgelspiel - ein freudiges Zeichen zur Auferstehung Jesu.

Die - in österlich geschmückten Körben - mitgebrachten Speisen wie Brot, Speck, Schinken, Eier oder Germgebäck werden gesegnet und am OSTERSONNTAG zum gemütlichen Frühstück verzehrt.

Geweihte Speisen am Ostertisch © Silke Antensteiner

Der Osterhase hat die bunten Eier und so manche Süßigkeiten gut versteckt und die Kinder können es kaum erwarten, auf Suche zu gehen. Endlich ist es so weit und aus den verschiedensten Ecken hört man sie fröhlich rufen "Hab eins gefunden!", "Ich auch", "Meins ist lila!", "Ich hab das größte Ei entdeckt!".

Gibt es etwas Schöneres als leuchtende Kinderaugen, wenn die Kleinen beim abschließenden großen Eierpecken als Sieger hervor gehen?!

Osterhase im Gras mit Ostereiern Fotolia © Fotolia Kzenon
Ostervorbereitungen