Blogartikel // 03. Dez. 2018
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Einfach abschalten und eintauchen in die vorweihnachtlichen Bräuche und Traditionen am Bauernhof

Wie es früher einmal war - in der Weihnachtszeit... - abseits von Hektik, ist auch heute noch. Seit Generationen wird Brauchtum und Tradition auf vielen steirischen Bauernhöfen nicht nur großgeschrieben, sondern auch gelebt – so auch am Rami-Hof der Familie Kaltenegger in Obdach in der Steiermark.

Weihnachtliches Gesteck am Bauernhof Kaltenegger © Familie Kaltenegger

Der Adventkranz

Nach alter Überlieferung wird am Tag des 11. Vollmondes das Tannengras für Weihnachten geschnitten - dadurch verliert dieses kaum Nadeln. Ein kleiner Teil wird für den Adventkranz benötig, die restlichen Tannenzweige schmücken ab 23. Dezember die Bauernstube und verleihen dem Raum einen angenehmen Duft. Sorgfältig werden hinter die Krickerl und Bilder Zweige gesteckt. Ein besonderes Augenmerk findet dabei alle Jahre wieder die etwa 120 Jahre Krippe.

Weihnachtskrippe am Bauernhof Kaltenegger © Familie Kaltenegger

Nikolaus und Krampus

Am 4. Dezember, dem Barbaratag, werden einige Kirschzweige eingefrischt, in der Hoffnung, dass diese bis zum Heiligen Abend blühen und somit Glück und Segen für das kommende Jahr bringen.

Nikolaus und Krampus klopfen am 5. Dezember an die Tür, und machen auch vor den Ferienwohnungen der Gäste nicht Halt.

Nikolaus und Krampus am Bauernhof Kaltenegger © Familie Kaltenegger

Kletzenbrot backen

Um den 8. Dezember strömt ein einmaliger Duft durchs Haus – Kletzenbrot backen im 400 Jahre alten Holzbackofen ist angesagt. Sehr gerne dürfen die Gäste dabei tatkräftig zur Seite stehen. Am Vortag des Backens werden die Kletzenbirnen gekocht und geschnitten, die geknackten Walnüsse vorsichtig geröstet und das Dampfl vorbereitet. In den darauffolgenden Tagen werden die Kekse gebacken, auch dabei dürfen die Gäste nach Lust und Laune mithelfen und naschen.

Kletzenbrot backen am Bauernhof von Familie Kaltenegger © Familie Kaltenegger

Bald ist der Heilige Abend

Die Zeit scheint still zu stehen, endlich nur noch 3 Tage bis zum 24. Dezember. Heute wird Woaza für den Heiligen Abend und die Feiertage gebacken, ebenfalls im Holzbackofen.

Ein Fichtenbaum, der am Vormittag des Hl. Abends geholt wird, dient als Christbaum und wird mit selbstgebastelten Strohsternen und Kerzen geschmückt. Die tägliche Stallarbeit am Heiligen Abend ist etwas früher angesetzt.

Es ist auch der 1. Abend der 3 Raunächte. Etwas Glut, geweihte Palmzeige, Weihrauch und Myhre kommen in den seit Generationen verwendeten „Rachhefen“ (ein alter Topf mit Deckel). Jeder Raum im Haus wird damit geräuchert und mit Weihwasser ein Kreuzzeichen gemacht, auch der Stall wird dabei nicht vergessen.

Einen ganz besonderen Reiz und etwas Magisches hat die Christmette in der kleinen Pfarrkirche St. Georgen.

Woaza backen am Bauernhof von Familie Kaltenegger © Familie Kaltenegger

Silvester

Auch die Wein- und Wasserweihe am Johannestag (27. Dezember) gehört zum Brauchtum. Jedes Familienmitglied soll einen Schluck davon trinken - für Gesundheit und Glück - ein paar Tropfen Wein kommen auf den Kopf.

Schön langsam neigt sich das Jahr zur Neige, der Silvesterabend ist genauso wie der 5. Jänner eine Raunacht. Allerdings mit dem Unterschied, dass am 5. Jänner der Topf mit der Glut nach dem Räuchern in den Garten gestellt und darin der restliche Palmbuschen verbrannt wird, als Symbol und Bitte für ein fruchtbares, erfolgreiches, kommendes Erntejahr.

Unsere Gäste können das Brauchtum rund um Weihnachten aktiv miterleben - das Kekse backen in der Vorweihnachtszeit ist jederzeit möglich und wir freuen uns über Mithilfe.