Zu Besuch am Schafflhof

Blogartikel // 10. Okt. 2017
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Regionale Gaumenfreuden!

Erdäpfeltiger aufgepasst! Leinölerdäpfel und Erdäpfelkas, das lob ich mir!
Nichts geht doch über ein herzhaftes Erdäpfelgericht mit dem eigenen Leinöl verfeinert.

Erdäpfel wird es im Herbst am Schafflhof hoffentlich einige geben – der großzügige Erdäpfelacker ist mir bei unserem Spaziergang zum Leinfeld gleich ins Auge gestochen.

Gespräch vor dem Erdäpfelacker mit den Bauersleuten © Werner Platetter

Und Bauer Christian hat die Gelegenheit sofort genutzt und mich zum Erdäpfelklauben Mitte September eingeladen. Aber bis dorthin dauert es noch ein bisschen.

 

Kartoffelacker im Mühlviertel im September © Werner Platetter

Gut, dass Oma Gusti schon ein paar Kartoffeln der Sorte Agraria im Keller hat. Sonst wäre aus unserem Kochvorhaben nichts geworden. Ich freu mich, dass wir die regionstypischen Leinölerdäpfel und den herzhaften Erdäpfelkas in der Bauern-Kuchl zubereiten. Gusti hat bereits die mehligen Erdäpfel gekocht und die anderen Zutaten geschnitten. Der Kochlöffel – oder besser gesagt der Rührbesen – kann nun geschwungen werden!

Zutaten Leinölerdäpfel © Werner Platetter

Mühlviertler Leinölerdäpfel (4 Personen)

*Die Menge der Erdäpfel ist variabel, ob als Hauptspeise oder als Beilage serviert.

Zutaten:
  • 8 Stk. große halbmehlige (oder festkochende) Erdäpfel
  • ca. 1/8 l Leinöl,
  • 1 EL Leinsamen,
  • ca. 1/2 l Milch, Kräutersalz, Pfeffer
  • Sauerrahm nach Belieben
  • Schnittlauch und Petersilie

Zubereitung:

Die Erdäpfel mit der Schale kochen, schälen und blättrig schneiden (je nach Belieben der Konsistenz können die Erdäpfel geschnitten oder mit einer Erdäpfelpresse gepresst werden).

Heiße Milch hinzugeben und mit den Erdäpfel sämig verrühren, mit Sauerrahm verfeinern und mit Salz & Pfeffer würzen. Zum Schluss das wertvolle Leinöl untermengen und beim Servieren mit einigen Tropfen Leinöl beträufeln sowie mit Leinsamen, Schnittlauch und Petersilie garnieren. Dies ist als Hauptspeise mit Brot, Salat oder auch als Beilage ein hervorragendes Gericht.

Rezept Leinöl-Erdäpfelkas

Nichts einfacher als das!

Je nach Personenanzahl gekochte Erdäpfel in eine Schüssel pressen, feingehackte Zwiebel hinzugeben, etwas Sauerrahm beimengen und abschließend mit Salz und Leinöl verfeinern. Alle Zutaten verrühren und mit Kräutern wie Petersilie und Schnittlauch garnieren.

Guten Appetit! Schmeckt herrlich auf Schwarz- und Weißbrot!

 

Rund ums Leinöl – Leinöl-Tipps:

  • Das kaltgepresste Öl ist empfindlich gegenüber Wärme, Licht und Sauerstoff, daher wird es leicht ranzig. Zum Schutz vor Oxidation (ranzig werden) nur kleine Flaschen kaufen und im Kühlschrank aufbewahren, dort ist das Öl etwa 10 Wochen haltbar. Angebrochene Flaschen möglichst rasch verbrauchen.
  • Frisch gepresst schmeckt das Leinöl leicht nussig, bitter wird das Öl nur durch ungünstige Lagerung.
  • Es sollte nicht erhitzt werden, zum Braten und Kochen ist es ungeeignet. Fertig gebratenes Gemüse kann jedoch mit einem Esslöffel Leinöl verfeinert werden.
  • Genusstipp: Leinöl schmeckt hervorragend zu Topfenaufstrichen, Topfenmüsli, Kartoffelsalat, Kraut oder harmoniert auch bestens mit Süßspeisen – einfach die warmen Speisen wie Zwetschkenknödel, Erdäpfelnudeln oder Vanilleeis mit ein paar Tropfen Öl beträufeln.

Während der Zubereitung erzählt mir Oma Gusti, dass das Leinöl für sie generell einen besonderen Stellenwert hat. Es ist ein pflanzliches Öl mit wertvollen Fettsäuren, in der auch die Alpha- Linolensäure eine wesentliche Omega 3-Fettsäuren enthalten ist. In einem Gespräch mit Katrin Frischer, Ernährungswissenschafterin der Landwirtschaftskammer Oberösterreich erfahren ich, dass das Leinöl deshalb entzündungshemmend wirken kann. Ebenso unterstützt es den Magen-, Darmtrakt und stärkt die Verdauung. Daher schwören viele Leinölliebhaber auf einen Esslöffel täglich im nüchternen Magen. Ich lass mir das Öl aber heute in Form unserer Erdäpfelgerichte schmecken. Herrliche wie das schon duftet!

Leinölerdäpfel und selbstgebackenes Brot auf Gmundner Keramik © Werner Platetter

Essenszeit

Angerichtet werden die beiden Schmankerl in zwei grün-gestreiften Gmundner Keramik Schüsseln. Ein bisschen Leinsamen drauf, mit Petersilie garniert und schon steht dem Schlemmererlebnis nichts mehr im Wege. In der urigen Mühlviertler Bauernstube treffen dann zu Mittag alle Familienmitglieder ein und wir genießen bei angeregten Gesprächen die zubereiteten Speisen.

Ein wunderbarer Besuch neigt sich leider dem Ende zu und ich bin sehr fasziniert vom gesamten Hof, vom Familienleben der Kainbergers und von der gelebten Bio-Philosophie. Ein Mühlviertler-Hof mit herzlichen Bauersleuten, die einen wertvollen Zukunftsweg eingeschlagen haben! Das gefällt mir!

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