#WieWirLeben: Den Jüngsten das Wichtigste mitgeben

Blogartikel // 04. Feb. 2019
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Am Biobauernhof Stefaner in Treffen bei Velden glitzern Kinderaugen genauso strahlend, wie das türkisblaue Wasser des Wörthersees im Sonnenlicht. Ein Teil dieses Lachens setzt sich aus Neugierde und bereits erlerntem Wissen zusammen – vor allem grinsen die jungen Gäste aber deshalb, weil sie hier hautnah erleben, welche Werte im Leben wirklich zählen.

Viele suchen jahrelang danach, anderen wurde er bereits als Kind in die Wiege gelegt: Der Pfad des eigenen Lebens. Kriemhild Stefaner wusste schon als junges Mädchen, welche Werte für sie unersetzbar waren. Am elterlichen Bergbauernhof aufgewachsen, waren es die Gäste, die ihr Erwachsenwerden mitbestimmten und prägten. „Der herzliche und ehrliche Umgang gehörte für mich immer schon dazu. Ich habe es beispielsweise unseren Gästen von damals zu verdanken, dass ich überhaupt schwimmen gelernt habe.“ Denn wenn der Sommer über das südliche Land Einzug hielt, war es meist den Kindern im Tal vorbehalten, in den trinkwasserreinen Seen ausgelassen die Ferientage zu genießen. Hoch oben an den Berghängen rief hingegen die mühselige Heuernte. „Da ging einem natürlich das Herz auf, wenn die Gäste fragten, ob wir mit zum Schwimmen fahren wollten.“ Diese Kindheitserinnerungen gaben auch den Ausschlag dafür, dass Kriemhild viele Jahre später, als sie bereits auf den Bauernhof ihres Mannes Herbert gezogen war, die Zimmervermietung nicht missen wollte. „Mittlerweile vermiete ich seit 30 Jahren. Aus den Familienzimmern wurden geräumige Ferienwohnungen, aus der Halbpension wurde ein individuell abgestimmtes Kulinarik-Konzept, welches den Gästen mit Flexibilität entgegenkommt und Kriemhild den ein oder anderen freien Abend beschert.

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Bauer Herbert? Dürfen wir helfen?

Vor allem die jüngsten Gäste dürfen voll und ganz in das Landleben des spezialisierten Baby- und Kinderbauernhofes eintauchen. Rund um den Hof liegen Wiesen und Felder, die Kinder können sich in einem geschützten Bereich austoben, wo hinter jeder Ecke ein neues Abenteuer steckt. „Wir integrieren sie in unsere Arbeit: Im Stall beim Füttern und Melken unserer 35 Milchkühe, bei den ersten Reitversuchen oder bei der täglichen Suche nach dem Frühstücksei. Schlicht und einfach wie wir leben.“ Und nicht selten sind die Eltern von ihrem eigenen Kind völlig überrascht, wenn sie miterleben, wie der Nachwuchs im Umgang mit den Tieren plötzlich ganz ruhig wird: „Unsere Katzen und Hunde sind die wichtigsten Therapeuten für lebhafte Kinder.“

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Kennst du Kärnten?

Für alle, die gerne über den „Hofrand“ hinausschauen, gibt es am Stefanerhof ein besonderes Urlaubsschmankerl: „Jeder Gast erhält bei Anreise die Kärnten Card als Geschenk dazu. Wir fühlen uns mit der einmaligen Kärntner Berg- und Seen-Landschaft zutiefst verbunden, jeder soll die Möglichkeit haben, diese kostengünstig kennen und schätzen zu lernen.“

Küchenfee mit Hang zu Bio

Ob variantenreiches Frühstücksbuffet oder regionale Gerichte, Kriemhild achtet stets darauf, dass ausschließlich reine Bioprodukte auf den Tisch kommen. Der Hintergedanke ist logisch: „Wenn wir Bauern unsere Produkte nicht selbst kaufen, dann brauchen wir uns erst gar nicht über den Milchpreis aufregen. Hochwertige Produkte kosten eben mehr und das möchte ich unseren Gästen vermitteln.“ Ob diejenigen dann gleich komplett umdenken, wagt Kriemhild zu bezweifeln: „Ich glaube aber schon, dass man das Bewusstsein schärfen kann. Das, was ich esse, sollte mir etwas wert sein.“
 
Dass Statistiken und Tourismusforscher im Gast immer mehr den Kurzurlauber sehen, bereitet Kriemhild keine große Sorge: „Unter eine Woche wird selten gebucht. Es ist die Zeit, die für uns arbeitet. Die Sehnsucht nach Entschleunigung wird immer größer. Viele wollen quasi zurückreisen, zu ihren Wurzeln. Und wo kann man das besser erleben, als auf einem Urlaub am Bauernhof?“
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