Winterliches Stallgeflüster

Blogartikel // 28. Nov. 2017
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Im Sommer warten weitläufige Almen, grasgrünes Wiesengras und jede Menge frisches Gemüse auf Hausschwein, Hase und Co. Doch wie verbringen die Tiere am Bauernhof eigentlich ihren Winter? Ein Stall-Einblick.

Es ist ein prächtiger Anblick: Wenn an goldenen Herbsttagen aufgeschmückte Rinderherden mit Blumenkränzen und Schleifen den Weg von der Alm in das Tal hinab antreten. Begleitet von klingenden Kuhglocken und den richtungsweisenden Rufen der Bauern setzen sich zu dieser Jahreszeit wahrlich Karawanen in Bewegung.

Für die nötige tierische Motivation sorgt meist ein Eimer voll mit Getreide, denn ein Kuhmaul voll davon marschiert es sich schon wesentlich leichter. Schwächere und kranke Tiere dürfen den weiten Weg bequem mit dem Traktor bestreiten. Nach langen Sommermonaten auf der Alm kehrt im Winter nun die Stallzeit ein, die Tiere werden in lichtdurchfluteten Ställen mit regelmäßigem Auslauf gebracht. Wenn alle Tiere am Hof versammelt sind und über den Bergspitzen erste Schneewolken ziehen, kann er beginnen, der tierischer Winter.

Kühe im Schnee 01 © Daniel Gollner

Stärkendes Futter

Ja, zu dieser Zeit ist im Stall richtig was los, mit dem Bauer mitgehen lohnt sich also: Für ihn heißt es nun, das geerntete Futter sparsam über die kommenden Wintermonate zu verteilen. Gerade bei den Mutterkühen herrscht ein enormer Bedarf an Nährstoffen und anderen Futterkomponenten, die das komplexe Magensystem des Wiederkäuers entwickeln und zudem die Qualität der Milch fördern. Wer mit dem Bauer gemeinsam die Milchgabel schwingt und den Tieren frisches Getreide in die Futtertröge streut, Ziege und Hase mal verstohlen eine frische Karotte zusteckt, wird zudem viele Zusammenhänge besser verstehen und kennen lernen.

2 Kinder im Kuhstall im Winter © Daniel Gollner

Von kalten Rauhnächten und Weihnachten

Besonders die kleinen Hofgäste sollten am Weihnachtsabend ja nicht von der Seite des Bauers weichen. Warum? Einer alten Sage nach sollen die Tiere im Stall um Mitternacht sprechen können und über die Zukunft erzählen. Aber psssttttt! Sobald die Tiere einen hören, ist der Zauber sogleich vorbei. Mucksmäuschenstill muss man sein. In den Rauhnächten ist es hierzulande übrigens üblich, mit einer rußigen Pfanne, welche mit Ofenglut, Weihrauch und Palmzweigen gefüllt ist, den Stall auszuräuchern. Jegliches Böse sollte dadurch vom Hof fernbleiben, damit sich das Glück ausbreiten kann.