„Wir haben alles im Kleinformat“

Blogartikel // 09. Nov. 2017
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Fährt man nach Saalfelden am steinernen Meer, eröffnet sich eine Arche Noah der ganz besonderen Art. Am Unterbiberghof kümmern sich Barbara und Susanne um Katzen, Hunde, Ponys, Schweine, Ziegen und Schafe. Die tierischen Bewohner sind die eigentlichen Stars der Urlaub am Bauernhof-Gäste.

Vor 24 Jahren ist Barbara auf den Unterbiberghof gekommen. Damals wurde hier noch Milchwirtschaft betrieben. Das bedeutet, dass Kühe und Kälber vor Ort zu sehen waren. Nach dem Tod von Barbaras Mann wurde diese Arbeit aber zu viel. Statt den Kühen kamen immer mehr andere Tiere auf den Hof. „Einige davon haben wir gerettet, wir sind einfach sehr tierlieb“ erzählt uns Susanne. Als Tochter des Hauses kümmert sie sich um das Wohl des Tiere, füttert sie, zeigt sie den Gästen. Und passt auf, dass alles in Ordnung ist. Mit ihren 21 Jahren hat sich Susanne nach der Matura dazu entschieden, zuhause im Betrieb zu arbeiten. „Wir haben alles im Kleinformat“, lacht Barbara: Hasen, Meerschweinchen, Ziegen, Ponys. Das größte Tier ist ein Pferd mit 1,47 Meter Höhe.

Bäuerin und Jungbäuerin © Matthias Gruber

Zweimäderl-Haushalt mit ganz viel Hilfe

In der Zwischenzeit kümmert sich Barbara um die Vermietung. Bald werden auch die restlichen Privatzimmer durch Ferienwohnungen eingetauscht, damit sich die Gäste noch unabhängiger bewegen können. Platz gibt es am Unterbiberghof genug: Direkt vor dem Bauernhof breitet sich eine großzügige Liegefläche aus, wo die Kinder spielen können und Eltern im Liegestuhl entspannen.

Garten am Unterbiberghof © Matthias Gruber

Für Susanne war es immer schon klar, dass sie nach der Matura am Hof arbeiten möchte. Auch ihr Bruder wohnt hier. Er arbeitet zwar hauptberuflich, unterstützt seine Familie aber, wo er nur kann. Das betrifft vor allem die Heuernte im Sommer. „Da helfen immer alle zusammen“, sagt Barbara, „anders würde es eh nicht gehen.“ Dass der Hof wieder in Hand der Familie Hörl ist, hat überhaupt viel mit den Kindern zu tun. Während diese nämlich noch klein waren, hat Mutter Barbara den Hof verpachtet, es waren nur mehr ganz wenige Tier am Unterbiberghof zuhause.

Susanne Hörl © Matthias Gruber

Mit dem regen Interesse von Susanne hat sich das im Laufe der Jahre verändert. Fragt man Susanne nach ihrem Lieblingstier, dann kann sie sich nicht entscheiden. „Sie sind alle gleich lieb.“ Susannes Tiere haben alle einen Namen, dieser wird stets in der Familie gemeinsam beschlossen. Wo die Inspiration herkommt? Meistens von Tieren aus Zeichentrick-Serien. So tragen die Schweine zum Beispiel die Namen von Disney-Größen: Timon und Pumba oder Schweinchen Babe.

Der Gäste-Hit? Das Ponyreiten. Das geht aber leider nicht immer, am Unterbiberghof wird ganz genau auf das Wohl der Tiere geachtet. Wenn diese müde sind, muss eine Pause her.

Mit einer neuen Generation kommt auch neuer Schwung ins Haus. Die Zukunft bringt nicht nur viele tierische Momente, sondern auch ganz neue Visionen. Chalets sollen gebaut werden und Gäste einladen, darin zu übernachten. Weit weg von den Tieren sind die Gäste aber nicht. Die Chalets sollen auf die Wiesen vor dem Hof kommen. Außergewöhnlich ist im Pinzgau nicht nur die Übernachtung. Mit der Gästekare „Löwen Alpin Card“ kann man in Saalfelden-Leogang jede Menge erleben. Für Barbara ist es klar, dass sie ihren Gästen den Zugang zu der Karte ermöglicht.

Und was machen die Damen vom Unterbiberghof, während die Gäste auf Ausflug sind? „Früh aufstehen, die Tiere füttern und im Stall nach dem Rechten schauen“, lachen Barbara und Susanne. Am Unterbiberghof wird alles von den beiden erledigt: Zimmer aufräumen, den Hof in Schuss halten und sich um die Wald- und Wiesenflächen rund um den Hof kümmern. Das ist es auch, was die Gäste am Unterbiberghof schätzen: den liebevoll geführten Haushalt, die flauschigen Tiere jeder Größe und die wunderbare Natur, die sich links und rechts vom Hof erstreckt. Idyllischer könnte es nicht sein.

Bäuerin mit Küken © Matthias Gruber