Wo große Freundschaften entstehen und Gäste heimkehren

Blogartikel // 17. Juni 2021
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Sieglinde und Alois Essl haben am Gut Neusess einen Ort geschaffen, welcher einerseits glückliche Kinderherzen verspricht und andererseits die Erwachsenen zu Heimkehrern macht.

Am Gut Neusess der Familie Essl trifft der Begriff „Urlaub machen“ nicht ganz zu: Viele ihrer Gäste würden es eher als „heimkehren“ bezeichnen. Sieglinde und Alois lieben was sie tun, und dies lässt sich am Gut Neusess in jedem Winkel spüren. „Wir genießen das Zusammenleben mit den Gästen sehr, es ist wie in einer großen Familie“, ist Sieglinde stolz auf das Geschaffene. Ursprünglich aus dem Pinzgau, wollte sie schon immer Bäuerin werden und im Zuge einer Pferdeversteigerung war es eines Tages schließlich soweit: Sie lernte Alois kennen und lieben und verlegte ihren Lebensmittelpunkt mal 120 Kilometer weiter östlich in den schönen Lungau. Gemeinsam zog man vier Kinder groß, die allesamt die Liebe zum Hof und den Tieren teilen. Die Nähe zur Natur und Ursprünglichkeit will man auch den Gästekindern weitervermitteln: „Gemeinsam in den Stall gehen, die Eier holen, die Tiere füttern, zusammen auf die Alm fahren, das ist für viele eine besonders wertvolle Zeit. Wir haben damit schon viele glückliche Kinderherzen geschaffen.“

500 Jahre Hofgeschichte

Bereits im Jahr 1992 stellte man den Betrieb auf Bio um, schloss das ehemalige Gasthaus und schuf neben dem Milchbetrieb ein zweites Standbein mit der erfolgreichen Vermietung von Ferienwohnungen. Aus Bayern, Österreich und dem fernen Texas zieht es seitdem naturverbundene Familien hierher. „Die Gästeschicht ist schon eine andere als in den Städten. Zu uns kommen viele aufmerksame Menschen, die verstehen möchten, wie das ehrliche Leben am Hof vonstatten geht. Da lernen die Eltern genauso viel dazu, wie die Kinder“, weiß Sieglinde. Zusehen, wie die Kälber getränkt werden, verstehen, dass das Stierkalb nicht am Hof bleiben kann, ehrlich erzählen, was in weiterer Folge passiert – darauf wird viel Wert gelegt. Und darauf, dass die Kinder wieder ihre natürliche Art zu Spielen wiederentdecken: Nämlich weg vom Tablet, raus in die Natur.

Spielzeit im Märchenwald

Wo man im eigens geschaffenen, zauberhaften Märchenwald von Station zu Station sausen kann, um sich als Schatzsucher zu versuchen oder im Hexenhaus dem ein oder anderen Geheimnis auf die Schliche zu kommen. „Der Märchenwald oberhalb des Hofes soll für die Jüngsten ein Ort sein, der zum Spielen mit dem Natürlichen einlädt. Neben Holztafeln mit sagenumwobenen Geschichten haben wir dort eine Kugelbahn, die die Kinder selbst mit einigen knorrigen Ästen bauen können. Gefallene Blätter den Bäumen zuordnen, eine reife Himbeere kosten, das Ursprüngliche erleben, das ist unser Ziel.“ Welches funktioniert. Ausgelassen lässt es sich den ganzen Tag toben, entdecken und lernen. Aber wenn die Uhr am Nachmittag zur fünften Stunde schlägt, ist alles und jeder, Groß wie Klein, Jung wie Alt, am Hof versammelt. Dann ist Stallzeit. „Jeder Gast ist anwesend und begleitet uns zu den Tieren. Man trifft sich, tauscht sich aus, lernt sich kennen. Viele Gästefamilien finden im Zuge dessen zusammen. Bei uns haben sich große Freundschaften entwickelt. Das gibt letztlich auch uns Kraft und bestätigt den eingeschlagenen Weg.“

Weil man an jedem herzlichen Kinderlachen, jeder freundlichen Umarmung einfach spürt, dass zum Abschied zwar ein wenig Wehmut mitschwingt, doch die Vorfreude auf das nächste Jahr bereits gleichermaßen ansteigt. Die Vorfreude auf eine neuerliche Heimkehr.

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