Zirbenholz fürs Gästebett

Blogartikel // 27. März 2019
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Am Bauernhof schläft sich‘s gesund

Sie ist in aller Munde: die Zirbelkiefer. Unsere Bauern schwören schon lange auf die gesunde Wirkung dieses Holzes. Doch was ist eigentlich dran an dem Hype? Ist das alles nur ein Trend der Holzbranche, um die Tischlerzunft anzukurbeln? Oder kann die Zirbe wirklich was? Die Wissenschaft hat dazu eine klare Antwort: Ja, die Zirbe kann was. Und ganz schön viel.

"Ich hab noch nie so gut geschlafen"

Mitten in der steirischen Zirbenlandregion steht der Bauernhof der Familie Straßer. Das Baumgartnerhaus ist ein alter Hof – er stammt aus dem Jahr 1830. Bei der Renovierung wurde nicht nur viel Wert auf Urigkeit gelegt, sondern auch auf die Verwendung nachhaltiger und gesunder Materialien. So ist es nicht verwunderlich, dass die Gästebetten aus Zirbenholz gezimmert wurden. Dieses Holz sorgt nämlich für guten, gesunden Schlaf. Und das ist wissenschaftlich erwiesen. Die Gäste wissen es zu danken!

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Das sagen die Experten

Unsere Bauern wussten ja schon immer, dass es sich in einem Zirbenbett gut schläft. Im Jahr 2002 nahm sich schließlich auch die Wissenschaft des Themas an. Das Joanneum Institut in Weiz ließ für eine Studie eine Anzahl von Testpersonen 72 Nächte lang in Betten aus Zirbenholz schlafen. Diese berichteten bald von einer stark verbesserten Schlafqualität mit großem, nachhaltigen Erholungswert. Die medizinischen Untersuchungen bestätigten diese subjektive Wahrnehmung: Die Herzfrequenz der Teilnehmer war nicht nur während des Schlafens verringert, sondern zeigte auch tagsüber verbesserte Werte. Im Durchschnitt „ersparte“ sich jeder Proband pro Tag 3.500 Herzschläge – das entspricht einer ganzen Stunde Arbeit fürs Herz. Außerdem stellte man fest, dass das Zirbenholz eine Substanz enthält (Pinosylvon), welche nachweislich eine toxische Wirkung gegen schädliche Organismen wie Pilze oder Bakterien hat. Da atmen auch Allergiker auf.

Königin der Alpen

Unterhalb der Mittelalterstadt Hall wächst auf 1.880 Metern der älteste Baum Tirols: eine Zirbe. Seit über 700 Jahren steht sie abseits der Wanderwege im unberührten Anpasser Kessel. Knorrig trotzt sie dem Wind, ihre schartige Rinde zeugt von kalten Wintern und heißen Sommern, Flechten kriechen ihren Stamm hinauf. In den Ästen haben gleich mehrere Spechtfamilien ihre Brutplätze errichtet. 1926 wurde dieser Baum zum Naturdenkmal ernannt – ein Exemplar als Vertreter einer edlen Art.

Die Zirbelkiefer stammt aus der Familie der Kieferngewächse. Sie wächst seit der letzten Eiszeit im subalpinen Alpenraum (also hoch oben, dort, wo der Wald endet und nur noch einzelne Bäume stehen). Zirben sind also knorrige „Einzelgänger“, sie können bis zu tausend Jahre alt werden. Die Bäume können einen Durchmesser von bis zu zwei Metern erreichen und 20 Meter hoch werden. Das Holz der Zirbe wird durch die Witterung geprägt. Es ist langlebig, hart und wohlriechend. Nicht zufällig nennt man die Zirbe auch "Königin der Alpen".

Kapelle mit Zirbe auf der Alm  © Bernd Suppan

Mehr als Holz

Schon in der Vergangenheit nützten die Bauern die Zirbe auf vielfältige Weise. Da wurden aus den Zapfen Sirupe und Liköre hergestellt, da wurde Schnaps gebrannt und es wurden gesunde Hautcremes gerührt. Wer kein Zirbenbett hatte, lagerte die Bettwäsche in Truhen aus Zirbenholz und verwahrte seine Lebensmittel im Zirbenschrank. Dieses alte Wissen blieb bis heute erhalten und wird laufend ergänzt, ganz nach den Bedürfnissen unserer Zeit. Familie Dörfler im Kärnter Sirnitz vom Bauernhof Wugganig etwa ist stolz auf eine Sauna aus Zirbenholz. Am Ierzerhof im Tiroler Pitztal ist gleich eine ganze Ferienwohnung aus dem gesunden Holz gebaut.

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So soll Urlaub sein

Die Erholung beginnt an der Türschwelle. Harzig, satt und mit einem Hauch Vanille strömt der markante, einzigartige Duft aus dem Zirbenzimmer. Viele Leute behaupten ja, schon allein durch den Geruch dieses Holzes einen Gang runterzuschalten. Eine Besonderheit der Zirbe ist ja übrigens auch die Beständigkeit ihres Dufts. Was braucht es also für die Erholung? Einfach nur einatmen!

Wie schön, wenn am Bauernhof alles zusammenpasst – rustikale Gemütlichkeit und das Wohl der Gäste. "Hier riecht es nach Zirbe und Abenteuer! Wir passen in keine Schublade, die Wände sind schief, die Böden knarren, das ist unser Haus, es wurde nicht geplant – es ist einfach passiert!" So beschreibt Familie Wachter aus Fiss ihren alten Hof. Bei den Wachters wurde schon immer auf Zirbenholz gesetzt, bei der Neugestaltung der Bio-Appartements wurde auf die Tradition zurückgegriffen. Nun - ob Zirbensauna, Zirbenbett oder ein ganzes Zirbenappartement - Am Bauernhof ist der Urlaub noch ein Stückerl gesünder.

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