Wie mir meine Kinder beigebracht haben, den Winter zu mögen

Blogartikel // 17. Dez. 2020
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Als Österreicher darf man das ja eigentlich gar nicht sagen und als Salzburger noch viel weniger, aber, ich mag den Winter nicht. Für mich ist das immer mit Wind, Kälte, Dunkelheit und Schnee schaufeln verbunden. Seit meine Kinder im Schnee-herumtobe-Alter sind, kann ich aber fast nicht aus, den Winter doch zumindest ein bisschen zu mögen.

Wenn ich abends vor der Terrassentür stehe und den Kindern erkläre, dass es bald schneien wird, sehen mich meine Kinder jedes Mal an, als wäre ich Gott höchstpersönlich!„Woher weißt du das“? kommt dann die Frage. „Das riecht man“, ist dann meine einfache Antwort – ein unbeschreiblicher Geruch, den die Winternacht verströmt, wenn Schnee im Anmarsch ist.

 
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Kinderaugen sehen anders

Eine negativ besetzte Winterkälte kennen meine Kinder nicht. Grundsätzlich habe ich das Gefühl, Kinder sind bei Kälte schmerzbefreit. Vollkommen begeistert stehen sie morgens am Fenster und schauen dem Schneetreiben zu. Man muss sie davon abhalten, nicht im Pyjama und barfuß in den Schnee zu springen. Begeisterung in den Augen, wenn sie mir die Schneeblumen am Fenster zeigen, die sich durch diese Kälte gebildet haben oder die Begeisterung für den glitzernden Schnee. Das sind die schönen Kleinigkeiten des Winters, auf die uns unsere Kinder hinweisen, weil wir Erwachsene sie oft schon längst nicht mehr bemerken.

In der Vorweihnachtszeit, wenn es die Kinder nicht mehr erwarten können, dass es dunkel wird, wird gemeinsam mit den Kindern der Garten und das Haus mit Lichterketten und Laternen geschmückt – etwas wirklich ganz Besonderes. Wie kleine Leuchttürme heben sich die beleuchteten Häuser aus der dunklen Winternacht hervor.
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Eine eigene kleine Welt bauen

Die aufgeschütteten Schneehügel im Winter sind das Gegenstück zu den Erdhaufen des Sommers – für Kinder einfach unwiderstehlich. Vor allem der Winterwind sorgt oft für kunstvoll aufgerichtete Schneewehen. Wenn dann auch noch die Schneeschaufel zum Einsatz kommt, mit der sonst nur das Auto freigeschaufelt wird, kommen auch die Kinder voll auf ihre Kosten. Denn Schippe für Schippe entsteht aus dem Schneeberg ein Iglu, eine Rutschbahn oder eine Sprungschanze. Da kann der Hügel noch so klein sein – für eine Rutschpartie reicht er allemal.
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Winter ist viel mehr als nur Ski fahren

Das SalzburgerLand ist zwar das Land der Skifahrer, aber wir verbringen mit unseren Kindern sehr viel Zeit abseits der Pisten, da gibt es so viel mehr als Skifahren und Pistenabenteuer. Denn den meisten Kindern geht es im Winter nicht ums Skifahren, sondern um das Schneeerlebnis. Rein in den Skianzug und raus in den Schnee. Nirgends sind Kinder so lange und so mit sich selber beschäftigt, wie im Schnee. Da wird der Schneemann gebaut, der Rodelhügel aufgeschüttet und die Schneebälle fliegen einem um die Ohren. Der verschneite Waldweg wird zur Naturrodelbahn oder der kleine Fischteich zum Eislaufplatz.
 
Ob man am Fenster im warmen Wohnzimmer steht und die ruhige, stille Winterlandschaft auf sich wirken lässt, stundenlang durch die verschneite Landschaft wandert und die Natur im Ruhemodus auf sich wirken lässt, oder mit den Kindern bis zur vollkommenen Durchnässung im Schnee tobt – das sind die schönen Seiten den Winters.
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