So wirkt die Natur

Blogartikel // 24. Aug. 2020
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So wirkt die Natur

Kaum befinden wir uns draußen in der Natur und an der frischen Luft, hellt sich unsere Stimmung auf. Stress scheint auf magische Weise abzufallen, wir atmen tief ein und fühlen uns sofort wohler. Aber warum ist das so? Welche Auswirkungen hat die Natur auf unseren Körper tatsächlich? Immer mehr Studien belegen: Wer viel draußen ist, ist auch gesünder - physisch und psychisch.

Urlaub am Bauernhof - das ist eine ganz besondere Zeit. Denn dann verbringt man nicht nur Zeit am Land, sondern lebt im Einklang mit der Natur. Vom ersten Hahnenschrei am Morgen bis zu Käuzchenrufen bei Einbruch der Dunkelheit: Schon nach kurzer Zeit gewöhnen sich die Gäste an die vielfältige Geräuschekulisse, die gute Stimmung, die sich wie von selbst einstellt und die Tatsache, dass sie viel tiefer und besser schlafen. Wir dürfen vorstellen: Das ist „Doktor Natur“ bei der Arbeit. Die Natur wirkt sich nämlich auf vielfältige Art und Weise positiv auf den Körper aus.

Die Kraft des Gehens

Einer der wichtigsten Effekte ist, dass sie als Bewegungsanreiz dient - und Bewegung ist gesund, das ist kein Geheimnis. Eine der Sportarten, die Forscher als am gesündesten bewerten, ist das Wandern. Wer regelmäßig die Wanderschuhe schnürt, kann seinen Blutdruck auf Dauer senken. Das Herz-Kreislaufsystem wird angeregt und die Lungenfunktion verbessert. Wandern wirkt aber auch als ganzheitliches Fitnessprogramm. So werden beim steten bergauf Gehen überraschend viele Kalorien verbraucht; oft sogar um 14 Prozent mehr als beim Joggen auf einer geraden Ebene. Die heilsame Kraft des Gehens beeinflusst auch die Stimmung. In Studien fanden Wissenschafter Hinweise darauf, dass das Wandern jene Hirnregion stärkt, auf die auch Antidepressiva wirken. Die gleichförmige Bewegung führt außerdem zu einer verbesserten Gedächtnisleistung. Wer die Beine trainiert, trainiert gleichzeitig auch das Gehirn. Gut, dass Kärnten als eine der wanderbarsten Regionen des Landes gilt.

Man muss sich aber nicht gleich auf in Richtung Gipfel machen, um in den Genuss der positiven Auswirkungen der Natur zu kommen. Auch Radfahren, Schwimmen, Spazierengehen, Reiten und Gärtnern zählen zu den gesundheitsfördernden Aktivitäten in der Natur. Oder soll es doch lieber eine rasante Abfahrt über verschneite Berggipfel oder sanftes Dahingleiten auf einer der Langlaufloipen sein? Die abwechslungsreiche Naturkulisse in Kärnten lädt zu jeder Jahreszeit ein, aktiv zu werden. Aber selbst, wenn man nur auf einem Bänkchen im Garten des Hofes sitzt und die Vögel zwitschern hört oder dem Rauschen eines Baches lauscht, macht das etwas mit dem Körper. Denn Umweltgeräusche wirken beruhigend und regen den Denkprozess an. Dieser Effekt ist mittels Gehirnscan gut messbar. Die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut sinkt, der Pulsschlag verlangsamt sich. Draußen ist der Mensch aufmerksamer, das viele Licht macht wacher. Ein Urlaub am Bauernhof macht also nicht nur Spaß und sorgt für Erholung - er ist auch gesund! Und tritt doch einmal ein Wehwehchen auf, ist dagegen auch ein Kraut gewachsen.

uab_ktn_natur-gut-lassen-wald © Daniel Gollner

Tausendsassa Honig

Apropos wachsen: Ohne Bienen geht da gar nichts! Gut, dass sich in Kärnten über 3.000 Imkerinnen und Imker um das Wohl der geflügelten Schwerstarbeiter kümmern. Einer davon ist Arno Kronhofer von den Kronhofer Apartments. Er betreut über 100 Bienenvölker und eine Schauimkerei, in der Interessierte alles über die Herstellung von Honig und über die Bienenzucht erfahren können. Honig ist nämlich mehr als nur ein süßer Brotaufstrich. Er wirkt kreislauffördernd, antibakteriell und entzündungshemmend. Die enthaltenen Antioxidantien können das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall verringern, zudem soll Honig auch das Immunsystem stärken. Ein weniger bekanntes Einsatzgebiet ist die Wundversorgung. Honig verhindert, dass sich Krankheitserreger in Wunden vermehren können, er entzieht Bakterien Feuchtigkeit und tötet sie ab, außerdem beschleunigt er die Wundheilung.

Bienen - Imker © Daniel Gollner

Heilmittel aus der Natur

Die Kärntner Natur ist wie eine gut gefüllte Apotheke. Die Bauern und Bäuerinnen wissen um die Schätze aus der Natur bestens Bescheid. Besonders beliebte Hausmittel:
 
Johanniskraut: Auf die Psyche wirkt es stimmungsaufhellend und beruhigend, äußerlich angewandt wird Johanniskrautöl als Pflege bei trockener oder schuppiger Haut eingesetzt
Maiwipferl: Die Jungtriebe von Fichten und Tannen beinhalten viele ätherische Öle, Harze, Tannine und viel Vitamin C. Sie wirken antiseptisch und fördern den Abtransport von Schleim aus der Lunge
Salbei: Als Gewürz verbesserte es die Verdaulichkeit von Speisen, Salbei ist außerdem entzündungshemmend, fördert die Durchblutung und wirkt schweißhemmend
Quendel: Der Feldthymian ist weitverbreitet und wird als Tee, Sirup oder Bad angewandt. Er wirkt wohltuend auf die Lunge und die Bronchien, bei Husten, Blähungen und Völlegefühl. Als Einreibung mit Alkohol hilft Quendel bei Verstauchungen und Quetschungen 
Zirbe: Das Öl der Zirbe wirkt antibakteriell, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und schleimlösend. Durch den Wirkstoff Pinosylvin lindert es rheumatische Beschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen.
Kräuter zum Trocknen aufgehängt © Daniel Gollner

Rezept: Maiwipferl Sirup gegen Husten

Zutaten: 500 g Fichten- oder Tannenwipferl (im Mai geerntet), 1000 g Rohrohrzucker, ein großes Einmachglas zum Ansetzen, ein Leinentuch, eine braune Flasche zur Aufbewahrung
 
Zubereitung: In das große Einmachglas werden abwechselnd eine Schichte Maiwipferl und eine Schicht Zucker gefüllt. Begonnen wird mit den Wipferl, die oberste Schicht muss Zucker sein. Die Wipferlschicht ist immer doppelt so dick wie die Zuckerschicht. Wer will, kann zerkleinerte Spitzwegerichblätter unter die Wipferl mischen. Das Glas wird mit dem Leinentuch verschlossen und an einem sonnigen Platz für zwei Wochen stehengelassen. Ein brauner Sirup setzt sich ab. Dieser wird in die braune Flasche abgesiebt und am besten im Kühlschrank aufbewahrt. Er ist mehrere Monate haltbar. Bei Husten oder Halskratzen einen Teelöffel einnehmen.
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