Der Duft des einfachen Lebens am Tassenbacherhof!

Blogartikel // 17. Okt. 2019
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Der Tassenbacherhof, ein ehemaliger Fuhrmannsgasthof mit eigener Landwirtschaft, hat eine lange Tradition

Ich hatte immer einen Wunsch. Den Duft meiner Mutter zu bewahren. Wie kann man das? Als ich den Tassenbacherhof erbte, war es mir klar. So zu leben, so zu kochen wie meine Mutter. Ob es die Veilchensäcke in der Wäsche sind, das Zirbenholz im Schlafzimmer oder der süße Vanilleduft aus der Küche. Düfte erzählen Geschichten und sind für ewig im Herzen eingefangen. Danke Mama!

Der Tassenbacherhof, ein ehemaliger Fuhrmannsgasthof mit eigener Landwirtschaft hat eine lange Tradition. Seit mehreren Jahrhunderten in Familienbesitz, zeugen die alten Gemäuer, Holzdielen, Möbel und Balken von einer bewegten Geschichte, die dieses Haus, samt seinen vielen Bewohnern und Gästen erleben durfte. Er war Treffpunkt für die Menschen, aus den damals nur mit Pferden befahrbaren Tälern. Raststation für müde, hungrige Gäste, sowie deren Pferde. Hier wurden Feste gefeiert, Geschäfte abgeschlossen, Totenzechen abgehalten und für mehrere Jahre, während der Kriegsjahre war hier auch das Gericht einquartiert. Die Landwirtschaft lieferte das Fleisch, Korn, Milch, Gemüse für die Gastwirtschaft. Viele hilfreiche fleißige Hände bewirtschafteten gemeinsam mit unseren Vorfahren, die steilen Kornfelder, Wälder und Almen, des damaligen Tassenbacherhofes. Im Gasthof wurden diese gesunden Lebensmittel veredelt, gebacken und verkocht. Unser Gasthof war berühmt für seinen Schweinsbraten, Suppen, Rindsgulasch und Mehlspeisen. So war es üblich, dass viele Sillianer Sonntags zu Fuß zum Gasthof Aigner, zum Kaffee und Kuchen spazierten.

Brot Tassenbacherhof

Nach dem Ausbau der Bundesstraße, florierten die Gasthöfe direkt an der Straße! Gäste aus aller Herren Länder machten Halt, auf dem Weg nach Italien und wieder zurück. In den 70er Jahren boomte das Tagesgeschäft. Ich selbst bin in Südtirol aufgewachsen, durfte aber ab dem 10. Lebensjahr in den Ferien nach Tassenbach, ins Gasthaus meines Vaters, zum Helfen. Blumengießen - wir hatten riesige Oleander vor dem Haus - hier entwickelte ich meine Abneigung für diese Arbeit. Servietten falten, Schnitzelfleisch, Würstel vom Lagerraum in die Küche tragen, auf Gäste warten. Sofern sich ein Auto auf der anderen Straßenseite hielt, sprang ich gleich rüber um sie zu fragen ob sie Zimmer bräuchten. Zum Essen gäbe es auch ganz tolle Sachen! So trug ich schon damals dazu bei, das Haus zu Füllen. Hier entwickelte sich meine Neugier und Liebe für Touristen, Touristik und Kulinarik, die mich bis heute nicht losgelassen hat. Nach der Ausbildung zur Köchin in der Hotelfachschule Meran, übernahm ich den Gastbetrieb meines Vaters. Führte ihn mehrere Jahre, die Geburt meiner 5 Kinder, Betreuung der pflegebedürftigen Angehörigen, schlussendlich meine Erkrankung, führten zur Schließung des Gastbetriebes.

2011 – 2013 schafften es meine Kinder und ich endlich, unser geschichtsträchtiges Haus aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Die Restaurierung des gesamten Hauses, mit Hilfe eines renommierten Architekten, hat zwar nicht zur Wiedereröffnung als Gasthaus geführt. Heute präsentiert sich der Tassenbacherhof als Urlaub am Land Betrieb! Die einzigartige Architektur aus dem 16.Jhd, die Nähe zur Landwirtschaft (Landwirtschaft ist verpachtet), garantiert den Gästen die hier in der 250m² große Luxusferienwohnung verweilen, ein besonderes Urlaubsgefühl. In meinen Brotback- und Kochkursen bringe ich den Menschen die Vielfalt der gesunden Lebensmittel aus unserer Region nahe. Mein Ziel ist es, den Gast mit einmaligen Geschmackserlebnissen, noch den Geruch frisch gebackenen Brotes in der Nase, begeistert und erholt durch die vielfältigen Eindrücke der Osttiroler Natur und Gastfreundschaft nach Hause fahren zu lassen. Als Gast kommen – als Freund gehen und wiederkehren! Ich freue mich darauf Ihre Margit Aigner

Gewölbe Tassenbacherhof