Waldbaden

Blogartikel // 31. Juli 2019
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Heute: ein ausgiebiges Waldbad!

Ein Trend aus Japan. Aha, dachte ich mir, kennen wir Tiroler doch, nennen wir einfach „Waldspaziergang“ und außerdem wissen wir doch alle, dass uns der Wald guttut. Dann bekam ich die Gelegenheit ein ausgiebiges Waldbad zu nehmen, mit einem ausgebildeten Waldtherapeuten, drei Stunden lang. Und ich kann euch sagen: Ab in den Wald mit euch. Wir haben einen Wellnesstempel vor der Nase!

uab_tir_tvb_kitzbuehel-schwarzsee © Tirol Werbung / Phelps Andrew

Grüne Kraft

„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün“, wusste schon die mittelalterliche Äbtissin Hildegard von Bingen. Damit nahm die Heilkundige etwas voraus, was von der modernen Forschung bestätigt wird: Der Wald tut Körper und Seele gut. Der Wald beeinflusst – im positiven Sinne – unser Immunsystem, unser Nervensystem und den Hormonhaushalt. Wenn es diese positiven Wirkungen als Pille gäbe, würden wir sie uns alle teuer in der Apotheke kaufen!

Die Bäume kommunizieren auf faszinierende Weise untereinander. Durch Duftstoffe (Terpene) verständigen sie sich untereinander. Wir nehmen dieses Feinstoffliche auf, sobald wir den Wald betreten. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass diese Terpene eine Reihe höchst positiver Effekte auf unsere Psyche und unsere Gesundheit haben.

Plätschernder Bach im Wald © Daniel Gollner

Kraft tanken

Warum tut uns der Wald so gut? Man fühlt sich so wunderbar behütet. Wie ein Schutzschild in einer immer lauteren, unübersichtlicheren Welt. Unser Waldtherapeut hat darauf wissenschaftlich belegte Antworten:

  • der Wald stärkt das Herz
  • macht uns widerstandsfähiger
  • entstresst uns und sorgt für mehr Lebensfreude
uab_tir_tvb_silberregion-karwendel-ahornboden © Tirol Werbung

Wie geht richtiges Waldbaden?

Den Wald bewusst wahrnehmen:

  1. Entschleunigung: Durch langsames Gehen die Umgebung bewusst wahrnehmen und so vermehrt Eindrücke sammeln.
  2. Der Weg ist das Ziel: Es geht nicht um das Endziel, sondern um das Erlebte auf dem Weg dorthin.
  3. Eine gefühlte Beziehung: Waldbaden ist keine Naturerziehung, sondern eine Naturbeziehung.
 

So führe ich also meine „Seele im Wald“ spazieren und zeige ihr die Schönheiten die ich entdecke. „Wir müssen nicht immer alles überanalysieren“, hatte mir unser Führer vorhin gesagt, „das wirkt sich auf unser autonomes Nervensystem, das Hormonsystem und das Immunsystem aus. Durch das Waldbaden soll die Aufmerksamkeit bewusst vom Denken weg hin zu den Sinnen und den Körper gelenkt werden“. Ich atme tief ein und entspanne mich spürbar, was es doch für verschieden Grün-Töne gibt, denke ich mir. Mein Begleiter betrachtet ganz verträumt einen Baumstumpf.