Seinen Kindern die Werte des Landlebens zu vermitteln, das war der Wunsch von Herbert.

Blogartikel // 21. Nov. 2020
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Die Selbstverständlichkeit der Zeit

Seinen Kindern die Werte des Landlebens zu vermitteln, das war der Wunsch von Herbert. Am Madritschof im Kärntner Gurktal ging dieser in Erfüllung.  Vor allem die Herzlichkeit von Resi und Hansi ist es, welche die Münchner Familie vollzählig, mittlerweile mit den Enkelkindern, aus allen Himmelsrichtungen immer wiederkehren lässt.
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Herbert ist gelernter Metzger. Wuchs am Land auf und zog als Erwachsener in die Münchner Großstadt. Das Leben am Land, das Gefühl für die Natur und der richtige Umgang mit Tieren, all das waren Werte, die er seinen Kindern mit auf den Weg geben wollte. Denn sein erster Sohn hatte aus unerfindlichen Gründen panische Angst vor Tieren. Für Herbert ein Novum, welches er nicht nachvollziehen konnte. Eine Lösung musste her. Urlaub am Bauernhof kam ihm in den Sinn. Nur welcher Hof war der Richtige? In den Magazinen versprachen allesamt das idyllische Landleben und inserierten schöne Fotos. Wie so oft war letztlich die Mundpropaganda ausschlaggebend: „Ein guter Freund empfahl mir den Madritschhof im Kärntner Gurktal bei Straßburg.“ Es war im Jahr 1992, als Herbert einen Brief an Hans und Resi Madritsch verfasste mit der Anfrage, ob sie denn die Pfingstferien am Hof verbringen könnten und ob die Option bestünde, frühzeitig wieder abzureisen, wenn die Angst der Kinder vor den Tieren nicht weichen sollte.

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Die Freude des Wiedersehens

Die Angst jedoch wich und heute, fast 30 Jahre später, sind Herbert und seine Familie nicht nur Stammgäste, sondern vielmehr Freunde geworden. „Ich habe einen sehr stressigen Beruf, und arbeite oft von frühmorgens bis in den späten Abend hinein. Wenn ich dann in den Urlaub fahre, brauche ich gewöhnlich mehrere Tage um runterzukommen. Ist das gelungen, steht meist schon die Heimfahrt am Programm. In den Gurktaler Alpen ist das anders. Hier fängt der Urlaub an, sobald ich nach der vierstündigen Fahrt von München nach Kärnten aus dem Auto steige.“ Es ist die Herzlichkeit der Familie und die Freude des Wiedersehens, die Herbert sofort den Alltagsstress vergessen lässt. „Als wir das erste Mal unseren Urlaub hier verbrachten, war der Abreisetag fürchterlich. Die Kinder weinten und wir mussten ihnen versprechen, dass wir nächstes Jahr wiederkommen würden. Also buchten wir schon vor Ort den nächsten Urlaub und fünf andere Familien taten es uns gleich. Dadurch sind langjährige Freundschaften entstanden.“

Herzlichkeit und Zeit

Vor allem die Herzlichkeit von Resi und Hansi ist es, welche die Münchner Familie vollzählig, mittlerweile mit den Enkelkindern, aus allen Himmelsrichtungen immer wiederkehren lässt. „Natürlich buchen wir genauso andere Urlaube, genießen das Meer und große Hotelanlagen aber eines bekommt man nur hier: Den persönlichen Kontakt. Selbstverständlich, am Ende des Tages bezahlen wir dafür, aber es ist schon etwas anderes, wenn sich nach zehn Tagen das Gefühl breit macht, dass man ein gern gesehener Gast war und sich bei der Verabschiedung alle auf ein Wiedersehen freuen. Wir lieben und genießen das.“ Und die Kinder tun das ebenso. „Man muss sie zum Abend hin fast aus den Ställen und ihren Gummistiefeln rauszerren, damit sich sie vor dem Essen noch schnell waschen. Und sobald der letzte Bissen verdrückt wurde, sind sie auch schon wieder weg“, schmunzelt Herbert.

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„ Man muss sie zum Abend hin fast aus den Ställen und ihren Gummistiefeln rauszerren, damit sich sie vor dem Essen noch schnell waschen. Und sobald der letzte Bissen verdrückt wurde, sind sie auch schon wieder weg. “

Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln

Streitigkeiten unter der Gästekindern hat er bislang noch keine beobachten können. Die Großen helfen den Kleinen, die Mädchen lernen reiten, die Jungen helfen im Stall. Der Umgang mit den Rindern und Schweinen wird respektvoll erlernt, Selbstvertrauen entwickelt, Verständnis für gute und faire Lebensmittel nachhaltig vermittelt. „Die heutige Gesellschaft scheint oft vergessen zu haben, wo die Lebensmittel herkommen. Viele Supermarktketten liefern zwar nicht zwangsläufig schlechte Qualität, aber wenn ein Schlachtbetrieb am Tag 30.000 Schweine schlachtet und zerlegt, dann muss mir als Verbraucher schon mal der Gedanke kommen: Wo leben die alle? Und wie? Dass diese Tiere keinen Auslauf unter der Sonne haben können und deren Fleisch mit Chemie bearbeitet wird, damit es haltbarer wird, muss doch klar sein.“ Deswegen ist es Herbert wichtig, dass seine Kinder sehen, wie sich Tiere auf einem Bauernhof wie dem Madritschhof gesund entwickeln können, ohne Medikamente, dafür mit einer Riesenportion an grasgrünen Wiesen und gesundem Futter.

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Das Gefühl, dazu zu gehören

Letztlich ist es diese ganz besondere Mischung aus allem, findet Herbert: „Zuhause ist der Alltag zwangsläufig durchgetaktet, damit man alles unter einen Hut bekommt. Am Hof lernen die Kinder hingegen völlig ungezwungen. Wenn unser Jüngster frühmorgens hört, dass im Stall die Melkmaschine eingeschaltet wird, hüpft er in Sekundenschnelle aus den Federn, schlüpft in seine Gummistiefel und saust im Halbschlaf blindlings in den Stall, um ja nichts zu versäumen. Diese Beziehung, die dabei entwickelt wird, die kann einem niemand ersetzen und die bekommt man sonst nirgends geboten.“ Dieses Gefühl der Zugehörigkeit ist am Madritschof nun mal selbstverständlich.

Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union (LE 14-20)

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