Aufgspielt wird! Geselligkeit und Zusammenhalt in großem Stil

Weihnachten am Bauernhof, 09.12.2021, Elisabeth Freundlinger

Gastgeberfamilien erzählen von Herbergsuchen, dem Heiligen Abend am Bauernhof und traditionellem Weihnachtsessen in Niederösterreich. Bäuerin Roswitha vom Mayerhof verrät uns ein besonders gschmackiges Rezept: jenes für einen Rumtopf! Für Liebhaber der pikanten Küche hat Waltraud vom Mostbauernhof Woltron etwas vorbereitet: Bei den Woltrons gibt es an Weihnachten traditionell Bratwürstelsuppe.

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Familie Mayer sitzt mit ihren Musikinstrumenten um den Tisch | © Urlaub am Bauernhof / Mayer

Aufg‘spielt wird!

Das Herbergsuchen – in anderen Bundesländern auch als „Frauentragen“ bekannt, ist ein unverzichtbarer Adventbrauch in Niederösterreich.

Neunmal setzen sich die Nachbarn vor Weihnachten zusammen, zum Beten, Singen und Plaudern. Bei diesem Brauch wird der Herbergsuche von Maria und Josef gedacht. Die Gastgeber wechseln sich ab. In manchen Gemeinden wird dieses Ritual noch nach alten Traditionen veranstaltet, dazu gehört auch das Rosenkranz-Beten. Vielerorts hat sich der Brauch auch schon „modernisiert“, vor allem bei Familien mit Kindern. Das Wichtige ist die Gemeinschaft, die bei diesem Ritual wieder neu belebt wird!

Heiliger Abend am Mayerhof

„Die Weihnachtszeit ist für uns Familienzeit“, erzählt Roswitha Mayer vom Mayerhof.

„Gemeinsam werden Kekse gebacken, der Hof geschmückt und Weihnachtslieder ertönen durchs ganze Haus. Der Christbaum wird bereits am 23. Dezember abends geschmückt. Am 24. Dezember vormittags gehen die Musikanten des Hauses mit dem Friedenslicht durch die Ortschaften. Zuhause werden die Futtervorräte für die kommenden Weihnachtsfeiertage in den Stall gebracht. Nach dem fleischlosen Mittagessen bringen wir geschmückte Christbäume auf die Gräber unserer lieben Verstorbenen. Nach der abendlichen Stallarbeit wartet schon die ganze Familie gespannt auf das Klingen der Glocke. Man hört schon leise „Stille Nacht – Heilige Nacht“ aus dem Wohnzimmer. Vor dem prächtig geschmückten Weihnachtsbaum wird gebetet, es werden Geschichten vorgelesen und Weihnachtslieder musiziert. Nach der Bescherung besuchen wir die Christmette.  Diese wird feierlich umrahmt durch eine Bläsergruppe. Beim anschließenden Turmblasen wird von der katholischen Jugend Glühwein und Tee angeboten.

Wieder zu Hause angekommen, trifft sich unsere ganze Familie zu einem gemeinsamen Abendessen. Dazu gibt es neben den traditionellen Speisen jedes Jahr etwas Neues. Wir nutzen die Gelegenheit, um neue Rezepte auszuprobieren. Zum Abschluss darf natürlich ein Gläschen des jährlichen Rumtopfes nicht fehlen! Das Rezept hab ich euch mitgebracht:

 

Rumtopf

Gesammelt werden die Früchte des Jahres in einem Steinguttopf. Wir beginnen mit ca. 50 dag Erdbeeren, ca. 25 dag Zucker und einem Liter 80 %igen Rum. Später folgen dann Marillen, Heidelbeeren, Ribiseln und Zwetschken und je nach Bedarf entsprechend Zucker. Im Advent vollenden wir den Rumtopf mit Birnen und Äpfeln sowie mit Kompottfrüchten mit Obstsaft, um den Rum etwas zu verdünnen.

 

Gutes Gelingen wünscht ich euch!

Roswitha Mayer!

Familiensinn und Zusammenhalt am Mostbauernhof Woltron

„Wir haben uns brav vermehrt und san a große Familie“, lacht Waltraud Woltron vom Mostbauernhof Woltron in den Wiener Alpen. „Familiensinn spielt bei uns nicht nur zu Weihnachten eine wichtige Rolle. Wenn ich viermal im Jahr meinen Mostheurigen aufsperr‘, sind immer helfende Hände zur Stelle. Zu Weihnachten kommen alle – die ganze Familie – zu uns, schließlich haben wir auf dem Hof genug Platz, damit alle übernachten können. Für mich ist das aber keine Belastung, denn das ist ja kein Verwandtenbesuch, wo nur schön g’redt wird und alle darauf warten, dass Kaffee und Kuchen serviert werden. Jeder kennt sich aus und alle helfen z‘samm!“ Den Heiligen Abend feiern die Woltrons im „kleinen Kreis“ – das sind allerdings meistens auch schon 6-7 Personen. Nach dem traditionellen Räuchern gibt’s Bescherung und ein deftiges Würstelessen (Bratwürstel mit Senf, Kren und selbstgebackenem Bauernbrot). Dann geht es in die  Mette, welche in Würflach meistens um 22 Uhr beginnt.

Wenn in den nächsten Tagen der Rest der Familie kommt, sind es dann gern an die 20 Personen und mehr. Oma Gerti (Waltrauds Schwiegermutter) bereitet am Christtag ihren traditionellen Truthahn zu, wobei die inzwischen 86-Jährige brav von den Kindern unterstützt wird. Der Truthahn wird mit einer Semmelfülle und Kastanien zubereitet, als g’schmackige Geheimzutat mischen die Woltrons hauseigene Salami in die Fülle.

Apropos selbstgemacht: Die Schweine am Woltron-Hof haben ein gutes Leben – und werden schließlich direkt am Hof geschlachtet. Das Fleisch wird an Ort und Stelle verarbeitet und im eigenen Hofladen bzw. in der Buschenschank angeboten.

Vor Weihnachten veranstalten die Woltrons einen stimmungsvollen Adventmarkt, bei dem die verschiedenen Hofprodukte verkostet und gekauft werden dürfen. Wenn es möglich ist, wird dazu auch Glühmost serviert.

 

Und hier ist Bäuerin Waltrauds weihnachtlicher Rezepttipp:

Bratwürstelsuppe

Bratwürstel kochen (ca. 10 min ). Eine leichte Einbrenn zubereiten. Zuerst mit kaltem Wasser aufgießen, danach das Würstelwasser dazugeben und alles aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel, evt. Suppenpulver würzen.

Danach mit verquirltem  Sauerrahm  vervollständigen. Dazu passt am besten ein gutes Stück Brot – Gutes Gelingen!

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Elisabeth Freundlinger
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