Blühende Obstbäume und ein stattlicher Hof

Hofgeschichten, 14.04.2022, Urlaub am Bauernhof Oberösterreich

Blühende Obstbäume, reife Früchte, edler Most – das alles könnt ihr am Ferienhof Turmkeller in Pollham hautnah erleben. Urlaub am Bauernhof auf einem stattlichen Hof mit Kapelle und Fassl-Sauna.

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Rosa-weiße Obstbaumblüte | © Urlaub am Bauernhof Oberösterreich / Harald Puchegger

Streuobstwiese: Lebensgrundlage und Biodiversitäts-Hotspot

Im Frühling blühen rund um den Ferienhof Turmkeller in Polling Obstbäume in Hülle und Fülle. Die duftende, üppige Blütenpracht ist nicht nur schön anzusehen – sie ist die Lebensgrundlage für Familie Edlbauer. Aus den Äpfeln und Birnen der 150 Bäume produzieren Sepp und Manuela hochwertigen Most und Säfte. Ein typisches Standbein für die Region Innviertel-Hausruckwald. Oberösterreich ist nicht von ungefähr das Land der „Mostschädln“. Und damit der feine Most vielen Menschen eine Freude macht, haben Sepp und Manuela 2008 auf ihrem Hof eine Mostschenke eröffnet. „Weil wir so viele Obstbäume haben, haben wir gesagt: Das passt zu uns und unserer Region, dass wir hier eine Mostschank machen“, lacht Sepp.

Sie sind nicht nur entzückende Fotomotive: Die traditionellen Streuobstwiesen sind Biodiversitäts-Hotspots! Ein Stück Natur, das vom Menschen bearbeitet wurde. Genau genommen sind Streuobstwiesen Kulturlandschaften, die teils Jahrhunderte alt sind. Bienen, Käfer, Mauswiesel, Steinkauz, Wildkräuter und Orchideen – hier blüht das Leben! Bis zu 5.000 verschiedene Pflanzen und Tiere finden ihren Lebensraum auf Streuobstwiesen. Für viele wilde Tiere und Pflanzen sind sie ein letztes Refugium in Gebieten, die von intensiver Landwirtschaft geprägt sind. Erfahre hier, welche Tiere und Pflanzen sich auf Streuobstwiesen tummeln.

„Weil wir so viele Obstbäume haben, haben wir gesagt: Das passt zu uns und unserer Region, dass wir hier eine Mostschank machen.“

Familie Edlbauer

Ferienwohnungen im Getreidespeicher & Mostschenke im alten Pferdestall

Das gemütliche Bett für die Urlaubsnacht ist nur ein paar Türen entfernt. Anstelle des „Troadbodens“, wo früher Getreide gelagert wurde, können heute Gäste in drei Ferienwohnungen ihren Urlaub verbringen. Am Ferienhof Turmkeller finden Familien mit Kindern und Genuss-Suchende einen Wohlfühlort. Fassl-Sauna, Pool, Feuerstelle draußen, viele Tiere und ein großer Spielplatz warten auf die Gäste. In der Region gibt es ein ausgedehntes Netz an Radtouren, Reitmöglichkeiten und Wanderwegen. Ein Aufenthalt ist besonders im Frühling empfehlenswert, wenn sich das Auge an den blühenden Obstbäumen kaum sattsehen kann. Im Herbst locken reife Birnen, frisch gepresster Apfelsaft und bunt gefärbte Wälder hierher ins Innviertel.

Im ehemaligen Pferde- und Kälberstall können Gäste den selbst hergestellten Most und eine feine Jause genießen. Die kulinarischen Köstlichkeiten wie Speck, Surfleisch und Bauernbrot werden überwiegend selbst hergestellt. Das historische Gewölbe aus roten Ziegelsteinen schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Most ist hier allgegenwärtig. Früher waren zwei starke Pferde nötig, um den 2.000 kg schweren Pressstein in Bewegung zu setzen und den Saft aus Äpfeln und Birnen zu pressen. Die alte Mostpresse wurde zu einer Sitzgelegenheit umgebaut. Im Sommer gönnen sich Radfahrerinnen, Spaziergänger und Genießerinnen einen Brombeer- oder Veilchenspritzer in der grünen Gartenlaube. „Unsere Mostspritzer-Variationen kommen sehr gut an“, erzählt Manuela stolz. Dazu selbst gemachte Bauernkrapfen, ein Speckbrot oder eine Käsejause. Läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen?

Öffnungszeiten: April bis September, jeweils Freitag und Samstag ab 16:00 sowie jeden 1. Sonntag im Monat ab 15:00 (Für Gruppen öffnet Familie Edlbauer die Türen gegen Voranmeldung auch an anderen Tagen.)
Sitzplätze: max. 80 Personen

Die Hauskapelle hat aber noch eine andere Funktion: Sie ist ein Rückzugsort für Bäuerin Manuela. 

Reich verzierte Hauskapelle im Bauernhaus

Ein Detail des stattlichen gelben Vierkanthofes sticht sofort ins Auge: Ist das ein Glockenturm? Ja! „Ich habe immer gesagt: ‚Den baue ich wieder rauf!‘“, lacht Sepp. Der Glockenturm aus dem Jahr 1862 war nämlich abgetragen worden. Doch 2007 setzte der Hausherr sein Vorhaben in die Tat um und gab so Mostschenke und Bauernhof einen neuen Namen: „Turmkeller“. 

Der Glockenturm gehört zur Kapelle, die sich im 1. Stock des Bauernhauses befindet. Hier betet die Bauersfamilie seit jeher um Glück und Segen für Bewohnerinnen, Tiere und Ernte. 1865 wurde die Hofkapelle kirchlich geweiht und 1992 aufwendig renoviert. Das natürliche Licht aus dem Innenhof beleuchtet den Innenraum mit seinen bunten Malereien, den Leinenbildern an den Wänden und dem reich geschmückten Altar. An einem Seil kann man die Glocke im Glockenturm läuten. Das war früher das Zeichen für Knechte und Mägde, ihre Arbeit zu pausieren und zum Essen zu erscheinen. 

Im Mai treffen sich Familien, Nachbarinnen und Freunde bei den Kapellen und Marterl (Bildstöcken) in der Umgebung, um gemeinsam in Gedenken an die Heilige Maria zu singen und zu beten. Die Hauskapelle hat aber noch eine andere Funktion: Sie ist ein Rückzugsort für Bäuerin Manuela. Besonders Frauen haben am Bauernhof viele Aufgaben: Ehefrau, Mutter, Familienmanagerin, Gastgeberin, Küchenchefin, Landschaftspflegerin, Tierflüsterin, Marketingspezialistin, Kräuterfee, Hauskrankenpflegerin oder Hotellière. „Es ist sehr abwechslungsreich“, meint Manuela. Anstrengend wohl manchmal auch.

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