Die "kleine Farm" von Braz

Hofgeschichten, 30.08.2021, Sabine Ertl

„Unsere kleine Farm“ war einst Saskia Dünsers Lieblingsserie. Dass sie selbst einmal auf einem Bauernhof landen würde, ahnte sie damals freilich noch nicht. Heute ist sie Bäuerin am Mottnerhof und lebt ein Leben, um dass sie viele ihre Gäste täglich beneiden.

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Das Hofgelände mit allen Gebäuden von oben | © Urlaub am Bauernhof | Daniel Gollner

Wenn der größte Wunsch eines Zwölfjährigen darin besteht, einmal ein verlängertes Wochenende am Mottnerhof im Vorarlberger Braz zu verbringen, dann darf die Familie Dünser zu Recht stolz auf das Geschaffene sein. Mitten in der Alpenregion Bludenz liegt ihr Bauernhof, mit einem einzigartigen Ausblick auf die Berge im Klostertal und einer gemütlichen Ferienwohnung für eine entspannende Auszeit in der Natur. Saskia und Jürgen Dünser betreiben mit ihren drei Töchtern Maria, Caroline und Christina die 18 Hektar große Landwirtschaft bereits in der fünften Generation. Ihren Gästen zu zeigen, wie sie leben, ist allen ein großes Anliegen. „Diejenigen, die bei uns buchen, schätzen das, was wir haben und zeigen ein ehrliches Interesse an der Landwirtschaft“, erzählt Saskia. Sie selbst zog der Liebe wegen auf den Hof, die Verbundenheit zu Natur und Tier zeigte sich früh, war „Unsere kleine Farm“ einst ihre Lieblingsserie.

Gemeinsam neue Wege gehen

Für Saskia ist jeder Gast eine Bereicherung. „Ich bin immer neugierig und interessiere mich dafür, wie unsere Gäste abseits der Ferienzeit leben.“ Egal aus welcher Berufssparte sie auch kommen, allen ist gemein, dass sie den Mottnerhof als besonderen Kraftort empfinden. „Ein Banker-Ehepaar verbrachte unlängst drei Urlaubswochen bei uns. Am Abreisetag kam der Mann zu mir und gratulierte mir zu dem, was wir hier täglich vollbringen. Solche Momente geben Kraft und bestärken uns in dem, was wir tun und wie wir es tun.“ Die einen beneiden die Familie Dünser um ihr Hofleben und stehen bereits frühmorgens hochmotiviert im Stall, andere wiederum würden all das geschenkt nicht haben wollen: „Ein Gast begleitete uns einen Tag lang bei der Bergmahd. Tapfer hielt er durch, doch nach getaner Arbeit war sein Fazit klar: Sowas kann niemand im Leben freiwillig machen“, schmunzelt Saskia. Auch diese Meinung wird akzeptiert, denn ein jeder darf hier seine Erfahrungen sammeln und neue Erkenntnisse gewinnen. Einfühlsam wird Groß und Klein erklärt, wie die Kreisläufe der Landwirtschaft ineinander greifen. „Uns ist Aufklärung enorm wichtig. Gerade kleine Kinder haben im ersten Moment oft Angst davor, die Hasen oder den Hund zu streicheln. Doch nach einigen Tagen ist diese Unsicherheit verflogen und sie lernen, mit den Tieren umzugehen.“ Zudem bietet die Region herrliche Wanderwege auf die umliegenden Almen im Sommer und tolle Möglichkeiten zum Skifahren im Winter. Die große Gästeterrasse lädt ganzjährig zum Seele baumeln lassen ein und jeder, der möchte, darf die Familie Dünser bei der täglichen Arbeit begleiten.

Mit Leidenschaft für das Bauerntum

Naturnah und nachhaltig wird der Milchviehbetrieb geführt. „Hart zu arbeiten für etwas, was man gerne tut, nennt man Landwirtschaft“, ist sich Tochter Maria sicher. Den Zeitpunkt zum Übergeben wollen die Eltern nicht versäumen. „Die Jungen müssen ihren eigenen Weg gehen dürfen“, ist Saskia überzeugt. Unterstützen und mithelfen werde man solange wie möglich. Denn das Miteinander gilt als höchstes Gut am Mottnerhof. Für einen Hof voller Lebendigkeit, einen Hof voller Leidenschaft. Ein Bauernleben lang.

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Sabine Ertl
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